Tausende Soldaten wollten kämpfen. Doch nur 38 Minuten später war alles vorbei.

So schnell sollten alle Kriege enden. Oder gar nicht erst anfangen. (Foto: ArsAdAstra/pixabay)

Stellt euch vor: Tausende Soldaten bereiten sich auf den Kampf vor, doch der Krieg dauert weniger als eine Stunde. Genau das ist tatsächlich geschehen. Im Jahr 1896 waren die Spannungen zwischen Großbritannien und dem Sultanat Sansibar auf einem Niveau, das es zuvor noch nie gegeben hatte. Sultan Chalib ibn Bargash stellte ein massives Heer auf, während die Briten bereits ihre gewaltige Flotte vor der Küste von Sansibar sammelten.

Dieser Konflikt hätte großen Schaden anrichten und beide Reiche in den Abgrund stürzen können. Doch wie kam es dazu und wieso dauerte es nur 38 Minuten bis zur Kapitulation?

Der Grund

Als Sultan Hamad ibn Thuwaini ibn Said, ein Herrscher von Sansibar, der drei Jahre lang mit der britischen Kolonialverwaltung kooperiert hatte, starb, kam Chalib ibn Bargash, ein bekannter Gegner der Briten und Hamads Cousin, mit deutscher Unterstützung durch einen Putsch an die Macht. Das verärgerte die Briten, die Hamads und Chalibs Cousin Hammud ibn Muhammed ibn Said, einen engen Freund der Briten und rechtmäßigen Thronerben, als Nachfolger vorgesehen hatten. Sie empfahlen Chalib, sein Amt abzulegen und Muhammed den Thron zu überlassen.

Die Vorbereitung

Chalib weigerte sich jedoch und stellte stattdessen innerhalb von zwei Tagen ein rund 2.800 Mann starkes Heer auf, um den Palast im Falle einer britischen Invasion zu schützen. Die Briten hatten bereits fünf Kriegsschiffe an der Küste versammelt und bereiteten die Invasion vor. Chalib versuchte zwar noch kurz vor der bevorstehenden Invasion, mit Hilfe des US-amerikanischen Gesandten im Sultanat Verhandlungen zu erreichen, doch um 9:00 Uhr begannen die Briten den Angriff.

Der Krieg

Um 9 Uhr begann die britische Invasion. Die Briten feuerten mit ihren Schiffsgeschützen auf Gebäude, besonders auf den Palast. Schließlich stürmten und plünderten britische Marinesoldaten den Palastbereich. Angesichts der aussichtslosen Lage ersuchte Chalib um 9:38 Uhr um Asyl im deutschen Konsulat, wo er bis 1916 im Exil in Deutsch-Ostafrika blieb.

Die Verluste

Auf britischer Seite gab es einen einzigen Verwundeten, auf sansibarischer Seite jedoch rund 500 Tote und Verwundete, eine versunkene Yacht und Batterie sowie zwei versunkene Boote. Das zeigt die enorme britische Überlegenheit – trotz der zahlenmäßigen Unterlegenheit (1.050 Briten gegen 2.800 Sansibarer).

Abschließende Worte

Es ist schockierend, wie einem 2.800 Mann starken Heer so etwas widerfahren konnte. Der Britisch-Sansibarische Krieg zeigt die Dominanz des Britischen Empires zur damaligen Zeit und seine Kontrolle über die Kolonien.



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