Jeder Mensch hat seinen eigenen Lieblingsplatz zum Lernen. Für mich ist es eindeutig mein Schreibtisch zu Hause. Dort ist es ruhig, ordentlich, und alles liegt griffbereit, genau so, wie es meinem inneren Ordnungsfanatiker gefällt.
Doch selbst der beste Schreibtisch verliert irgendwann seinen Zauber, wenn die Konzentration nachlässt. Und dann kommt mein etwas ungewöhnliches Ritual ins Spiel: Ich gehe mit meinen Lernzetteln spazieren.
Unterwegs mit meinen Lernzetteln
Ja, ich weiß, das klingt, als hätte ich meinen Verstand zusammen mit dem Radiergummi verlegt. Während andere Menschen mit ihrem Hund eine Runde drehen, führe ich meine Lernzettel aus. Vielleicht schauen die Bäume schon irritiert, weil sie zum zehnten Mal dieselben Formeln hören müssen.
Aber tatsächlich funktioniert es erstaunlich gut. Sobald ich draußen bin und mich bewege, fühlt es sich an, als würde ein frischer Wind einmal durch mein Gehirn wehen und die festgeklebten Gedanken lösen. Warum das so ist? Keine Ahnung. Vielleicht mögen meine Lernzettel einfach die frische Luft. Wer weiß.
Wasser hilft
Pausen sind für mich ein zentraler Bestandteil guten Lernens. Schon ein paar Minuten genügen, um den Kopf zu klären und neue Energie zu sammeln. Wichtig ist nur, nicht sofort zum Handy zu greifen, denn das lenkt mehr ab, als mir guttut. Viel besser ist es, kurz aufzustehen, etwas zu trinken, am besten Wasser, oder ans Fenster zu gehen. Danach fühle ich mich wacher und kann deutlich konzentrierter weiterarbeiten.
All diese Gewohnheiten zeigen, wie wichtig es ist, neinen eigenen Lernprozess bewusst wahrzunehmen und zu steuern. Manchmal brauche ich Stille, manchmal Bewegung, manchmal eine kurze Pause, aber immer ein kleines bisschen Selbstreflexion. Wenn ich erkenne, was mir hilft, kann ich viel effektiver lernen und mich weniger unter Druck setzen.
Trotzdem gibt es Momente, in denen ich alleine nicht weiterkomme. Bei schwierigen Themen brauche ich Lehrerinnen und Lehrer, die etwas noch einmal erklären, neue Beispiele geben oder es einfach anders formulieren. Damit das gelingt, muss ich selbst aktiv werden und direkt nachfragen, wenn ch etwas nicht verstehe. Nur so kann ich die Unterstützung bekommen, die mich wirklich weiterbringt.
Von Lehrkräften wünsche ich mir vor allem, dass sie auf Schülerinnen und Schüler eingehen, die etwas mehr Hilfe brauchen. Niemand sollte sich im Unterricht klein, überfordert oder entmutigt fühlen. Stattdessen wäre es schön, wenn Lehrkräfte Mut machen, motivieren und unterstützen, so lernen alle besser und fühlen sich wertgeschätzt.
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