Der Ort ist nicht das Wichtigste

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Volontärin · BRG Kufstein
30.09.2026
5 Min.

Warum mein Lieblingsurlaub eigentlich gar kein bestimmter Ort sein kann

Egal wo man ist, nur mit den richtigen Leuten um sich herum kann ein Urlaub auch ein Traumurlaub werden. (Foto: Liv Biasi-Bosin)



„Wollen wir nicht noch kurz zum Supermarkt?“, fragt Hanna. Natürlich sind wir dabei. Wir sind auf dem Heimweg, irgendwo in Málaga, und können vor lauter Lachen kaum noch geradeaus gehen. Was genau gerade so lustig ist, weiß wahrscheinlich schon fünf Minuten später niemand mehr. Wir drei jedenfalls können uns kaum beruhigen.

Es sind genau solche Abende, an die ich mich später erinnern möchte. Nicht unbedingt an den schönsten Strand oder das beste Hotel, sondern an drei Menschen, die neben mir stehen und mit mir über irgendeinen völligen Blödsinn lachen.

Wie aus Zufall Freundschaft wurde

Hanna, Mathilda und ich haben uns nicht einmal mit dem Gedanken kennengelernt, irgendwann gemeinsam nach Spanien zu fliegen. Wir trafen uns ganz zufällig bei einem Reitcamp. Damals waren wir noch nicht richtig befreundet. Ein Jahr später kamen wir in der Schule in dieselbe Klasse und plötzlich passte es einfach.

Aus einer größeren Gruppe haben wir uns irgendwann immer mehr herausgelöst. Wir haben zu dritt mehr gemacht, mehr geredet und immer mehr Zeit miteinander verbracht. Irgendwann war es ganz selbstverständlich, dass wir drei zusammengehören.

Was unsere Freundschaft für mich besonders macht, ist eigentlich ziemlich schwer zu erklären. Wir brauchen nicht ständig einen Plan. Wir können gemeinsam unterwegs sein, stundenlang reden oder einfach gar nichts machen und trotzdem eine gute Zeit haben. Bei Hanna und Mathilda geht meine soziale Batterie irgendwie nie aus.

Und genau deshalb war für mich auch sofort klar, wen ich fragen würde, als meine Mama vorgeschlagen hat, mit Freunden eine Sprachreise nach Spanien zu machen.


Drei Jahre, drei Freundinnen, Spanien

Deshalb tue ich mir schwer mit der Frage nach meinem Lieblingsurlaub. Jeder Urlaub fühlt sich für mich anders an, aber gleichzeitig haben sie etwas gemeinsam: Die Menschen, mit denen ich unterwegs bin, machen ihn besonders. Ich bin jedes Mal dankbar, überhaupt wegfahren zu können, neue Orte zu sehen und diese Zeit mit meiner Familie oder meinen engsten Freundinnen zu verbringen.

Wenn ich mich trotzdem für einen Urlaub entscheiden müsste, der mir aus den letzten Jahren besonders im Kopf geblieben ist, wäre es dieser Sommer in Málaga.

Hanna, Mathilda und ich fliegen seit drei Jahren gemeinsam nach Spanien. Wir lernen in der Schule Spanisch und verbinden die Reise jedes Mal mit einer Sprachschule. Vormittags haben wir Unterricht, danach beginnt unser eigentlicher Urlaub. Dieses Jahr war es Málaga – und irgendwie hat dort einfach alles zusammengepasst.

Nach der Schule beginnt der Urlaub

Unsere Sprachschule war klein und entspannt. Die Lehrer waren supernett, und auch mit den anderen Mitlernenden haben wir uns sofort verstanden. Es sind immer ganz verschiedene Leute mitdabei, natürliche immer manche, die ein bisschen komisch sind, ander aber wiederrum sind super nett. Nach dem Unterricht ging es meistens Richtung Meer. Nur etwa 20 Minuten mussten wir gehen, bis wir am Strand waren. Doch diese 20 Minuten fühlten sich für uns häufig wie eine Ewigkeit an. „Wie wir uns in Malaga noch alle über den langen Weg zum Strand beschwert haben“, sagen wir jetzt sehr häufig, wenn wir im kalten Österreich in der Schule sitzen.
Am Strand haben wir uns immer gebräunt und haben irgendwann sogar mit völlig fremden Leuten Volleyball gespielt.

Eigentlich waren es genau diese kleinen, ungeplanten Dinge, die die Woche so besonders gemacht haben. Kein großer Ausflug, kein perfekt durchgeplanter Tag. Einfach losgehen, am Strand landen und schauen, was passiert.

Ein Ritual für zehn Euro

Abends hatten wir fast schon ein eigenes Ritual: Frozen Yogurt. In einem Laden konnten wir unsere Becher selbst zusammenstellen und jedes Topping nehmen, das wir wollten. Fast jeden Abend haben wir dafür ungefähr zehn Euro ausgegeben.

Eigentlich völlig unnötig – aber genau deshalb gehört es für mich zu Málaga. Irgendwann war es einfach klar: Wir gehen noch Frozen Yogurt holen.

Spanien bei Nacht

Noch mehr als der Frozen Yogurt ist mir aber die Stimmung in der Stadt geblieben. Wir waren gerade während der Fußball-Weltmeisterschaft dort und Spanien spielte. Jeden Abend war irgendwo etwas los. Autos fuhren hupend durch die Straßen, Menschen jubelten und überall wurde über die Spiele gesprochen.

Einmal saßen wir gemeinsam auf einem Platz und schauten das Spanien-Spiel. Es war laut, voll und irgendwie chaotisch. Genau diese Atmosphäre hätte man nicht planen können. Wir waren einfach mittendrin.

Ein Heimweg, der viel zu lange dauerte

Und dann gab es diesen einen Abend, an den wir drei wahrscheinlich noch lange denken werden. Wir hatten uns spontan Süßigkeiten für den Abend geholt und waren schon ziemlich spät unterwegs. Wir hatten schon zum Teil unseren Pyjama an, aber niemand konnte uns aufhalten, wenn wir schon allein in Spanien waren. Irgendwann begannen wir dann, uns gegenseitig mit Wasser zu bespritzen. Aus unserem ungefähr zwei Minuten langen Heimweg wurden plötzlich zehn Minuten. Wir mussten ständig stehen bleiben, weil wir so lachen mussten.

Irgendwann spielten wir noch ein Spiel, bei dem wir Wasser im Mund behalten mussten und uns gegenseitig auf die Handrücken schlugen, ohne lachen oder schreien zu dürfen. Natürlich hat niemand von uns lange durchgehalten.

„Einer der lustigsten Momente im Sommer“, hat Mathilda damals in Málaga gesagt.

Mehr als Meer und Sonne

Wenn ich an Málaga zurückdenke, sehe ich deshalb nicht nur Palmen, Meer und spanische Straßen vor mir. Ich sehe Hanna und Mathilda neben mir, höre unser Lachen und denke an all die kleinen Situationen, die wir vorher nicht geplant hatten.

Wahrscheinlich ist mein Lieblingsurlaub deshalb gar nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Ich kann an einem Strand in Málaga stehen, mit meiner Familie irgendwo in den Bergen sein oder mit meinen Freundinnen durch eine fremde Stadt laufen. Solange die richtigen Menschen neben mir sind, fühlt sich ein Urlaub für mich besonders an.

Und deshalb braucht mein perfekter Urlaub deshalb gar nicht viel: Menschen, mit denen ich lachen kann, Zeit, die sich nicht nach Alltag anfühlt, und Erinnerungen, bei denen ich Jahre später noch genau weiß, wer neben mir stand.



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