Wie kam es dazu, dass eine Krankheit, die Pest, große Teile Europas komplett auslöschte? Das Leben im Mittelalter war ganz anders als heute. Zu dieser Zeit erlebte der Handel einen Boom. Immer mehr Menschen benötigten Werkzeuge, Geschirr und so weiter.
Diese vielen Menschen wurden aber zu einem Problem. Es gab damals keine Müllabfuhr, keine Kanalisation. Abfall, Fäkalien, Essensreste, wurden einfach auf die Gassen gekippt. Es war unfassbar eklig und unhygienisch, stank dazu auch noch bestialisch. Bei Handel mit anderen Ländern gelangten unbekannte Bakterien nach Europa. Die idealen Voraussetzungen für Seuchen.
Patient null
1347 erwischte es ihn. Patient null, so wurde er genannt, der erste Pesterkrankte. Erst bekam er Fieber, dann schwarze Beulen überall am Körper, dazu heftige Schmerzen. Die Ärzte waren chancenlos.
Zunächst erkrankten nur vereinzelt Menschen. Immer das gleiche Muster. Ärzte waren noch immer überfragt. Innerhalb kürzester Zeit erkrankte fast jeder. Man fand keinen Grund für die Krankheit also dachte man, es sei eine Strafe Gottes oder die Sterne stünden ungünstig. Viele Menschen glaubten auch, das Wasser sei vergiftet worden. Die Juden wurden dessen beschuldigt. Sie wurden deshalb in fast ganz Europa auf brutale Weise verfolgt, vertrieben und ermordet.
Nie hat eine Krankheit die Welt so ausgerottet, man spricht von bis zu 50 Millionen Tote. Mehr als 400 Jahre kämpften die Menschen damit. Der größte Feind lauerte auf den Straßen. Die Ratte, sie lebte damals überall. Die Ratten dienten nur als Wirt, denn die wahren Überträger waren die Flöhe. Die Flöhe trugen das tödliche Gift der Pest in sich. Wer gebissen wurde, spürte nur ein leichtes Jucken. Erkrankte wurden isoliert und ihre mit Häuser mit einem Kreuz markiert.
Seuchendoktoren sollten die Erkrankten heilen. Sie waren komplett in schwarz gekleidet, trugen Masken aus Leder um den gesamten Kopf, mit einem Lange Schnabel, auch Schutzbrillen aus Glas trugen sie, lange Mäntel, Stiefel und Handschuhe. Sie waren unheimliche Gestalten.
Masken mit Schnabel, gefüllt mit Kräutern
Der Schnabel war gefüllt mit Kräutern und getrockneten Blumen. Man ging nun davon aus, dass die Pest durch unreine Luft übertragen wurde. Es erwischte viele Seuchenärzte selbst. Die ersten Quarantäne Maßnahmen wurden eingeführt, etwa in Venedig.
Der große Bevölkerungsverlust hatte damals auch gute Seiten. Städte waren nicht mehr so überfüllt und es gab genug Ressourcen für alle. Das Wichtigste war aber, dass ganz neue Regeln für Hygiene und Gesundheitskontrollen entstanden. Die Pest bekam man allerdings erst im 20. Jahrhundert in den Griff. Vor allem durch die Erfindung von Penizillin, der Grundlage für das allererste Antibiotikum.
Wir können froh sein, dass wir das nicht erleben mussten.
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