Heute hatte ich mein erstes Date. Schon auf dem Weg dorthin war ich nervös und wartete ungeduldig auf den Bus. Als er endlich ankam, stieg ich ein und setzte mich auf einen der letzten freien Plätze. Der Bus war an diesem Tag ungewöhnlich voll.
Mit mir stieg auch ein Mädchen ein, das ungefähr in meinem Alter war. Sie stellte sich gegenüber von mir hin. An der nächsten Haltestelle stieg ein älterer Mann ein. Sofort hatte ich ein seltsames Gefühl, schenkte dem aber zunächst keine große Beachtung.
Kurz darauf begann der Mann, das Mädchen anzusprechen. Zuerst dachte ich, er suche einfach ein Gespräch, weil er vielleicht einsam war. Doch seine Fragen waren ungewöhnlich persönlich. Er fragte sie nach ihrem Namen, ihrem Alter und wo sie arbeitete. Während ich sie beobachtete, bemerkte ich, wie unwohl sie sich fühlte. Man konnte die Unsicherheit in ihren Augen sehen.
Der ganze Bus schien zu bemerken, dass sie Angst hatte, doch niemand sagte etwas. Der Mann kam ihr immer näher. In diesem Moment wusste ich, dass ich etwas tun musste.
Laut fragte ich: „Möchtest du dich neben mich setzen?“
Noch bevor das Mädchen antworten konnte, sagte der Mann: „Nein, das möchte sie nicht.“
Daraufhin erwiderte ich: „Sehen Sie nicht, dass sie sich unwohl fühlt? Sie könnten ihr Großvater sein.“
Dann fragte ich das Mädchen erneut. Diesmal antwortete sie leise: „Ja, bitte.“
Sie setzte sich neben mich und flüsterte: „Danke.“
Der Mann murmelte verärgert etwas vor sich hin, hielt aber Abstand. Ich beobachtete ihn die restliche Fahrt über.
Als wir an der Endstation ankamen und ausstiegen, umarmte mich das Mädchen plötzlich und bedankte sich von Herzen. Sie erzählte mir, dass sie große Angst gehabt hatte, weil der Mann ihr immer näher gekommen war. Vor Schreck sei sie wie gelähmt gewesen.
Kurz darauf sprach mich ein anderer Fahrgast an. „Du bist ein guter Mensch. Bleib so, wie du bist“, sagte er.
Ich bedankte mich, antwortete aber: „Danke, aber Sie sind größer und stärker als ich. Trotzdem haben Sie nicht geholfen. Ich hoffe, dass Sie in Zukunft auch anderen Menschen helfen, anstatt wegzuschauen.“
Der Mann sagte nichts mehr, und ich ging weiter.
Ich habe das Mädchen nie wiedergesehen. Trotzdem hoffe ich, dass es ihr gut geht. Diese Busfahrt hat mir gezeigt, dass manchmal schon eine kleine Handlung ausreicht, um einem anderen Menschen zu helfen.
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