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Warum wir Tiere aus problematischen Zuchten nicht kaufen und lieber ins Tierheim gehen sollten

Qualzuchten verursachen dauerhaftes Leid und gesundheitliche Probleme bei Hunden, Katzen und anderen Haustieren. Tierheime bieten hingegen eine ethische Alternative: Durch Adoption können wir Tieren ein sicheres Zuhause geben und problematische Zuchtpraktiken vermeiden.

Ein Mischling aus dem Tierheim ist genauso gut wie ein Hund vom Züchter. (Foto: Pixabay)

Es mag herzlos klingen, aber wir sollten bestimmte Tierrassen lieber nicht kaufen. Zum Beispiel Hunde mit extrem kurzen, anliegenden Schnauzen, etwa Möpse oder Bulldoggen. Sie zählen zu den sogenannten Qualzuchten. Diese gezielt gezüchteten körperlichen Merkmale führen häufig zu erheblichen gesundheitlichen Problemen: Atemnot, eingeschränkte Belastbarkeit sowie ein erhöhtes Risiko für Bandscheiben- und Wirbelsäulenerkrankungen sind nur einige Beispiele.

Ein weiteres Problem sind extrem klein gezüchtete Hunde, sogenannte „Teacup Puppies“. Diese Tiere bleiben dauerhaft sehr klein, während ihre inneren Organe normal weiterwachsen. Das kann zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen, in Einzelfällen sogar dazu, dass die Augen aus den Augenhöhlen treten.

Qualzuchten bei Katzen

Auch bei Katzen gibt es Qualzuchten. Ein bekanntes Beispiel ist die Sphynx-Katze, gezüchtet für Menschen mit Katzenallergien. Sie besitzt kein Fell und keine Schnurrhaare. Dies führt jedoch zu zahlreichen gesundheitlichen Problemen: Hauterkrankungen, Sonnenbrand, Ohrenentzündungen, Schwierigkeiten bei der Temperaturregulierung und genetische Erkrankungen wie hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) oder polyzystische Nierenerkrankungen.

Auch die Scottish-Fold-Katze zählt zu den Qualzuchten. Ihre angelegten Ohren entstehen durch eine genetische Mutation, die den gesamten Bewegungsapparat beeinträchtigen kann, Schmerzen verursacht und die Kommunikation mit Artgenossen erschwert.

Verantwortung bei Zucht und Haltung

Die Zucht von Qualzuchten ist ethisch umstritten und oft mit Tierleid verbunden. Wer Tiere von unseriösen Züchtern kauft, unterstützt diese problematischen Praktiken und riskiert, ein gesundheitlich belastetes Tier zu erwerben. Verantwortungsvolle Tierhaltung erfordert daher, das Wohl des Tieres über äußere Merkmale oder Trends zu stellen.

Tierheime als ethische Alternative

Tierheime bieten indessen eine verantwortungsvolle Alternative. Viele Hunde, Katzen und Kleintiere warten dort auf ein Zuhause, oft weil ihre früheren Besitzer überfordert waren oder die Tiere abgegeben wurden. Das Motto „Adopt, don’t shop“ bringt es auf den Punkt: Anstatt Tiere aus problematischen Zuchten zu kaufen, können Menschen aus Tierheimen Tieren ein sicheres Zuhause geben.

Tierheime achten darauf, dass Tier und Halter zusammenpassen, um Rückgaben zu vermeiden. So wird sichergestellt, dass die Tiere dauerhaft versorgt sind und nicht erneut leiden müssen.

Zahlen aus österreichischen Tierheimen

Große Einrichtungen wie das TierQuarTier in Wien nehmen jährlich etwa 2.800 bis 3.500 Tiere auf. Tierschutz Austria versorgt pro Jahr über 4.000 Tiere. Bundesweit werden somit jedes Jahr mehrere Tausend bis Zehntausend Tiere in Tierheimen betreut, wobei Hunde und Katzen den größten Anteil ausmachen, aber auch viele Kleintiere und Wildtiere versorgt werden.

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