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Der ORF hat noch eine Zukunft, aber eine andere, als die ORF-Führung glaubt

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TOP 100 Autorin
Volontärin · borg Linz
25.06.2026
2 Min.

Wenn ich mich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis umschaue, spielt das klassische Fernsehen kaum noch eine Rolle. Die meisten entscheiden selbst, wann und was sie schauen möchten – und genau das bieten Streamingdienste. Deshalb glaube ich, dass das lineare Fernsehen zwar nicht verschwinden wird, für meine Generation aber immer mehr an Bedeutung verliert. Mit ausnahme einiger Bereiche.

Sport-Events und aktuelle News: Damit kann der ORF punkten. (Foto: Shutterstock)

Wenn ich mit Mitschülerinnen und Mitschülern oder Freunden über Serien oder Filme spreche, fällt das klassische Fernsehen eigentlich nie. Stattdessen reden alle über neue Serien auf Netflix, Disney+, Prime Video oder über Videos auf YouTube. Niemand wartet mehr darauf, dass eine Sendung um 20.15 Uhr beginnt. Man schaut dann, wenn man Zeit und Lust hat.

Deshalb habe ich oft den Eindruck, dass klassisches Fernsehen heute vor allem noch meine Eltern oder Großeltern regelmäßig nutzen. Dort gehört es oft einfach zum Abend dazu. Für meine Generation ist das Smartphone dagegen meist der erste Bildschirm.

Programm für unsere Eltern

Ich habe das Gefühl, dass sich viele Fernsehsender inzwischen stark an ihrem älteren Publikum orientieren. Das ist verständlich, denn dort sitzen oft die treuesten Zuschauerinnen und Zuschauer.

Wenn Sender dann versuchen, junge Menschen anzusprechen, wirkt das auf mich manchmal etwas bemüht. Trendige Sprache, Influencer oder Social-Media-Elemente allein reichen aus meiner Sicht nicht aus, wenn das eigentliche Programm trotzdem nach klassischem Fernsehen aussieht.

Und wie sieht es beim ORF aus?

Auch beim ORF sehe ich dieses Problem. Natürlich gibt es gute Nachrichtenformate, Sportübertragungen oder große Events, die ich mir durchaus ansehe. Aber wenn ich ehrlich bin, fällt mir nur wenig ein, das speziell Jugendliche regelmäßig einschalten würden.

Ich glaube, viele junge Menschen verbinden den ORF eher mit Information als mit Unterhaltung. Das ist nichts Schlechtes – aber im Wettbewerb mit internationalen Streamingdiensten und sozialen Netzwerken wird es dadurch schwierig, junge Zielgruppen dauerhaft zu erreichen.

Streaming passt besser zu meinem Alltag

Ich mag es, selbst zu entscheiden, was ich sehen möchte. Wenn ich nach der Schule oder am Abend Zeit habe, starte ich einfach eine Serie oder einen Film. Ich muss keine Werbepausen einplanen und auch keine Sendezeiten beachten.

Außerdem bekomme ich über Streamingplattformen und Apps ständig Empfehlungen, die zu meinem Geschmack passen. Dadurch entdecke ich regelmäßig neue Inhalte, die ich im klassischen Fernsehen wahrscheinlich nie gefunden hätte.

Hat Fernsehen trotzdem noch eine Zukunft?

Ja, ich denke schon. Große Sportereignisse, Wahlen, Nachrichtensendungen oder besondere Live-Shows werden auch in Zukunft viele Menschen vor den Fernseher bringen. Gerade wenn etwas gleichzeitig passiert, hat das klassische Fernsehen immer noch einen Vorteil.

Für den Alltag sehe ich den Trend aber eindeutig in Richtung Streaming. Die Freiheit, Inhalte jederzeit abrufen zu können, ist für mich inzwischen selbstverständlich geworden.

Meine Prognose

Ich glaube, dass das klassische Fernsehen in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung verlieren wird – zumindest für meine Generation. Es wird nicht komplett verschwinden, aber seine Rolle wird sich verändern. Live-Übertragungen und Nachrichten bleiben wichtig, während Filme und Serien immer häufiger über Streamingdienste geschaut werden. Für mich ist dieser Wandel längst Realität – und ich glaube, dass er sich in Zukunft noch weiter beschleunigen wird.



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