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Der luftleere Raum zwischen Schule und Studium

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Volontär · HtbluVA Villach
06.07.2026
2 Min.

Keine Schue mehr, noch kein Studium und derzeit kein Job: Ich habe gerade viel mehr Zeit, auf Dinge zu achten, die mir sonst wahrscheinlich nie aufgefallen wären. Zum Beispiel, wie schnell ich jetzt Wochentage verwechsle, wie selbstverständlich andere ihren Alltag leben oder wie viel ich aus einem kurzen Gespräch mitnehmen kann.

Wennn die Zeit vergeht, ohne dass wir irgendwo eingebunden sind, verbessert sich unsere Wahrnehmung für Dinge, die uns bishe rentgangen sind. (Foto: giselavankreij)

Ich habe vor Kurzem die Schule abgeschlossen. Mein Studium beginnt erst nächstes Jahr im Herbst, deshalb habe ich im Moment keinen festen Tagesablauf. Diese Zeit nutze ich, um mich auf das Studium vorzubereiten und nach einer Arbeit zu suchen. Dadurch sitze ich oft zu Zeiten herum, in denen andere schon längst in ihrem Alltag drin sind, Arbeit, Ausbildung oder Termine. In Kärnten merkt man das irgendwie besonders, weil die Tage hier schnell einen festen Ablauf haben: morgens ist was los, mittags wird's ruhiger und abends ist alles ziemlich still. Dazwischen gibt es viel Zeit, die sich nicht wirklich füllt.

Zeit fühlt sich anders an

Mir ist aufgefallen, dass Zeit anders wirkt, wenn man keinen festen Plan hat. Ohne Arbeitstage, die sich abwechseln, verschwimmen die Wochentage ein bisschen. Dienstag fühlt sich dann nicht wirklich anders an als Samstag, außer dass halt zufällig etwas passiert.

Einmal habe ich am Vormittag gemütlich gefrühstückt und gedacht, heute ist doch sicher Samstag. Erst als mein Handy aufgeleuchtet hat und ich gesehen habe, dass Dienstag ist, musste ich kurz lachen. Früher hätte ich das nie verwechselt. Da hatte jeder Tag seinen eigenen Ablauf. Heute fühlt sich vieles gleich an, weil oft nichts passiert, woran ich den Tag festmachen kann.

Beobachtung im Supermarkt

Einmal stand ich am frühen Nachmittag vor einem kleinen Supermarkt. Es war nicht viel los. Ein Lieferwagen ist rückwärts an die Rampe gefahren und jemand hat Kisten ausgeladen, ganz normal und routiniert. Alle haben einfach gemacht, was sie tun mussten. Nur ich stand da und habe zugeschaut. Da ist mir aufgefallen, wie sehr solche Abläufe darauf ausgelegt sind, dass jeder eine Aufgabe hat und irgendwo reinpasst. Wenn man das nicht hat, steht man einfach daneben, ohne wirklich dazuzugehören.

Außenstehend im eigenen Alltag

Später habe ich mich gefragt, ob dieses Gefühl von „außen stehen“ wirklich nur mit Arbeit zu tun hat oder eher damit, dass einem eine feste Struktur fehlt. Vielleicht ist es nicht nur die Beschäftigung selbst, sondern eher das Gefühl, nirgendwo eingeordnet zu sein.

Kurz danach sind zwei ältere Männer an mir vorbeigegangen. Der eine sagte zum anderen: „Heute wird's wieder spät in der Arbeit.“ Der andere antwortete nur: „Ja, aber morgen ist zum Glück schon Mittwoch.“ Eigentlich war das nur ein ganz normales Gespräch. Trotzdem ist es mir im Kopf geblieben. Für die beiden hatte selbst der Wochentag eine Bedeutung. Für mich war Dienstag einfach nur ein weiterer Tag. Da habe ich gemerkt, wie unterschiedlich ein Alltag sein kann.

Ohne feste Struktur achtet man irgendwie mehr auf Kleinigkeiten, auf Blicke, Pausen oder Gespräche, die sonst wahrscheinlich gar nicht auffallen würden. Es scheint, als würde sich die Wahrnehmung außerhalb unserer Routine veressern.













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