Gerechtigkeit gibt es bei uns zuhause keine. Meine Schwester darf alles, ich nichts

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Volontär · HTL Villach Netzwerk- und Medientechnik
21.01.2026
2 Min.

Manchmal fühlt sich das Leben zuhause an wie ein Wrestling-Match: Wir planen, organisieren, schuften und trotzdem schlagen uns die doppelten Maßstäbe unserer Eltern zu Boden. Während meine kleine Schwester TikTok-Marathons startet und völlig straffrei bleibt, bekomme ich schon Ärger, wenn ich fünf Minuten zu spät nach Hause komme. Willkommen in meiner Welt!

Kleine Mädchen dürfen offenbar alles. (Foto: unsplash/Curated Lifestyle)

Letzten Samstag wollte ich mit meinen Jungs WWE schauen, kleine Runde in unserer Werkstatt, Popcorn, Action, alles ready. Wochenlang geplant, extra ein paar Überstunden im Samstagsjob geschoben, damit ich frei bekomme. Dachte mir: Easy, hab ich mir verdient.

Antwort von meinen Eltern? „Nee, du musst morgen früh raus. Und außerdem warst du letzte Woche schon unterwegs.“ Äh, hallo? Maximal zwei Stunden bei einem Freund, um seinen Computer zu retten. Zählt das jetzt als Party oder was? Gleichzeitig sitzt meine kleine Schwester seit Stunden TikTok zu glotzen, Schularbeiten in zwei Wochen, nichts vorbereitet. Trotzdem darf sie am Wochenende bei ihrer besten Freundin übernachten.

Ich frag meinen Vater: „Warum sie und ich nicht?“ Er: „Sie ist noch jünger und braucht soziale Kontakte.“ Hallo? Ich bin neunzehn, nicht vierzig.

Ich versuche es zu erklären: Ich arbeite, erledige Sachen, werde trotzdem wie ein Kind behandelt. Seine Antwort: „Du wohnst noch hier, also gelten unsere Regeln. Punkt.“ Na super.

Das passiert ständig. Vor einem Monat kam ich wegen Stau um halb zwölf heim – Papa dreht durch. Schwester kommt um ein Uhr nachts von einer Party? Alles cool, normal in dem Alter. Müll vergessen? Ich bin erwachsen, Verantwortung übernehmen. Schwester lässt alles liegen? Kein Wort. Ich räum’s halt auf, sonst eskaliert’s.

Ich hab meine Schwester lieb, wirklich. Aber manchmal fühle ich mich wie der Sündenbock, während sie alles darf. Wenn ich was sage, bin ich der „Schwierige“. Ernst genommen werden? Fehlanzeige. Ich will einfach nur gleiche Regeln, gleiche Behandlung, eine Erklärung vielleicht.

Manchmal denke ich, ein neutraler Beobachter wäre super, ein Anwalt hilft wohl eher nicht bei Familienkrach. Mittlerweile überlege ich echt auszuziehen, auch wenn’s finanziell hart wird. Einfach weg vom Dauerstress „alles falsch, alles verboten“. Bis dahin bleibe ich halt der komplizierte Sohn, der sich beschwert – und ja, ich sag was, wenn’s ungerecht ist. Auch wenn’s Zuhause danach noch spannender wird.



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch den Österreichischen Rechtsanwaltskammertag.

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