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Der perfekte Urlaub? Nur nicht ständig am selben Ort sein

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29.09.2026
5 Min.

Was ist für mich eigentlich der perfekte Urlaub? Ein Städtetrip mit ungeplanten Entdeckungen, ein ruhiger Campingurlaub oder doch eine Mischung aus beidem? Barcelona, ein Campingurlaub und Gespräche mit Freunden haben mir gezeigt, dass ich vor allem eines brauche: neue Orte, Abwechslung und trotzdem genug Zeit, um zwischendurch einfach nichts tun zu müssen.

Neue Orte entdecken und besondere Momente erleben – genau das macht Reisen für mich so spannend (Foto: Otto)

„Warte mal kurz.“ Ich bleibe stehen und blicke in die schmale Gasse vor mir. Eigentlich wollten wir gerade weitergehen. Wir sind in Barcelona unterwegs und haben kein bestimmtes Ziel vor Augen. Vor uns liegt eine Straße, die wir noch nie gesehen haben. Sie sieht unscheinbar aus, aber genau das macht mich neugierig.

Ich überlege kurz: Welches Geheimnis könnte sie bergen? Wir könnten einfach weitergehen und unserem ursprünglichen Weg folgen. Oder wir biegen ab und schauen nach, wohin die Gasse führt.

„Lass uns schauen, was da hinten ist.“ Also gehen wir hinein. Nach ein paar Metern öffnet sich die enge Gasse plötzlich zu einem kleinen Platz. Dort stehen ein paar Tische vor einem Café, Menschen sitzen in der Sonne und unterhalten sich. Wir wären wahrscheinlich nie hier gelandet, wenn wir einfach unserem ursprünglichen Weg gefolgt wären. Genau solche Momente machen für mich einen gelungenen Urlaub aus.

Barcelona erleben war unglaublich

Wir waren eine Woche in Barcelona. Natürlich haben wir uns vorher überlegt, was wir sehen wollen. Die Sagrada Família stand auf unserer Liste, genauso wie einige bekannte Plätze und der Strand. Trotzdem waren es oft die ungeplanten Momente, an die ich mich später am besten erinnere.

Wir sind durch Viertel gelaufen, in denen wir vorher noch nie waren. Manchmal wussten wir nicht einmal genau, wo wir waren. Wir haben kleine Geschäfte entdeckt, sind spontan in Cafés gegangen und haben immer wieder angehalten, wenn uns etwas aufgefallen ist.

Ich mag dieses Gefühl, noch nicht zu wissen, was als Nächstes kommt.

Wenn ich in einer neuen Stadt unterwegs bin, habe ich das Gefühl, dass hinter jeder Ecke etwas Neues warten könnte. Ein Gebäude, das ich noch nie gesehen habe. Ein kleiner Laden. Ein Platz voller Menschen. Oder einfach eine Straße, die so aussieht, als würde sie unbedingt erkundet werden wollen.

Da habe ich gemerkt, welcher Urlaubstyp ich bin: Ich bin eindeutig ein Städtetrip-Typ.

Für mich bedeutet Urlaub deshalb nicht nur Erholung. Ich möchte etwas erleben, neue Orte sehen und am Ende das Gefühl haben, eine Stadt ein kleines bisschen kennengelernt zu haben.


Sagrada Familia von innen

Otto Radlinger

Pausen sind mir wichtig

Das bedeutet aber nicht, dass ich sieben Tage lang von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten laufen möchte. Nach einem langen Tag in Barcelona war ich irgendwann froh, einfach am Strand zu sitzen. Keine Karte in der Hand, kein nächster Programmpunkt und kein Blick darauf, wie weit wir noch laufen müssen.

Wir haben uns hingesetzt, etwas getrunken und eine Weile einfach nur aufs Meer geschaut. Auch solche Momente gehören für mich zum Urlaub. Ich möchte viel erleben, aber ich möchte die Erlebnisse auch genießen können. Wenn jeder Tag komplett durchgeplant ist, fühlt sich ein Urlaub irgendwann fast wie ein zusätzlicher Stundenplan an.

Deshalb würde ich heute anders planen als bei meinem ersten Urlaub. Ich würde mir zwar vorher anschauen, was ich unbedingt sehen möchte. Aber ich würde bewusst Lücken lassen.

Vielleicht ist genau diese Mischung mein perfekter Urlaub: tagsüber neue Orte entdecken und zwischendurch einfach Zeit haben.

Camping hat mir etwas anderes gezeigt

Ganz anders war mein Campingurlaub. Dort war vieles ruhiger. Wir hatten mehr Zeit, waren viel draußen und mussten nicht ständig irgendwohin. Morgens aufzustehen und sofort in der Natur zu sein, hatte etwas Besonderes.

Ich fand es schön, einfach draußen zu sitzen und den Tag langsam beginnen zu lassen. Es gab keinen festen Plan und keinen Druck, möglichst viel zu sehen.

Nach ein paar Tagen habe ich allerdings gemerkt, was mir fehlt: Ich möchte irgendwann wieder losziehen.

Ich wollte neue Orte sehen, durch Straßen laufen und etwas erleben. Genau deshalb würde ich einen Campingurlaub zwar wieder machen, aber wahrscheinlich nicht als einzige Art von Urlaub.

Der Unterschied hat mir geholfen, mich selbst besser einzuschätzen. Ruhe gefällt mir. Aber auf Dauer brauche ich Abwechslung.

Campingsplatz Podersdorf

CampingplatzOtto Radlinger


Anna würde anders planen

Auch mit Anna, einer Klassenkameradin, habe ich darüber gesprochen, wie unser perfekter Urlaub aussehen würde. Für sie gehört Entspannung viel stärker dazu. Sie könnte sich vorstellen, mehrere Tage am gleichen Ort zu verbringen, auszuschlafen und einfach nichts machen zu müssen.

Ich verstehe das. Nach einem anstrengenden Schuljahr kann es richtig gut tun, keine Termine zu haben. Bei mir würde allerdings irgendwann die Neugier gewinnen.

Ich würde wahrscheinlich morgens beim Frühstück sitzen und schon überlegen, was es in der Umgebung zu entdecken gibt. Vielleicht gibt es ein Viertel, in dem wir noch nicht waren. Vielleicht einen Markt oder ein Museum. Und wenn wir schon einmal dort sind, möchte ich es mir auch anschauen.

Anna und ich könnten deshalb wahrscheinlich gut gemeinsam Urlaub machen, solange wir uns abwechseln. Einen Tag unterwegs, einen Tag entspannter. So hätten wir beide etwas davon.

Und Lukas?

Lukas, ein Kumpel, ist beim Urlaub eher auf meiner Seite. Er findet es langweilig, jeden Tag am selben Ort zu verbringen. Für ihn gehört es dazu, möglichst viel von einem neuen Land zu sehen.

Wir haben darüber gesprochen, dass wir uns beide gut vorstellen könnten, irgendwann mit Freunden einen Roadtrip zu machen. Morgens wissen, wo wir ungefähr hinwollen, aber nicht jeden einzelnen Stopp vorher festlegen.

Das wäre wahrscheinlich ziemlich nah an meinem perfekten Urlaub. Ich möchte einen Plan haben, aber keinen, der jede Minute vorgibt.


Mein Urlaub soll Überraschungen haben

Mittlerweile glaube ich deshalb, dass ich meinen Urlaub gar nicht komplett planen möchte.

Natürlich würde ich vorher die Unterkunft buchen und schauen, wie ich hinkomme. Ein paar Dinge, die ich unbedingt sehen möchte, würde ich ebenfalls markieren.

Aber dazwischen möchte ich Platz lassen.

Denn einer meiner liebsten Momente in Barcelona war genau der, den wir nicht geplant hatten. Wir sind einfach in eine kleine Straße abgebogen und wussten nicht, wo sie hinführt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum ich Städtetrips so mag. Eine Stadt gibt mir die Möglichkeit, jeden Tag selbst zu entscheiden, was ich entdecken möchte.

Ich kann morgens ein Museum besuchen, mittags in einem kleinen Restaurant sitzen und nachmittags einfach ohne Ziel durch die Straßen laufen. Wenn ich genug habe, kann ich mich irgendwo hinsetzen. Wenn ich noch Energie habe, gehe ich weiter.

Mein perfekter Urlaub

Wenn ich meinen nächsten Urlaub planen könnte, würde ich deshalb wahrscheinlich wieder eine Stadt wählen, in der ich noch nie war.

Vielleicht Lissabon, Rom oder eine Stadt, die ich heute noch gar nicht auf dem Schirm habe. Ich würde mit Freunden fahren, weil ich es schön finde, Erlebnisse mit anderen zu teilen. Gleichzeitig würde ich nicht jeden Tag durchplanen.

Ein paar feste Punkte wären dabei. Der Rest bleibt offen.

Denn inzwischen weiß ich ziemlich genau, was ich im Urlaub suche: Ich möchte morgens aufstehen und neugierig darauf sein, was der Tag bringt.

Und vielleicht gehört genau das für mich zum perfekten Urlaub. Nicht zu wissen, was hinter der nächsten Ecke wartet und trotzdem loszugehen.








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