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Mehr als zwei Drittel aller jungen Erwachsenen glauben an Gott. Dafür gibt es jedoch keinen Grund

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Volontärin · College Rookie Team
20.12.2025
3 Min.

Seit Menschengedenken ist kaum eine Frage zugleich so umstritten und so bedeutsam wie die nach der Existenz einer höheren Macht. Überraschend viele junge Menschen glauben an Gott, doch belegen lässt sich ihr Glaube nicht.

Die Existenz Gottes lässt sich nicht beweisen. (Foto: pixabay/EugenioAlbrecht)

In einer internationalen Studie mit fast 4.900 jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 29 Jahren gaben etwa 73 Prozent an, an Gott zu glauben. Die Umfrage mit dem Titel “Young People: Expectations, Ideals, Beliefs” hat die "Footprints Research Group der Pontifical University of the Holy Cross" in Rom gemeinsam mit sieben weiteren Universitäten weltweit durchgeführt.

Die Frage nach der Existenz Gottes bleibt ungelöst

Gibt es Gott? Viele Gläubige sehen in Marienerscheinungen und berichteten Wunderheilungen, wie etwa in Lourdes, starke Hinweise auf eine göttliche Wirklichkeit, auch wenn die Wissenschaft dafür keine klaren Erklärungen liefert. Berichte über Teufelsaustreibungen und Besessenheit lassen einige glauben, dass das Düstere im Leben einen Gegenpol braucht, eine transzendente Macht, die Sinn und Ordnung stiftet.

Dass es so viele Religionen gibt, könnte darauf hindeuten, dass sich ein Gott je nach Kultur unterschiedlich zeigt, ähnlich wie verschiedene Wege, die zum selben Gipfel führen. Wissenschaftlich bleibt Gott jedoch unbeweisbar. Viele Theologen vertreten die Ansicht, dass diese Unbeweisbarkeit Absicht ist: Nur durch die Verborgenheit einer göttlichen Macht kann der Mensch frei entscheiden, ob und wie er glaubt, statt durch Fakten dazu gezwungen zu werden.

Wer oder was ist Gott?

Obwohl es keine eindeutigen Anhaltspunkte gibt, wer oder was Gott ist, existieren vielfältige Antworten. Einige Menschen stellen sich Gott als weiblich vor, andere als männlich. Diese Interpretationen sind so individuell, dass es kein objektives Richtig oder Falsch gibt. Für manche ist Gott eine universelle Energie, das „Geheimnis des Universums“ oder eine ordnende Vernunft hinter den Naturgesetzen. In dieser Sicht ist Gott kein persönliches Wesen, sondern die Kraft oder das Gesetz, das alles Existierende zusammenhält.

Existiert Gott in Wirklichkeit?

Die Frage nach der Existenz Gottes gehört zu den grundlegendsten der Menschheit. Da Gott kein materielles Objekt ist, kann seine Existenz weder naturwissenschaftlich bewiesen noch definitiv widerlegt werden; sie bleibt ein Thema persönlicher Weltanschauung.

Gläubige sehen Hinweise in der komplexen Ordnung des Universums oder in persönlichen Erfahrungen. Menschen, die die Existenz von Göttern oder einer höheren transzendenten Macht ablehnen, werden als Atheisten bezeichnet. Wer glaubt, dass Gott zwar existieren kann, aber mit menschlichem Verstand nicht erkennbar ist, bezeichnet sich als Agnostiker.

In vielen religiösen Traditionen wird Gott als ein personales Gegenüber mit Eigenschaften wie Liebe und Willen verstanden, das Gebete hört und in das Leben eingreift. Andere sehen in Gott ein überpersönliches Prinzip oder eine universelle Energie, den „Urgrund des Seins“, der hinter den natürlichen Abläufen steht. Während monotheistische Religionen die Einheit eines einzigen Gottes betonen, sehen andere Kulturen das Göttliche in vielfältigen Erscheinungsformen. Philosophisch wird oft argumentiert, dass Unendlichkeit und Einheit am logischsten in einem einzigen, allumfassenden Wesen existieren.

Was bedeutet Gott in der heutigen Zeit?

Heute dient der Begriff „Gott“ vielen Menschen als Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens. Während die Wissenschaft erklärt, wie die Welt funktioniert, richtet sich die Frage nach Gott auf das Warum unserer Existenz. Für viele bietet der Glaube an Gott Orientierung im Leben, einen ethischen Rahmen und eine tiefere Bedeutung, die über das rein Physische hinausgeht.


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