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Sachen gibt's! Lügen-Baron wird doch noch Dschungelkönig

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Volontärin · College Rookie Team
12.02.2026
3 Min.

Im Oktober 2021 machte Gil eine Falschbeschuldigung gegenüber einem Hotelmitarbeiter. Er fühlte sich wegen seines jüdischen Glaubens ungerecht behandelt und veröffentlichte ein Video, wonach er aufgrund seines Davidsterns schlecht behandelt worden sei. Die Anklage wurde fallen gelassen, da es nicht der Wahrheit entsprach. Nun ist er dennoch Dschungelkönig 2026 geworden.

Gil Ofarim ist der neue Dschungelkönig. (Foto: APA-Images / Action Press / Wehnert, Matthias)

Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2021 im Leipziger Hotel „The Westin“. Gil Ofarim wartete beim Check-in, während das Hotelsystem aufgrund technischer Probleme nur sehr langsam arbeitete. Dadurch kam es zu Verzögerungen. Ein Mitarbeiter bat zwei Gäste hinter Ofarim, einzuchecken, da sie Stammgäste waren und ihre Zimmerkarten bereits vorbereitet waren.

Ofarim fühlte sich dadurch übergangen, woraufhin es zu einem Streit mit dem Hotelmitarbeiter kam. Laut Zeugenaussagen drohte er, ein Video über den Vorfall zu veröffentlichen. Kurz darauf nahm er vor dem Hotel ein Video auf, in dem er behauptete, wegen seines Davidsterns benachteiligt worden zu sein.

Die spätere Auswertung der Hotelüberwachung durch Gutachter ergab jedoch, dass die Davidsternkette während des Aufenthalts nicht sichtbar über der Kleidung getragen wurde. Im November 2023 räumte Ofarim vor dem Landgericht ein, falsche Vorwürfe erhoben zu haben. Das Verfahren wurde daraufhin gegen eine Geldauflage eingestellt.

Zusätzlich wurde zwischen ihm und dem Hotelmitarbeiter eine zivilrechtliche Vereinbarung getroffen, die gegenseitiges Stillschweigen über den Vorfall vorsieht. Sein Anwalt erklärte später, Ofarim habe keine Sprecherlaubnis zu diesem Thema erhalten, um sich nicht erneut rechtlich angreifbar zu machen.

Neue Aussagen im Dschungelcamp

Im Dschungelcamp griff Ofarim das Thema dennoch erneut auf. Er äußerte Zweifel an der Echtheit des damals gezeigten Videomaterials und erklärte, er habe die Schuld nur aus taktischen Gründen auf sich genommen. Seiner Darstellung nach wollte er den Prozess schnell beenden und seine Kinder schützen.

Diese Aussagen stehen im Widerspruch zu seinem offiziellen Geständnis vor Gericht, das weiterhin Bestand hat. Das Verfahren wurde damals nur eingestellt, weil er die falschen Anschuldigungen eingeräumt und eine Geldauflage akzeptiert hatte. Die neuen Äußerungen ändern nichts an der juristischen Aktenlage.

Da eine Verschwiegenheitsvereinbarung besteht, prüfen die Anwälte des Hotelmitarbeiters nun, ob die Aussagen im Camp gegen diese Vereinbarung verstoßen oder als erneute Verleumdung gewertet werden könnten. Dies könnte rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Stimmung im Camp: Von Distanz zu Unterstützung

Die Stimmung gegenüber Gil Ofarim war im Camp zunächst angespannt. Sowohl unter den Mitcampern als auch bei den Zuschauern war der Hotelvorfall das unausgesprochene Hauptthema. Anfangs zeigte er sich ruhig und nachdenklich, was einige als glaubwürdige Reue interpretierten.

Als er jedoch begann, erneut über Details des Vorfalls zu sprechen und seine Sicht der Dinge darzulegen, spaltete sich die Gruppe. Einige Mitcamper zeigten Verständnis oder stellten sich auf seine Seite, andere blieben deutlich distanziert und kritisierten seine Andeutungen.

Trotz der kontroversen Diskussionen gelang es ihm, einen Teil der Zuschauer für sich zu gewinnen.

Warum wurde er Dschungelkönig 2026?

Am 8. Februar 2026 wurde Gil Ofarim zum Dschungelkönig gewählt. Mit 66,93 % der Zuschauerstimmen setzte er sich deutlich gegen die Zweitplatzierte Samira Yavuz durch. Das Ergebnis zählt zu den umstrittensten Entscheidungen der Show.

Ein Teil des Publikums wollte ihm offenbar bewusst eine zweite Chance geben. Im Camp präsentierte er sich häufig ruhig und reflektiert, was einige Zuschauer als persönliche Weiterentwicklung wahrnahmen. Seine neuen Aussagen führten bei manchen dazu, das negative Bild seiner Person zu hinterfragen.

Heftige Kritik nach dem Sieg

Der Wahlsieg löste jedoch massive Kritik aus. Viele bezeichneten das Ergebnis als „Triumph der Unwahrheit“. Kritiker warfen dem Sender RTL vor, Ofarim eine Plattform zur Imagekorrektur geboten zu haben, obwohl er zuvor falsche Anschuldigungen öffentlich eingeräumt hatte.

In sozialen Medien häuften sich unmittelbar nach dem Finale empörte Kommentare. Einige Zuschauer kündigten an, die Show künftig nicht mehr oder nur noch eingeschränkt zu verfolgen. Auch einzelne Prominente äußerten sich kritisch über seine Strategie und seinen Sieg.

In der Aftershow kam es zudem zu Diskussionen zwischen den Mitcampern. Mehrere betonten, dass sie seine Andeutungen und das erneute Aufgreifen des Themas als problematisch empfunden hätten.

Der Fall bleibt juristisch abgeschlossen, gesellschaftlich jedoch weiterhin umstritten. Während ein Teil des Publikums in seinem Sieg ein Zeichen für eine zweite Chance sieht, betrachten andere ihn als problematisches Signal im Umgang mit öffentlichen Falschbeschuldigungen.



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