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Die Karriere eines Fußballers: Vom Jugendspieler zum Profi

Viele junge Menschen träumen davon, als Fußballprofi auf dem Platz zu stehen. Bei den meisten zerplatzt dieser Traum allerdings schnell. Einer der seine Ziele verwirklichen konnte, ist der 21-jährige Raphael Hofer. Dieser steht aktuell bei NS Mura in Slowenien unter Vertrag.

 

Der Österreicher Raphael Hofer hat es geschafft. (Foto: shutterstock)

Raphael Hofers Karriere begann beim SV Mauerkirchen im Bezirk Braunau in Oberösterreich. Dort wurde er im Alter von zehn Jahren gesichtet und trainierte von da an sechsmal pro Woche beim SV Ried. Mit Trainern des LAZ Ried, die zugleich Lehrer waren, absolvierte die Mannschaft drei dieser Einheiten anstelle des Sportunterrichts direkt an der Sportmittelschule Ried.

Mit 14 Jahren wurde er nach mehreren Spielen in der Oberösterreich-Auswahl gescoutet und in die Red Bull Akademie aufgenommen. Infolgedessen besuchte Hofer das Christian-Doppler-Gymnasium in Salzburg, wo Schule und Trainingszeiten aufeinander abgestimmt waren. An einem typischen Schultag begann er bereits um 7 Uhr mit Training, bevor er von 9:30 Uhr bis 15:30 Uhr die Schule besuchte. Um 16:30 Uhr folgte eine weitere Trainingseinheit.

Die Akademiezeit beschreibt er selbst als sehr herausfordernd und erschöpfend, da er kaum Energie und nur sehr wenig Ferien hatte. Außerdem musste er auf viele typische Aktivitäten Jugendlicher, wie etwa „Fortgehen“, verzichten. Am Wochenende standen meist Spiele an, zu denen er mit der Mannschaft durch ganz Österreich reiste. Der Sonntag blieb ihm meist für die Familie.

Die Red-Bull-Akademie selektierte alle sechs Monate Spieler. Dieses Ausscheiden wurde im Vorfeld gemeinsam mit Lehrern und Eltern besprochen. Die betroffenen Spieler spielten anschließend entweder nur noch zum Spaß oder wechselten in andere Akademien. Raphael Hofer konnte sich jedoch regelmäßig durchsetzen.

Wechsel nach Slowenien

Nach der Zeit in der Red-Bull-Akademie wurde Hofer für ein halbes Jahr an Blau-Weiß Linz verliehen. Danach kehrte er nach Salzburg zurück, wo er vor allem Spielminuten beim FC Liefering in der 2. Liga sammeln konnte. Es folgte ein Jahr beim TSV Hartberg, bevor er im Sommer 2025 zu NS Mura nach Slowenien wechselte.

Sein Gehalt variierte je nach Liga, Alter und Rolle stark. Als junger Spieler in der 1. Liga verdiente er laut eigenen Aussagen rund 2000 Euro brutto, in der zweiten österreichischen Bundesliga etwa 1200 Euro brutto. Bei seinen letzten Stationen lag das Gehalt zwischen 3000 und 8000 Euro brutto.

Große Herausforderung in Slowenien

Die Station bei Mura ist für ihn bislang die außergewöhnlichste, aber auch die herausforderndste, da kaum jemand Deutsch spricht und nur wenige Englisch. Das Leben und die Liga seien ähnlich wie in Österreich, wobei er die österreichische Liga als „spielerisch fordernder“ und die slowenische als „körperlich anstrengender“ beschreibt.

In Zukunft würde er gerne wieder nach Österreich zurückkehren. Deutschland sei ebenfalls eine „Traumdestination“, da dort das Niveau noch einmal deutlich höher sei. Zu seiner aktuellen Position als Linksverteidiger kam er durch Vorgaben im U21-ÖFB-Nationalteam, seitdem hat sich diese Rolle nicht mehr verändert. Als Vorbild nennt er den ehemaligen Real-Madrid-Spieler Gareth Bale, den er als schnellen und dynamischen Spieler beschreibt und dessen Spielweise ihn besonders beeindruckt.

Bewusstes Verzichten

Hofer folgt einer sehr strukturierten Ernährung. Er verzichtet weitgehend auf Süßigkeiten, fettreiche Speisen und Fast Food. Alkohol trinkt er nur sehr selten. Obwohl er zu Beginn seiner Karriere noch seine Kalorien getrackt hat, sagt er selbst, dass er dies mittlerweile „im Gefühl“ habe.

Heute muss er sich auch weniger darum kümmern, da es in vielen Vereinen Ernährungscoaches gibt, die diese Aufgaben übernehmen. Seine Eltern haben dabei laut ihm einen „großen Anteil“ an seiner Entwicklung, da sie ihn nicht nur finanziell, sondern auch emotional unterstützt haben. Außerdem haben sie ihn in der Jugend zu vielen Trainings und Spielen gefahren.

Der erste Profivertrag

Ein besonders prägender Moment war für ihn der erste Profivertrag. Das Gespräch und der Vertrag selbst überraschten ihn, da der Sportdirektor ihn damit unerwartet konfrontierte. Für ihn war es eine „Bestätigung für die ganze harte Arbeit“, ein unglaubliches Gefühl, auf das er und seine Familie sehr stolz waren.

Auch sein erstes Profispiel im Juli 2021 erfüllte ihn mit Freude, aber auch mit Nervosität, da es etwas völlig Neues war, vor so vielen Zuschauerinnen und Zuschauern in einem großen Stadion zu spielen.

Der Schockmoment

Während diese Erlebnisse positiv waren, gilt das nicht für das Finale der UEFA Youth League, sozusagen der Champions League der U19, gegen Benfica Lissabon. Nach einem starken Turnier der gesamten Mannschaft kassierte das Team im Finale eine 6:0-Niederlage gegen die portugiesische Mannschaft. Hofer sagt heute, er habe immer noch „Albträume“ von diesem Spiel, es sei sehr „schmerzhaft“ gewesen.

Hofer ist sich sicher, dass Fußball das „Schönste auf der ganzen Welt“ ist. Da jedoch eine Verletzung eine ganze Karriere beenden kann, empfiehlt er, sich zusätzlich abzusichern. Für ihn selbst ist diese Absicherung die abgeschlossene Matura sowie sein kürzlich begonnenes Sportwissenschaftsstudium.


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