Ferry war für mich ein Tierflüsterer. Der Freund meines Vaters aus Kindheitstagen hielt Hühner, Tauben, Schafe und Ponys auf seinem kleinen Hof. Eines Tages erzählte er uns bei einem Spieleabend, er habe gerade mehrere ausgebrütete Hühner, darunter japanische Seidenhühner mit schwarzer Haut und schneeweißem Farbschlag. „Wollt ihr sie nicht haben, in zwei bis drei Monaten, wenn diese groß genug sind?“, fragte er. Er wusste, dass mein Vater Japan liebte und fasziniert von dem Land war.
Ich war stolz darauf, dass Ferry mir die Hühnerhaltung zutraute. Das tat er aber nicht einfach so. Er wusste ja, dass ich Tiere liebte. Bereits mit drei Jahren durfte ich vom Kinderbauernhof in Bad Schallerbach zwei Zwergkaninchen, Emma und Ida, aussuchen.
Zuvor war ich häufig mit Tieren in Kontakt gekommen, da meine Mutter früh beobachtet hatte, dass ich Tiere mag und ihr Verhalten genau studierte. Ich hatte auch keine Scheu, sie zu berühren.
Meine Liebe zu Tieren
Egal ob am Bauernhof von Resi, unserer Nachbarin, auf dem von unserer Freundin Maria oder auf einem Bauernhof in Steyrling, stets beschäftigte ich mich gerne mit Tieren.
Ferry liebt Tiere ebenso und ich freute mich stets auf seinen Besuch, um ihm ganz viele Fragen über Tierhaltung, Gewohnheiten, Futter und anderes zu stellen. Oft durfte ich zu ihm zu Besuch kommen und wir beide reden bis heute gerne miteinander.
Meine Eltern wollten Bedenkzeit.
Ich war sofort überzeugt.
Nachdem wir für meine Kaninchen gerade einen neuen Hasenstall angeschafft hatten, war ein Stall frei geworden, der für die zarten Seidenhühner passte.
Zwei kleine, fluffige Schneebälle
Schließlich erlaubten meine Eltern, dass ich die Hühner übernehmen darf. So kamen sie eines Nachmittags zu uns nach Hause. Die Beiden waren wie kleine fluffige Schneebälle und ich nannte sie Emil und Franziska.
Die Seidenhühner wanderten stets gemeinsam durch unseren Garten. Emil beschützte Franziska und sie waren ein ruhiges und gelassenes Paar. Es war eine Wonne ihnen zuzusehen. Zwei weiße Pünktchen im grünen Gras.
Daten und Fakten zu den japanischen Zwerghühnern
Sie haben eine einzigartige tiefschwarze Haut, die durch Fibromelanose entsteht, eine genetisch bedingte Besonderheit. Diese dunkle Färbung betrifft auch Organe und Knochen. Zudem gilt diese Hühnerart als die flauschigste der Welt.
Obwohl diese Rasse als japanisches Zwergseidenhuhn bekannt ist, dürften sie ursprünglich aus der Mongolei (China) stammen. Von dort gelangte sie nach Japan.
Rassenmerkmale:
Haut und Innereien: bläulich bis tiefschwarz beim japanischen Rasse Typ; eine zweite Form mit der hellen Haut gilt als siamesischer Rasse Typ.
Gefieder: sehr seidig, ausgefranst und fellartig, da den Federn die Hakenstrahlen fehlen, daher haben diese Hühner keine Flugfähigkeit und ihr Gefieder ist nicht wasserabweisend, wodurch Emil und Franziska bei Regen gerne in den Stall oder einem Unterstand waren oder sehr zerzaust aussahen.
Zehen: diese Hühnerrasse besitzt fünf Zehen, statt der üblichen vier.
Kamm: ist dunkel gefärbt und wird als Wallnusskamm bezeichnet.
Gewicht: Hähne rund 600 Gramm, Henne rund 500 Gramm.
Charakter und Haltung: ausgesprochen ruhig, zutraulich und freundlich, haben jedoch mit anderen gemeinsam manchmal das Nachsehen beim Futter oder müssen die Nachrangigkeit respektieren.
Haltung: es sind sehr genügsame Tiere, die auch in kleinen Gärten gut gehalten werden können. Sie benötigen einen trockenen Stall und in der Nacht sollte dieser geschlossen werden, da nachtaktive Räuber wie der Marder oder der Fuchs ihnen schnell zur Gefahr werden können
Legeleistung: ca. 80 bis 120 mittelkleine Eier pro Jahr.
Brut: diese Hennen sind sehr schnell gluckig und hervorragende Brüterinnen, sie kümmern sich liebevoll um ihren Nachwuchs und sind äußerst ausdauernd.
Farben: Es gibt sie in zahlreichen Farbschlägen, wie zum Beispiel Weiß, Schwarz und Blau.
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