Die Kaffeesuchtis von nebenan: Warum meine Eltern ohne Espresso nicht lebensfähig sind

Kennt ihr das? Das erste Geräusch morgens ist nicht der Wecker, sondern dieses aggressive Mahlen der Kaffeemaschine. Während ich noch im Halbschlaf versuche, mein Leben zu ordnen, mutieren meine Eltern in der Küche zu professionellen Baristas. In dieser Story geht es um den täglichen Koffein-Wahnsinn bei uns zu Hause, warum ich lieber bei Eistee bleibe und warum meine Eltern ohne ihre Tasse Kaffee wahrscheinlich vergessen würden, wie man spricht.

DSieht gut aus, schmeckt für mich aber wie flüssige Holzkohle: Kaffee (Foto: Shutterstock)

Leute, wir müssen mal reden. Und zwar über das schwarze Gold, das bei uns zu Hause quasi aus dem Wasserhahn fließt: Kaffee.

Wenn ich morgens in die Küche schlurfe, sieht es dort meistens aus wie in einem Chemielabor. Meine Eltern sind absolute Hardcore-Kaffee-Fans. Ohne Witz, bevor der erste Espresso nicht getrunken wurde, ist Ansprechen auf eigene Gefahr angesagt. Mein Vater starrt dann immer so leer ins Nichts, bis die Maschine dieses Zisch-Geräusch macht – erst dann kehren die Lebensgeister langsam zurück. Es ist echt faszinierend und ein bisschen gruselig, wie sehr man ein Getränk lieben kann. Die beiden zelebrieren das richtig, vor allem am Wochenende. Da wird dann ewig über die Crema gefachsimpelt oder welcher Haferdrink jetzt den stabilsten Schaum macht.

Team Nein

Ich selbst? Absolutes Team Nein. Ich verstehe den Hype echt null. Ich hab mal einen Schluck probiert und sorry, aber das schmeckt für mich einfach nur nach flüssiger Holzkohle. Warum sollte ich was trinken, das bitter ist, wenn es Eistee, Limo oder einfach kalte Spezi gibt? Mein persönlicher Kaffeemoment besteht also eigentlich nur daraus, daneben zu sitzen und mir das Spektakel anzuschauen, während ich an meiner Dose nippe.

Aber wenn ich mich so in meinem Umfeld umschaue, bin ich fast schon ein Außenseiter. In meiner Klasse sind gefühlt alle im Iced-Latte-Fieber. Sobald die Sonne rauskommt, rennen alle mit diesen Plastikbechern rum. Am besten mit extra viel Karamell-Sirup und Vanille-Flavor, damit man den eigentlichen Kaffee gar nicht mehr schmeckt, was ich verstehen kann. Auch Dirty Matcha Latte ist bei den Mädels gerade so ein Riesending – sieht auf TikTok zwar ästhetisch aus mit diesen grünen Schichten, aber ich bleibe skeptisch.

Es geht um den Vibe

Ich glaube, für viele in meinem Alter ist das auch so ein Vibe-Ding. Man fühlt sich halt direkt drei Jahre älter und produktiver, wenn man mit einem Coffee-to-go beim Lernen sitzt. Es ist mehr ein Accessoire als ein Getränk. Bei meinen Eltern ist es eher pure Leidenschaft oder Abhängigkeit. Die probieren zwar auch mal Trends aus, aber am Ende landen sie immer wieder beim klassischen, starken Kaffee.

Egal ob experimentell mit Hafermilch und Sirup-Overload oder die Hardcore-Variante schwarz wie die Nacht – bei uns zu Hause gehört Kaffee einfach dazu. Auch wenn ich die Leidenschaft meiner Eltern wahrscheinlich nie teilen werde: Solange sie nach der ersten Tasse gute Laune bekommen und mich in Ruhe frühstücken lassen, ist die Welt für mich in Ordnung!


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