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Warum Latein unsterblich ist

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Volontärin · Bundes-Oberstufenrealgymnasium
21.11.2025
2 Min.

Geht es um Latein, denken die meisten an staubige Bücher und langweilige Geschichten über die alten Römer. Doch wer Latein lernt und es beherrscht, merkt schnell, dass die angeblich so tote Sprache noch heute lebt.

Latein, eine tote Sprache? (Foto: jillmackie/Pixabay)

Totgesagte leben länger oder wie man im Lateinischen sagt: Qui pro mortuis habentur, diutius vivunt. Latein ist noch heute geradezu überall zu finden. Egal, ob in den Wurzeln anderer Sprachen, Sprichwörtern oder in der Wissenschaft.

Die Texte zu entziffern, ist manchmal zwar anstrengend, aber wenn die Sätze am Ende Sinn ergeben, freuen wir uns umso mehr. Beim Übersetzen eines lateinischen Satzes fühlen wir uns ein bisschen wie Detektive. Wir müssen die Grammatik verstehen, Satzglieder ordnen und alles schließlich in einen richtigen deutschen Satz verwandeln. Das erfordert viel logisches Denken und Durchhaltevermögen, denn egal wie kompliziert ein Satz aussieht, wir müssen dranbleiben. Vor allem, wenn die Übersetzungen keinen Sinn ergeben, gibt es besonders viel zu lachen.

Wozu lernen wir Latein heute noch?

Wozu Latein überhaupt nützlich ist, fragen sich viele Menschen. Diese Frage ist absolut berechtigt, immerhin wird die Sprache heute nicht mehr gesprochen. Aber Latein gewährt uns einen Einblick hinter die Kulissen unserer Kultur und Sprache und bildet gleichzeitig die Grundlage für viele andere Sprachen. Wer Latein versteht, versteht generell, wie Sprachen funktionieren. Außerdem lernen wir sehr viel Geschichtliches: Es ist spannend, über den Alltag der Menschen und die Politik im alten Rom zu erfahren. Besonders die Spottgedichte des römischen Dichters Catull sind witzig, weil er andere Personen in seinen Gedichten sehr direkt verspottet.

Natürlich ist es schade, dass Latein heute nicht mehr gesprochen wird und in der alltäglichen Kommunikation kaum eine Rolle spielt. Trotzdem bleibt Latein ein wichtiger Teil unserer Kultur – eine Sprache, die tausende Jahre lang gesprochen wurde. Würde sie aussterben, ginge ein bedeutender Teil verloren. Deshalb sollten wir in den nächsten Jahren weiterhin Latein lernen, um zu verstehen, was gemeint ist, wenn jemand das bekannte Sprichwort „Carpe diem“ verwendet.



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