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Die Realität verschwimmt: Zwischen Sonnenstrahlen und Herzschlägen

Das Schlagen meines Herzens gegen meine Brust wird stärker. Die Herzschläge gehen im Takt meiner Schritte: Warum ich gerne jogge.

Schritte, die ihre Spuren auf einem Kieselweg hinterlassen. (Foto: Lorena Kessler)

Die Sommerluft trifft meine Haut und wärmt meinen Körper. Ich stehe vor dem Beginn eines Kieselwegs. Der von Bäumen umgebene Weg liegt im Schatten, während das Sonnenlicht kunstvolle Muster auf den Boden zeichnet. Das Vibrieren meiner Uhr führt dazu, dass ich den ersten Schritt mache. Ein sanfter Windstoß trifft mein Gesicht, was mich frösteln lässt.

Ich stecke in der Realität, doch mit jedem Schritt verschwimmt sie ein Stück mehr. „Warum gehst du immer joggen?“, werde ich oft gefragt. Aber genau das ist es. Ich verschwinde für eine Zeit in meinen Gedanken und die Welt wird leise.

Das Einzige, was die Welt lebendig erscheinen lässt, ist das Zwitschern der Vögel in meinen Ohren. Sie bilden eine Melodie, die schöner ist als jeder Klang eines Instruments.

Wie ein Konzert

Das Schlagen meines Herzens gegen meine Brust wird stärker. Die Herzschläge gehen im Takt meiner Schritte. Das führt dazu, dass die heutige Laufeinheit fast mit einem Konzert meines Lieblingspianisten vergleichbar wird. Es sind nur 60 Minuten des Tages, dennoch sind es fast die wichtigsten. Sie lassen mich in eine Traumwelt eintauchen, die eigentlich nur während des Schlafs erträumbar ist. Die Probleme des Tages tauchen für eine Weile unter.

Das Lächeln der alten Dame auf der Bank ermutigt mich, eine Spur schneller zu rennen. Ich merke, wie ich die Luft gierig einatme und sie mit einem hastigen Ausatmen wieder von mir lasse. Dennoch versuche ich, im Rhythmus zu bleiben. Die kürzlich noch spürbare kühle Abendluft wird zu einer warmen Sommerbrise. Der Sommer macht sich bemerkbar.

Ein Sprint, der mir die Luft raubt

„Du hast es bald geschafft!“, ruft mir eine bekannte Stimme zu. Ich drehe mich um und das Gesicht meiner Schwester erscheint vor mir. Sie kennt meine Laufstrecken und weiß somit, wann meine täglichen Kilometer zu Ende gehen.

Der Blick auf meine Uhr zeigt mir, dass ich kurz vor 10 km bin. Adrenalin schießt durch meinen Körper. Meine Geschwindigkeit erhöht sich nun ein letztes Mal.

Ein Sprint, der mir die Luft raubt.

Eine Vibration an meinem Handgelenk und meine Beine kommen zum Stehen.

Ist das nicht der Grund, warum ich laufe?





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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kronen Zeitung.

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