Die Schülerin Zarina und die Frage, was eigentlich normal ist

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08.05.2026
2 Min.

Zarina fragte sich oft, warum Menschen sich für ihre Herkunft, Sprache oder Interessen schämen sollten. In der Schule hieß es oft, man solle wie die anderen sein. Doch wenn alle gleich wären, mit den selben Interessen, der selben Kultur und dem selben Stil, wäre die Welt doch farblos und monoton.

Wir sind alle anders, dieser Unterschied macht uns stark. (Foto: Avi Richards/unsplash)

Zarina glaubte lange, dass sie vielleicht noch zu jung sei, um über eine Welt voller Unterschiede zu sprechen. Wahrscheinlich sah sie vieles anders als Menschen mit mehr Lebenserfahrung. Doch nach längerem Nachdenken bemerkte sie etwas Wichtiges: Auch sie selbst gehörte zu dieser Welt voller Unterschiede und genau das war eigentlich völlig normal.

Doch selbst das Wort „normal“ erschien ihr irgendwann unpassend. Schließlich bezeichnet niemand einen Linkshänder als „abnormal“, nur weil etwa 90 Prozent der Menschen Rechtshänder sind und nur ungefähr 10 Prozent linkshändig. Trotzdem ist beides natürlich und menschlich. Niemand entscheidet bewusst, mit welcher Hand geschrieben oder ein Löffel gehalten wird. Es ist einfach ein Teil eines Menschen.

Wenn „anders“ plötzlich als falsch gilt

Auf der Erde leben über acht Milliarden Menschen. Jeder einzelne davon ist ein eigenes Individuum mit eigenen Gedanken, Interessen, Gewohnheiten und Eigenschaften. Trotzdem werden Menschen täglich kritisiert, ausgeschlossen, beleidigt oder gemobbt. Nicht unbedingt, weil sie falsch sind, sondern oft einfach nur, weil sie sie selbst sind. Vieles von dem, was die Mehrheit nicht versteht oder nicht mag, wird schnell als „abnormal“ abgestempelt.

Natürlich wird das Thema komplizierter, wenn Moral oder kriminelle Taten ins Spiel kommen. Doch darum geht es hier nicht. Gemeint sind Menschen, die ausgeschlossen werden, nur weil sie andere Hobbys, Gewohnheiten oder Eigenschaften haben. Dinge also, die eigentlich völlig natürlich sind, aber nicht in die Vorstellungen anderer passen.

Warum Menschen sich oft lieber anpassen

Dabei fiel Zarina auf, wie sehr Menschen sich nach Zugehörigkeit sehnen. Es gibt keine Regel, die verbietet, auf der Straße plötzlich sein Lieblingslied zu singen. Trotzdem würden viele das als seltsam ansehen, wenn es eine Person alleine macht. Würde dieselbe Person jedoch gemeinsam mit Freunden singen, würden die meisten es plötzlich lustig oder normal finden. Die Handlung wäre genau dieselbe, doch die Gruppe würde Sicherheit geben. Niemand hätte Angst vor Blicken oder Kommentaren, weil niemand alleine wäre.

Genau darin sah Zarina etwas Trauriges. Viele Menschen trauen sich gar nicht erst, sie selbst zu sein, weil sie Angst haben, nicht in die Erwartungen anderer zu passen. Manche bereuen später genau die Dinge, die sie nie getan haben: den Schritt, den sie sich nicht getraut haben, die eigene Meinung, die sie verschwiegen haben, oder das Richtige, das sie nicht getan haben, nur weil es sonst niemand gemacht hat.

Dabei vergessen viele, dass sie nicht geboren wurden, um die „Norm“ anderer Menschen zu erfüllen. Jeder Mensch ist bereits als Individuum Teil dieser Welt.

Die Welt besteht aus 8,37 Milliarden Menschen, 195 Ländern, rund 16.000 ethnischen Gruppen, 7.164 Sprachen, tausenden Kulturen und unzähligen Interessen und trotzdem glauben manche Menschen noch immer, sie würden nicht hineinpassen.

Doch genau das stimmt nicht. Nicht sie sind das Problem, sondern oft die Umgebung, die keinen Platz für Unterschiede lassen will.

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