Das Thema Klimaschutz ist in aller Munde, von allen Seiten wird einem gesagt, mehr aufs Klima zu achten und den ökologischen Fußabdruck kleinzuhalten. Aber was können wir Jugendlichen eigentlich tun?
Wir alle haben es schon in den Nachrichten gehört, auf Social Media gesehen und in der Schule darüber gesprochen: Fleisch ist klimaschädlich. Natürlich ist das Thema viel komplizierter, aber (sehr vereinfacht) stimmt es doch. Vor allem die Rindfleischproduktion ist energieaufwendig und produziert durch Stoffwechselabfälle eine Menge Methan.
Vor allem betroffen ist das Rindfleisch aus Haltungsformen, die nicht Bio oder Freilandhaltung sind. Die Rinder bekommen meist Soja zu fressen, das ist teuer und energieintensiv und wird von anderen Kontinenten wie Südamerika oder Asien importiert.
Natürlich ist importiertes Soja nicht per se schlecht, aber wegen mangelnder Kennzeichnung ist es wie russisches Roulette. Nicht für jedes wurde Regenwald abgeholzt, genauso wie nicht in jeder Kammer eine Kugel ist, aber riskieren will man es trotzdem nicht.
Eine Frage der Alternativen
Welche Alternativen gibt es? Man muss ja noch lange nicht ganz auf Fleisch verzichten, wir Jugendlichen haben auch nicht immer die Möglichkeit dazu. Vor allem in Familien, in denen alle Fleisch essen, könnte es schwierig werden. Nun, Ersatzprodukte, also Fleisch von Tieren, die Sojafutter mit kurzen Transportwegen zu fressen bekamen, sind eine Option.
Deswegen sollte man vielleicht einfach mal den Eltern empfehlen, ein oder zwei Mal die Woche fleischlos zu kochen, und Fleisch aus biologischer Landwirtschaft oder zumindest lokal zu kaufen. In der Schule isst oder wenn man essen geht, kann man ja auch vegetarische Gerichte ausprobieren. Obwohl dieses Thema schon wahnsinnig abgekaut ist, kann eine Erinnerung nicht schaden.
Unbewusste Umweltverschmutzung
Ein weiteres Thema ist Umweltverschmutzung. Sie passiert of unbewusst oder unabsichtlich, aber wir können unseren Teil dazu beitragen, sie zumindest zu minimieren. Wenn wir halbwegs sauberen Müll herumliegen sehen und in der Nähe eines Mistkübels sind, können wir ihn wegschmeißen und uns danach die Hände waschen.
Ich tue es auch nicht jedes Mal, aber ich versuche mich trotzdem daran zu erinnern. Und ja, wir werden von allen Seiten damit zugedröhnt, und es kann nervig sein. Aber wenn wir es oft genug gesagt bekommen, werden es doch einige von uns verinnerlichen. Und der Rest schmeißt zumindest den eigenen Müll richtig weg.
Das Problem mit Fast Fashion
Dann gibt es noch unser Konsumverhalten. Wir alle wissen es, aber trotzdem: FAST FASHION IST UMWELTSCHÄDLICH. Vor allem, wenn wir sie exzessiv kaufen. Ja, viele Leute können es sich nicht leisten, besonders hochwertige Kleidung zu kaufen. Aber sie sind auch nicht diejenigen, die dreißig verschiedene T-Shirts im Schrank haben.
Ich sage hier gar nicht, dass man keine Kleidung mehr kaufen soll. Wir wachsen noch und irgendwann passt was mal nicht mehr. Etwas geht kaputt, unser Kleidungsgeschmack ändert sich oder ein Stück gefällt uns schlicht und ergreifend nicht mehr. Aber wenn wir zehn verschiedene Versionen ein- und desselben Tops haben, wird es ein Problem. Wir könnten einfach mal zum nächsten Second-Hand-Shop gehen und schauen, ob wir nicht etwas finden, das noch niemand hat. Die riesigen Mülllager in Afrika werden es uns danken.
Netflix und ChatGPT: Ein Tabuthema beim Klimaschutz
Und noch ein Thema. Eines, das viele von uns nicht hören wollen und oft einfach ignorieren. Ja, unser Social Media-Konsum, unsere Verwendung von Netflix und ChatGPT, schadet nicht nur unseren Gehirnen und unseren Augen, sondern auch dem Klima. Und damit ist nicht der Stromverbrauch unserer eigenen Geräte gemeint. Sondern jener der Server.
Allein der CO²-Ausstoß von ChatGPT pro Jahr liegt bei 8,4 Tonnen! Täglich soll das LLM-Programm mehr als 500 MWh an Strom verbrauchen . Das entspricht in etwa dem Tagesverbrauch von 66.000 österreichischen Haushalten. Und wenn pro Anfrage 50 ml Wasser zur Kühlung verbraucht werden und von diesen 2,5 Milliarden (!) pro Tag gesendet werden, werden dadurch täglich 125 Millionen Liter Wasser beansprucht.
Dieser Strom und dieses Wasser fehlen dann anderswo, vor allem in trockenen und heißen Gebieten der USA, wo viele der Server stehen. Und das ist nur ChatGPT. Bei Streamingdiensten wie Netflix oder Spotify ist es etwas schwieriger, den ökologischen Fußabdruck auszurechnen, da dort der Stromverbrauch der Geräte eine größere Rolle spielt. Niemand kann aber leugnen, dass diese immer noch eine Belastung für unser Stromnetz und unsere Süßwasservorräte sind.
Zwar wird oft übertrieben, und nie wieder einen Film zu schauen, ist jetzt auch keine wünschenswerte Lösung. Aber trotzdem könnten wir versuchen, Streaming zu minimieren. CDs oder Blu-Rays sind zwar aus der Mode, aber immer noch erhältlich. Dann müsste man sich auch keine Sorgen machen, auf welcher Plattform ein Film oder ein Song gerade verfügbar ist. Ich selbst habe alle meine Lieblingsalben als CD. Digitale Kopien sind übrigens für den Eigengebrauch erlaubt.
Wir als Jugendliche können jetzt nicht das Klimaproblem der Erde lösen, aber dennoch unseren Teil dazu beitragen. Und selbst wenn es nicht nach viel aussieht, jeder kleine Teil hilft, dass wir alle weiterhin auf einem Planeten mit Gletschern, Wäldern und Küstenstädten leben können.
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