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Der Wasserstand der Donau sinkt: Welche Gefahren könnte das für uns haben?

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TOP 25 Autorin
Volontärin · Deutsche Schule Sofia
09.08.2026
3 Min.

MEIN SOFIA: In dieser Kolumne berichtet unsere Volontärin Kristin Atanassova wöchentlich aus ihrem Heimatland Bulgarien und dessen Hauptstadt Sofia. Kristin ist 17 Jahre alt und besucht die 10. Klasse der Deutschen Schule Sofia.

Weniger Wasser, weniger Leben. So lautet die bittere Wahrheit. (Foto: Kristin)

39 Grad und es wird immer heißer. Der Wasserspiegel der Donau sinkt jeden Tag um noch mehr. Zurzeit befindet sich das Wasser im bulgarischen Abschnitt des Flusses fast 110 Zentimeter unterhalb des sogenannten "Nullniveaus", welches den normalen Wasserspiegel kennzeichnet.

Wenn ihr so etwas hört, denkt ihr euch vermutlich, dass es normal ist, dass im Sommer der Wasserspiegel der Donau sinkt, da es ja schließlich deutlich wärmer wird. Das habe ich mir zu Beginn auch gedacht. Allerdings sind immer höher werdende Rekordtemperaturen mittlerweile nichts Normales und das Austrocknen eines riesigen Flusses, welcher durch zehn Länder fließt schon gar nicht.

Welche Gefahren stecken dahinter?

In Sofia beeinflusst der sinkende Wasserpegel kaum das Leben. Schließlich befindet sich die Hauptstadt im westlichen Teil unseres Landes, und die Donau fließt an der Grenze zu Rumänien entlang, ganz im Norden. Das heißt jedoch lange nicht, dass die unerwartete Situation nicht alle in meiner Heimat betrifft.

Weniger Wasser = veränderte Artenvielfalt?

Das ist sicherlich nicht das Erste, woran du denkst, wenn du hörst, dass die Donau austrocknet. Es ist verständlich, allerdings sorgt das Viele, da folgendes Problem auftreten könnte: Viele Fischarten, die in dem Fluss zu finden sind, nutzen üblicherweie die flacheren Flussabschnitte als Laichgebiete. Diese werden aber immer weniger, da sie langsam vertrocknen. Nun kommt die Frage, ob das die Population bestimmter Fischarten verringern könnte.

Stark verminderter Lasttransport

Da das niedrige Niveau des Wassers für große Handelsschiffe gefährlich sein kann, sind für bestimmte Gebiete Verbote für die Schifffahrt seit einigen Tagen in Kraft. Somit wird versucht, das Feststecken von Schiffen zu verhindern. Das wiederum verlangsamt oder macht den Transport jeglicher Waren, die auf diese Art und Weise geliefert werden, kaum möglich.

Mögliche Herausforderungen für das Atomkraftwerk "Kozloduy"

Das AKW Kozloduy liegt direkt an der Donau und ist für seine Kühlung auf Wasser angewiesen. Sinkt der Pegel sehr stark, muss die Situation deshalb genau überwacht werden. Aktuell gibt es keinen Grund zur Sorge, da das Kraftwerk problemlos weiterläuft, aber ein lang anhaltender niedriger Wasserstand könnte den Betrieb vor zusätzliche Herausforderungen stellen.

Im Gegensatz dazu sieht die Situation im nördlichen Nachbarland Bulgariens, Rumänien, weniger optimistisch aus, was die Atomkraft angeht. Dort musste vor einigen Tagen einer der beiden Reaktoren abgeschaltet werden wegen des niedrigen Wasserstandes des Flusses, da auch dieses AKW Wasser aus der Donau zur Abkühlung verwendet. Daher hoffen wir in Bulgarien, dass es dazu nicht kommt.

Unerwartete Fundstücke

Der niedrige Wasserpegel der Donau kann nicht nur potenzielle Herausforderungen mit sich bringen, sondern auch unerhoffte Entdeckungen. Dazu kam es nämlich vor nur wenigen Tagen: In der Nähe der Stadt Russe (im nordöstlichen Teil unseres Landes) wurden Überreste gefunden, von denen vermutet wird, dass sie von einem Mammut stammen. Es handelt sich um einen Unterkiefer, zwei Stoßzähne und eine Rippe. Nur kurz danach wurde zufällig auch ein Pferdekiefer entdeckt, dessen Alter auf etwa 3000 Jahre geschätzt wird. Eine richtige Freude für uns alle inmitten dieser ungewöhnlichen Situation!





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