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Wir Österreicher essen und trinken achtzig Gramm Zucker am Tag. Das macht krank und dick

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24.12.2025
3 Min.

Nach einem stressigen Tag in der Arbeit oder in der Schule belohnen wir uns mit ein paar Süßigkeiten. Die machen glücklich und schmecken lecker, doch schaden sie uns auch. Warum hören wir damit nicht einfach auf?

Eineinhalb Tafeln Schoko isst der Durchschnittsbürger. (Foto: Oleg Ivanov/unsplash)

Zucker, Zucker und noch mehr Zucker. Österreich hat ein Zucker-Problem. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollte der sogenannte freie Zucker höchstens zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen. Das entspricht bei einem Erwachsenen rund 25 bis maximal fünfzig Gramm Zucker pro Tag. Freier Zucker ist Zucker, der Lebensmitteln zugesetzt wird oder in Säften, Sirupen und Honig vorkommt, nicht aber der natürlich in ganzen Früchten, Gemüse oder Milch gebundene Zucker.

Zum Vergleich: Fünfzig Gramm Zucker stecken ungefähr in einer großen Tafel Milchschokolade (100 g). Tatsächlich liegt der Konsum deutlich darüber: In Österreich nehmen Menschen im Schnitt rund achtzig Gramm Zucker pro Tag zu sich.

Sobald wir einmal in das Gummibächrchenpäckchen gegriffen haben kommen wir nicht mehr weg und essen immer mehr. Doch warum passiert das immer wieder und wie schädlich ist Industriezucker wirklich?

Was passiert in unserem Körper?

Wenn wir Gummibärchen essen, gelangt der enthaltene Zucker sehr schnell ins Blut. Dies führt zu einen hohen glykämischen Index, das heißt: Der Blutzuckerspiegel steigt rasch an. Unser Körper schüttet daraufhin viel Insulin aus, um den Zucker in die Zellen zu bringen. Kurz fühlen wir uns wach und glücklich. Doch ganz bald fällt der Blutzucker schnell wieder ab, wir werden müde, unkonzentriert und bekommen erneut Lust auf Süßes. Anders ist es beispielweise bei Obst oder Vollkornprodukten. Dort steigt der glykämische Index, also der Blutzuckerspiegel stetig und langsam an, und nimmt langsam wieder ab. Deshalb fühlen wir uns lange satt, wenn wir solche Lebensmittel verzehren.

Folgen von hohen Zuckerkonsum

Langfristig kann ein hoher Zuckerkonsum dem Körper schaden. Er begünstigt verschieden Erkrankungen, wie Übergewicht, Karies, Fettleber, sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zusätzlich muss die Bauchspeicheldrüse große Mengen Insulin ausschütten, um den Zucker in die Zellen zu transportieren. Passiert das häufig werden die Körperzellen mit der Zeit weniger empfindlich gegenüber Insulin. Man spricht dann von einer Insulinresistenz. Bei einer Insulinresistenz „reagieren“ die Zellen nicht mehr richtig auf Insulin. Der Körper versucht das auszugleichen, indem er noch mehr Insulin produziert. Dadurch bleibt der Blutzuckerspiegel häufiger erhöht, was den Stoffwechsel dauerhaft belastet. Langfristig kann sich daraus Typ-2-Diabetes entwickeln, wenn die Bauchspeicheldrüse diese Mehrarbeit nicht mehr leisten kann.

Warum sind wir "süchtig"?

Zucker beeinflusst unser Gehirn stärker, als viele denken. Beim Essen von Süßigkeiten wird das Belohnungssystem aktiviert und Dopamin ausgeschüttet. Dieses Glücksgefühl hält zwar nur kurz an, sorgt aber dafür, dass wir immer wieder danach verlangen. Mit der Zeit gewöhnt sich das Gehirn an diese Reize, sodass wir oft mehr Zucker brauchen, um denselben Effekt zu spüren.

Zusätzlich ist Zucker gesellschaftlich akzeptiert und ständig verfügbar, in Süßigkeiten, Getränken, Fertigprodukten und sogar in herzhaften Lebensmitteln. Viele Menschen greifen aus Stress, Müdigkeit oder emotionalen Gründen zu Zucker, da er schnell Energie liefert und tröstend wirkt. Dadurch entsteht eine feste Gewohnheit, die schwer zu durchbrechen ist.

Was kann man dagegen tun?

Der wichtigste Schritt ist Bewusstsein. Wer weiß, wann und warum er zu Zucker greift, kann gezielt gegensteuern. Eine ausgewogene Ernährung mit Vollkornprodukten, Proteinen und gesunden Fetten hält den Blutzuckerspiegel stabil und reduziert Heißhunger. Es hilft außerdem, versteckten Zucker zu vermeiden, indem man Zutatenlisten liest und weniger stark verarbeitete Lebensmittel wählt. Statt Süßigkeiten können gesündere Alternativen wie Obst, Joghurt oder Nüsse genutzt werden. Auch Stressabbau spielt eine große Rolle: Bewegung, ausreichend Schlaf oder Entspannungstechniken können das Verlangen nach Zucker deutlich senken. Kleine, realistische Veränderungen sind dabei oft erfolgreicher als ein kompletter Verzicht.

Zucker in Maß und Ziel

Meiner Meinung nach ist es wichtig Zucker in Maßen zu genießen. Ja wir brauchen manchmal etwas Zucker um uns besser zu fühlen. Jedoch ist die Menge entscheidend. Problematisch wird es, wenn Zucker regelmäßig und unbewusst in großen Mengen konsumiert wird, etwa durch Süßigkeiten, Softdrinks oder stark verarbeitete Lebensmittel. Ein bewusster Umgang bedeutet, Süßes gezielt zu genießen statt aus Gewohnheit zu essen. Wer auf Abwechslung achtet, natürliche Zuckerquellen wie Obst bevorzugt und sich nicht ständig belohnt, kann Zucker in Maß und Ziel konsumieren, ohne der Gesundheit zu schaden.


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