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Die erschütternde Geschichte der Hexenverfolgung in Europa

Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit lebten Menschen in Angst vor dunklen Mächten, und das nicht nur in Märchen. Hexenverfolgung, Folter und der Scheiterhaufen waren traurige Realität.

Aberglaube kostete vielen Menschen das Leben. (Foto: pixabay)

Alles begann im Mittelalter: Die Menschheit entwickelte sich in vielen Bereichen zurück, das Vertrauen in die Wissenschaft schwand, während die Religion immer stärker an Einfluss gewann. Gleichzeitig breitete sich Aberglaube aus. Die Menschen glaubten, was sie hörten, und deuteten alles als Zeichen Gottes – sei es Donner, der als Ausdruck von Gottes Zorn galt, oder Dürren und andere Naturphänomene, die man auf übernatürliche Kräfte zurückführte. Und wenn solche Ereignisse geschahen, musste es ja Schuldige geben.

Die Kirche gewann immer mehr Macht, und Predigten warnten zunehmend vor dunklen Mächten, Zauberern und Hexen, die angeblich mit dem Teufel im Bunde standen. Am häufigsten wurden Frauen beschuldigt, da die Kirchenoberen in ihnen eine größere Gefahr sahen. Die Strafen waren grausam: brutale Folter oder der Tod auf dem Scheiterhaufen. Wer nicht dem katholischen Glauben angehörte, wurde ebenfalls verfolgt. Der Scheiterhaufen wurde bewusst gewählt, da man glaubte, die Flammen „reinigten“ die Seele. So setzte sich auch der Begriff „Hexe“ durch.

Es entstand ein regelrechter Teufelskreis: Jemand wurde angeklagt, oft aus Neid oder Missgunst, und unter Folter nannte man weitere Namen, um eine mildere Strafe zu erlangen. Oft reichte schon der Besitz einer schwarzen Katze; Muttermale, Narben oder Warzen galten als Beweise. Außerhalb Europas wurden solche Praktiken kaum zelebriert. Hexen und Hexer wurden sogar für die Pest verantwortlich gemacht.

Nicht nur im Mittelalter, sondern auch zu Beginn der Neuzeit ging die Hexenverfolgung weiter – teilweise noch brutaler. Im 16. und 17. Jahrhundert erreichte sie ihren Höhepunkt: Schätzungen zufolge mussten zwischen 40.000 und 60.000 Menschen ihr Leben aufgrund dieses Aberglaubens lassen.

Allmählich wurde es friedlicher. Die Prozesse nahmen ab, und im 18. Jahrhundert setzte sich die Wissenschaft wieder durch. Folterpraktiken wurden zunehmend als grausam verurteilt und verboten, Religionen begannen, einander zu akzeptieren, und Krankheiten ließen sich nun biologisch erklären. In der Schweiz starb 1782 die letzte offiziell verurteilte „Hexe“ Europas.



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