Panorama International Fakten

Der Trabi hat Geburtstag - eine kurze Geschichte des Kultautos

Profile Image
4 Kommentare
09.11.2025
3 Min.

Der Trabant feiert Geburtstag. Vor 68 Jahren, im November 1957, rollte der erste Trabi in Zwickau vom Band. Hute ist er ein Symbol für die Automobilindustrie der DDR und schlicht und einfach kultig. Aber was hat dieser süße kleine Kerl denn eigentlich im Schatten glamouröser Westautos zu sagen? Was unterscheidet ihn von seinen ohne Zweifel ebenfalls charmanten Zeitgenossen? Und was ist seine Geschichte?

Der Trabant: Bis vor dreißig Jahren ein Traum vieler Ostdeutscher, heute ein Kultobjekt. (Foto: bernswaelz auf Pixabay)

Der Trabant ist ein Kleinwagen, was kein sehr großes Geheimnis ist, ob seiner doch recht kompakten Form. Er wurde von 1957 bis 1991 produziert, in verschiedenen Modellen und Ausführungen. Zu dieser Zeit (also 1957) schickte gerade die Sowjetunion den Satelliten Sputnik ins All, was eine willkommene Inspiration für den Namen des neuen Autos war. Sputnik bedeutet nämlich auf Russisch „Weggefährte“ oder „Begleiter“, was Trabant eben auch heißt. Umgangssprachlich wurde dieser Name schnell zum „Trabi“ („Trabbi“, mit kurzem a, ausgesprochen). Mit dieser Ähnlichkeit wollte die DDR wohl zum Ausdruck bringen, dass ihre Automobilindustrie ebenso der westlichen überlegen sei, wie die sowjetische Raumtechnologie der amerikanischen.

Karosserie aus Kunststoff

Eine Besonderheit des Trabant ist seine Duroplast-Karosserie, denn Blech war aus systemischen Gründen nicht sehr leicht zu beschaffen. Der Kunststoff wurde aus Baumwollgewebe und Phenolharz hergestellt und war leicht und robust. Allerdings war die Herstellung des Kunststoffes zeitaufwendig, weshalb die Produktion auch nie ihre vollen Ausmaße erreichen konnte. Das Gerücht, dass die gesamte Karosserie des Trabi aus aus Duroplast besteht, ist jedoch falsch, denn das ihr Innenleben besteht klarerweise aus Stahlblech. Die Duroplast-Verkleidung macht daher auch Schwierigkeiten, Rostschäden am Stahlgerippe zu sehen, was zu Nachteilen für Trabi-Fahrer/innen führt.

Anfangs entsprach der Wagen ohne Frage den technischen Standards und Anforderungen der Zeit, doch er galt bald, ab den 1960er Jahren, nicht mehr als aktuell.

Denn der Trabant besaß einen Zweizylinder-Zweitaktmotor, welcher nicht nur relativ temperamentvoll und laut war, sondern auch eine ungemeine Umweltbelastung. Er sollte mit einem Wankelmotor ausgetauscht werden, jedoch ging dies nie wirklich auf. Erst 1990 erhielt der Trabi mit dem Model 1.1 einen Viertaktmotor, also erst nach der Wende, wo es keine große Nachfrage für den kleinen Racker mehr gab.

Der Trabant als Symbolträger und Kultauto

Doch nicht alles war schlecht in der Geschichte unseres kleinen Plastebombers. Wie bereits in der Einführung erwähnt, ist das Gefährt heutzutage kultig. Er steht nämlich nicht nur für die Mangelwirtschaft der DDR oder einen geplatzten Traum von Mobilität, sondern auch für die Kultur, das Alltagsleben und die Identität einer ganzen Nation. Die Pappe hinterließ einen bleibenden Abdruck, sogar in den Medien.

Nicht nur Sänger/innen wie Sonja Schmidt („Ein himmelblauer Trabant“), die jungen Klosterthaler („Trabi-Lied“) oder die norwegische Band Hold i Nakken („Trabi“) haben sich kreativ mit dem Auto befasst, sondern es gibt auch ganze Filme, welche sich um den Wagen drehen. Der bekannteste von ihnen ist wahrscheinlich der Nachwendefilm „Go Trabi Go“, der die Familie Struutz und ihren pastellblauen Trabant 601 „Schorsch“ auf einer Reise nach Neapel begleitet.

Bis heute ist der Trabi nicht unbeliebt: mehr als 40.000 Exemplare waren 2023 noch in Deutschland zugelassen. Für einen der zierlichen Wagen zahlt man im Internet durchschnittlich 7.300 Euro, für besondere Varianten teilweise sogar bis zu 25.000 Euro. Die Preise steigen tendenziell eher, also, wenn man darüber nachdenkt, sich einen anzuschaffen, dann wäre es sinnvoll, es zeitig zu tun.

Alles Gute zum Geburtstag, Trabant, wenn auch verspätet, wir hoffen, du fährst noch lange die Straßen der Welt entlang!


Dir gefällt der Artikel?

campus a college-Preis für Schüler*innenjournalismus Melde dich an um abzustimmen.

Kommentare