Was ich mir von Lehrern wünsche? Zumindest eine Tasse Tee

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04.12.2025
2 Min.

Es sind oft kleine Gesten mitten im Klassenzim, die zeigen, wie guter Unterricht aussieht: Ein aufmunternder Blick oder ein kurzer Smiley auf einem Zettel. Genau diese Momente machen Lehrkräfte für mich besonders.

Motivierten Lehrern hören Kinder gerne zu. (Foto: Jordan González unsplash)

Meine Wunschliste ans Christkind ist ziemlich lang. Mal sehen, ob ein paar meiner Wünsche in Erfüllung gehen.

Eine Lehrerin spendierte mir eine Tasse Tee

Ich wünsche mir Lehrer*innen, die wirklich wahrnehmen, wer vor ihnen sitzt. Die merken, wenn jemand einen schlechten Morgen hatte oder innerlich abschaltet, so wie meine frühere Lehrerin, die mir einmal kommentarlos einen Tee auf den Tisch stellte, weil sie sah, dass ich völlig durch war. Ein anderes Mal schob sie mir einfach einen Zettel mit einem kleinen Smiley rüber, nachdem ich im Unterricht kaum ein Wort herausbekam. Solche kleinen Gesten haben mich oft mehr aufgefangen als große Gespräche.

Ich wünsche mir auch echten Humor. Nicht vorbereitete Witze, sondern dieses spontane Lächeln, das entsteht, wenn etwas Ungeplantes passiert. Ich hatte mal einen Lehrer, der ständig seinen Schlüsselbund verlegte und dann so tat, als sei das Ganze ein Mini-Krimi. Einmal beschuldigte er sogar lachend die Tafel, sie habe seinen Schlüssel „verschluckt“. Es war albern, aber genau das hat die Stimmung jedes Mal gerettet, besonders an Tagen, an denen die ganze Klasse schon halb im Koma hing.

Niemand muss alles wissen

Offenheit und Ehrlichkeit sind mir ebenfalls wichtig. Ich vertraue Lehrer*innen mehr, wenn sie nicht so tun, als wüssten sie alles. Eine meiner Lehrerinnen meinte einmal mitten im Satz: „Okay, jetzt bin ich selbst verwirrt, lasst uns das neu sortieren.“ Plötzlich fühlte sich Lernen weniger wie eine Prüfung an und mehr wie ein gemeinsames Entdecken.

Und ich wünsche mir Raum für unterschiedliche Lernarten. Ich brauche zum Beispiel meine kleinen Randnotizen und Kritzeleien, um mir Dinge besser zu merken. Ein Lehrer von mir fand das irgendwann so normal, dass er am Ende einer Stunde einmal meinte: „Ich bin gespannt, was deine Seite diesmal erzählt.“ Lehrerinnen, die das akzeptieren, schaffen eine Atmosphäre, in der jeder auf die eigene Art lernen darf, ohne sich ständig erklären zu müssen.

Am Ende wünsche ich mir Lehrkräfte, die nicht nur Stoff vermitteln, sondern Menschen begleiten, mit Humor, Geduld, kleinen Gesprächen nach dem Unterricht und der Fähigkeit, uns als Persönlichkeiten zu sehen, nicht nur als Namen auf einer Liste.



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Universität Wien.

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