Die Stimmung im Stadion kippt in Sekunden. Der Ball landet im Netz, die Tribünen explodieren vor Jubel, zumindest kurz. Dann bleibt alles stehen. Der Schiedsrichter zeigt an, dass der VAR überprüft wird, die Spieler warten, die Fans schreien, diskutieren, hoffen. Minuten später folgt die Entscheidung: kein Tor. Statt Erleichterung breitet sich Wut und Unverständnis aus, besonders bei den Fans von Barcelona.
Ein aktueller Skandalfall war das „Copa del Rey“-Halbfinale 2026 zwischen dem FC Barcelona und Atlético Madrid. In einer engen Partie und der letzten Chance für Barcelona auf ein Comeback wurde ein mögliches Ausgleichstor nach VAR-Überprüfung aberkannt. Diese Entscheidung sorgte für große Empörung unter den Fans von Barcelona. Das „Comité Técnico de Árbitros“ (CTA) erklärte später, dass der VAR aufgrund einer zu hohen Spielerdichte im Strafraum überlastet gewesen sei und deshalb nicht korrekt habe arbeiten können.
Debatte nach Skandal
Die aktuelle Debatte über den „VAR“ (Video Assistant Referee) zeigt, dass dieses von Schiedsrichtern genutzte Hilfsmittel nicht nur Vorteile bringt, sondern auch zu Problemen führen kann. In strittigen Situationen kann der VAR mithilfe verschiedener Kameraperspektiven eingreifen und Entscheidungen unterstützen.
Da der Schiedsrichter jedoch die letzte Entscheidung trifft, muss er sich in manchen Fällen die Aufnahmen des VAR ansehen. Genau diese finale Entscheidung führt immer wieder zu Konflikten und Unsicherheiten bei den Fans. Auch wenn der VAR häufig nur kleinere Diskussionen auslöst, gibt es auch größere Kontroversen, wie etwa beim „Copa del Rey“-Halbfinale 2026.
Mit wem arbeitet der VAR?
Der VAR arbeitet mit einem Team aus Video-Assistenten, dem sogenannten AVAR-Team (Assistant Video Assistant Referee). Dieses besteht aus mehreren Personen (AVAR 1–4). AVAR 1 überwacht die Kamerabilder und meldet offensichtliche Regelverstöße, während AVAR 2 den VAR insbesondere bei Abseitsentscheidungen unterstützt. AVAR 3 analysiert die Aufnahmen zusätzlich und stärkt die Kommunikation im Team. AVAR 4 wird nur selten aktiv eingesetzt, etwa bei besonders wichtigen Spielen oder speziellen Situationen.
Wann tritt der VAR in Kraft?
Der VAR wird in klar definierten Situationen eingesetzt: bei Toren, Abseitsentscheidungen, Fouls, Strafraumsituationen, Handspielen oder wenn der Schiedsrichter eine mögliche Fehlentscheidung bei einer Karte trifft. Besonders bei Abseitsentscheidungen geht es oft um Millimeterarbeit, weshalb AVAR 2 hier besonders genau arbeiten muss. Besteht weiterhin Unsicherheit, wird AVAR 3 hinzugezogen, der mit zusätzlichen technischen Hilfsmitteln arbeitet.
Ein zentrales Werkzeug ist dabei die kalibrierte Abseitslinie: Ein Computersystem legt diese Linie ins Videobild, wobei Faktoren wie Feldkrümmung, Kameraperspektive und Linsenverzerrung berücksichtigt werden. Dadurch sollen Abseitsentscheidungen möglichst präzise getroffen werden.
Beispiel aus der Bundesliga
Im Spiel zwischen Mainz und Freiburg im April 2018 zeigte sich, wie wichtig der VAR sein kann. Der Mainzer Spieler Daniel Brosinski kam kurz vor der Halbzeit zu einer Torchance, doch der Ball prallte an die Hand von Marc-Oliver Kempf ab. Der Schiedsrichter pfiff zunächst zur Halbzeit. Kurz darauf meldete sich jedoch der VAR und wies auf das Handspiel hin. Nach Überprüfung der Szene entschied der Schiedsrichter auf Strafstoß für Mainz, der anschließend verwandelt wurde. Dieses Beispiel zeigt, wie der VAR zu einer korrekteren Entscheidung beitragen kann.
Der Ersteinsatz des VARs
Der erste große offizielle Einsatz des VARs fand am 2. September 2016 im Pokalspiel zwischen Ajax Amsterdam und Willem II statt. Dabei kam es direkt zu einer entscheidenden Situation: Ein Spieler von Willem II entging zunächst einer roten Karte, bevor der VAR eingriff und der Schiedsrichter die Entscheidung korrigierte.
Kommentare
sehr interessant. 👍