Die Lehrerin gibt die Schularbeiten zurück. Ich nehme das Blatt, schaue drauf. Und dann nochmal. Die Note ist gut. Wirklich gut. Für einen kurzen Moment sitze ich einfach da und sage nichts.
Ich hätte nicht gedacht, dass mich das so trifft.
Die Wochen davor
Mathe und ich, das war nicht immer eine einfache Geschichte. Es hat Abende gegeben, an denen ich vor den Aufgaben saß und einfach nicht weiterkam. Momente, in denen ich am liebsten alles hingeworfen hätte. Aber ich habe weitergemacht. Aufgabe für Aufgabe, Seite für Seite. Nicht weil es leicht war, sondern weil ich wusste, dass es irgendwann etwas bringen muss. Irgendwann muss es sich lohnen.
Das Gefühl, das man nicht erwartet
Was mich überrascht hat, ist nicht die Note selbst. Es ist dieses Gefühl danach. Diese leise, fast unbewusste Freude, die sich langsam ausbreitet. Kein großes Jubeln, kein Aufspringen. Einfach nur dieses ruhige, warme Gefühl tief innen: Ich kann das. Ich habe das geschafft.
Und dann, fast ein bisschen schüchtern, schleicht sich noch etwas anderes dazu. Stolz. Nicht der laute, prahlende Stolz. Sondern der stille, der einem selbst gehört. Der, den man mit niemandem teilen muss, weil er einfach da ist.
Was hängen bleibt
Vielleicht ist das die eigentliche Lektion. Nicht die Note, nicht die Aufgaben, nicht der Stoff. Sondern dieses Gefühl, das entsteht, wenn man nicht aufgibt. Wenn man weitermacht, auch wenn es zäh ist. Wenn man am Ende auf ein Blatt Papier schaut und denkt: Das war ich. Das habe ich gemacht.
Arbeit lohnt sich. Manchmal braucht man nur einen einzigen Moment, um daran erinnert zu werden.
Kommentare