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Der Wirtschaftstrend „Fast Fashion“ hinterfragt

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26.04.2026
3 Min.

Alle paar Wochen geht ein neues Kleidungsstück in den sozialen Medien viral. Jeder möchte dieses eine Oberteil sofort haben und dann noch die dazu passende Hose, Jacke und so weiter. Wenig später ist der Ansturm dann schon wieder vorbei und andere Klamotten sind angesagt. Aus diesem Grund bringen die meisten Modekonzerne bis zu 24 Kollektionen pro Jahr heraus. Diese sogenannte „Fast Fashion“ ist ein anhaltender Trend der Modeindustrie mit enormem Einfluss auf die Weltwirtschaft.

Laut Studien wird bei der Herstellung pro Kilo Gewand auch ein Kilo Chemikalien verwendet. (Foto: Francois Le Nguyen (Unsplash))

Fast Fashion hebt sich durch extrem schnelle Produktion, günstige Preise und kurzlebige Trends hervor. Täglich kommen Milliarden von Paketen dieser Billigware nach Europa. Besonders durch Online-Marketing und Social Media wird „Schnelle Mode“ für verschiedenste Altersgruppen beworben. Aus diesem Grund ist der Markt auf diesem Gebiet auch so riesig: Der globale Fast-Fashion-Umsatz liegt mittlerweile bei etwa 150 Milliarden US-Dollar pro Jahr und wächst stetig weiter. Große Unternehmen wie Zara oder H&M sowie Online-Plattformen wie Shein erzielen jährlich Umsätze von mehreren Milliarden weltweit.

Diese Firmen profitieren also ganz klar davon, genauso wie auch die Käufer. Was ist also der Haken an der Geschichte? Neben der Tatsache, dass von den großen Mengen an produzierter Ware der Großteil wieder weggeworfen wird, sind auch die gegebenen Arbeitsbedingungen sowie die verwendeten Chemikalien sehr kritisch.

Das „Wegwerf-Produkt“ Fast Fashion

In der EU werden im Schnitt 19 Kilo Kleidung pro Person in einem Jahr gekauft und etwa 12 Kilo, fast zwei Drittel, werden wieder weggeschmissen. Das liegt an der schlechten Qualität der billigen Produkte. Um bei der Herstellung so viel wie möglich an Kosten und Zeit zu sparen, werden günstige, dünnere Stoffe, die dadurch auch weniger belastungsfähig sind, verwendet. Des Weiteren wird durch den Zeitdruck in den Fabriken häufig mit unsauberen Nähten, schiefen Schnitten oder fehlender Verstärkung der Nahtenden gearbeitet. Jedoch ist Fast-Fashion-Kleidung auch gar nicht dafür gedacht, so lange getragen zu werden, sondern ist als „Wegwerf-Ware“ konzipiert.

Fast Fashion wird zumeist in Ländern wie Bangladesch, Pakistan, China oder in der Türkei, in denen im Vergleich niedrigere Löhne gezahlt werden, produziert. Die Arbeitsbedingungen in den Fabriken werden von vielen Seiten stark bemängelt, da die Angestellten langen Arbeitszeiten, Chemikalienbelastung und unsicheren Umgebungen ausgesetzt sind, ohne gerecht bezahlt zu werden. Viele Gebäude sind nämlich nicht für schwere Industriemaschinen ausgelegt, wodurch die Fabriken unter Brandgefahr und Einsturzrisiko stehen.

Die Chemie in der Kleidung

Die Chemikalien, die beim Färben und Behandeln der Stoffe verwendet werden, stellen noch dazu ein Gesundheitsrisiko für die unzureichend geschützten Angestellten dar. Aber auch für die Käufer und Träger der Ware bestehen bestimmte Risiken. In Tests wurden als „gefährlich“ eingestufte Chemikalien in den genannten Produkten gefunden, deren Werte teilweise sogar über den EU-Grenzwerten lagen. Ewigkeitschemikalien, Weichmacher, Blei, Färbungsmittel und mehr beeinflussen unseren Hormonhaushalt, irritieren die Haut, führen zum Entwickeln von Allergien und Unverträglichkeiten oder sind sogar langfristig giftig.

Außerdem kommt es bei der Produktion zu hohem Wasserverbrauch sowie höherem CO2-Emissionenausstoß beim Transport. Das Mikroplastik in den verwendeten chemischen Materialien verschmutzt die Gewässer und gelangt auf diese Weise in den Magen von Tier und Mensch. Auch beim Tragen der Ware werden Mikroplastikpartikel eingeatmet, was unser Immunsystem schwächt, Entzündungen fördert und Zellen schädigt.

Kaufen mit Bedacht

Nach all den oben genannten Nachteilen und Risikofaktoren von Fast Fashion frage ich mich, weshalb sie dann trotzdem so beliebt und verbreitet ist. Wieso kauft man ein Produkt, von dem man weiß, dass es bald kaputt geht und nicht nur der Umwelt schadet, sondern auch mir? Versteht mich nicht falsch, ich habe sehr wohl auch schon oft diese billige Kleidung gekauft und getragen. Mittlerweile kaufe ich Kleidung jedoch mit Bedacht und achte auf die Qualität.


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