Fast jedes Kind kannte früher den Struwwelpeter. Ein buntes Bilderbuch mit lustigen Reimen, doch viele Geschichten darin sind ziemlich brutal: Der Daumenlutscher verliert seine Daumen, weil er nicht mit dem Daumenlutschen aufhört. Paulinchen verbrennt, da sie mit Streichhölzern spielt. Der Suppenkasper verhungert, weil er seine Suppe nicht isst. Die Strafen sind hart und manchmal endet es sogar mit dem Tod.
Das Buch hatte aber einen ganz klaren Zweck: Es sollte Kindern beibringen, artig zu sein. Wer sich nicht benimmt, wird bestraft, das war die Botschaft. Schon kleinen Kindern wurde so durch Angst gezeigt, was passiert, wenn sie ungehorsam sind. Meine Familie hat mir das Buch auch vorgelesen und dennoch dachte ich nie, "die armen Kinder."
Unsere Gesellschaft setzt neue Maßstäbe
Heute sehen das viele anders. Die Gesellschaft versucht, Kindern durch Gespräche, Vorbilder und Erklärungen beizubringen, was richtig und falsch ist, ohne Angst und Gewalt.
Trotzdem gehört der Struwwelpeter zur Kindheit vieler Generationen, und wir sollten ihn nicht vergessen, da er viele Wahrheiten einhält. So bleibt der Struwwelpeter ein bekanntes Buch und ein Teil unserer Kulturgeschichte. Und er zeigt, wie sich Erziehung, Werte und Kinderliteratur im Lauf der Zeit verändert haben.
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