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1,2 Millionen Russen, 600.000 Ukrainer: Der Krieg nimmt trotz hoher Verluste kein Ende

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28.02.2026
3 Min.

Der Krieg in der Ukraine prägt seit Jahren die Schlagzeilen und hat Europa grundlegend verändert. Was zunächst wie ein regionaler Konflikt wirkte, entwickelte sich zu einem der schwersten Kriege auf dem europäischen Kontinent seit dem Zweiten Weltkrieg. Hunderttausende Soldaten wurden getötet oder verletzt, Millionen Menschen verloren ihr Zuhause. Doch wie konnte es so weit kommen, und warum ist auch nach mehreren Jahren noch kein Ende in Sicht?

Zerstörung und Tod: Die Ukraine ist ein Schlachtfeld. (Foto: Jade Koroliuk -Unsplash )

Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar 2022 sind die Verluste auf beiden Seiten hoch. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) schätzt, dass Russland bis Anfang 2026 rund 275.000 bis 325.000 getötete Soldaten zu beklagen hat. Insgesamt wird etwa von 1,2 Millionen russischen militärischen Verlusten ausgegangen, dazu zählen neben Getötete auch Verwundete und Vermisste. Für die Ukraine werden zwischen 100.000 und 140.000 getötete Soldaten geschätzt. Insgesamt könnten 500.000 bis 600.000 ukrainische Soldaten getötet, verwundet oder vermisst sein.

Die tatsächlichen Zahlen dürften höher liegen, da nicht alle Kampfgebiete vollständig erfasst werden können. Warum das alles? Und wann hat es begonnen?

Wie alles begann

Im Jahr 2014 tauchten plötzlich bewaffnete Soldaten ohne Hoheitsabzeichen auf der Halbinsel Krim auf, die damals zur Ukraine gehörte. Sie besetzten wichtige Orte wie Flughäfen, Häfen und Regierungsgebäude. Daraufhin organisierte Russland ein umstrittenes Referendum über den Anschluss der Krim an Russland. Es endete offiziell mit etwa 95 % Zustimmung, gilt aber international weitgehend als nicht frei und nicht fair.

Acht Jahre später, am 24. Februar 2022, begann Russland eine groß angelegte Invasion der gesamten Ukraine. Das erklärte Ziel des russischen Präsidenten Wladimir Putin war offenbar, die Ukraine schnell zu besetzen und unter russische Kontrolle zu bringen. Er rechnete mit geringem Widerstand – doch die ukrainische Armee und die Bevölkerung leisteten von Beginn an erbitterten Widerstand.

Der Verlauf des Krieges

Russland griff gleichzeitig an mehreren Fronten an:

  1. im Norden auf die Hauptstadt Kiew,
  2. im Osten im Gebiet Donbass,
  3. im Süden über die Krim und entlang wichtiger Hafenstädte.

Die ukrainischen Streitkräfte verhielten sich wider Erwarten äußerst widerstandsfähig. Der russische Plan, Kiew schnell einzunehmen, scheiterte, und die Ukraine konnte Teile der Nordukraine sichern. Im Sommer 2022 und 2023 verlagerte sich der Schwerpunkt der Kämpfe auf den Osten und Süden des Landes – insbesondere in den Regionen um Donbass, Cherson und Charkiw. Russland konnte zwar zeitweise Gelände kontrollieren, doch ukrainische Gegenoffensiven, unterstützt durch Waffenlieferungen aus dem Westen, zwangen sie immer wieder zum Rückzug.

Zwischen 2023 und 2024 gelang es der Ukraine, mehrere Gebiete zurückzugewinnen. Russland hält jedoch weiterhin große Teile der Ost- und Südukraine, und die Frontlinien sind seit geraumer Zeit relativ stabil.

Wirtschaftliche und internationale Folgen

Der Krieg ist nicht nur ein militärischer Konflikt, sondern hat weitreichende wirtschaftliche, politische und menschliche Auswirkungen:

  1. Millionen Menschen sind geflohen oder innerhalb des Landes vertrieben worden.
  2. Sanktionen gegen Russland zielen darauf ab, den Druck auf den Kreml zu erhöhen und die Kriegskosten zu erhöhen.
  3. Viele Staaten – insbesondere in Europa und Nordamerika – unterstützen die Ukraine politisch, wirtschaftlich und militärisch.
  4. Russland kämpft nicht nur militärisch, sondern auch mit internationalem Druck, Energieproblemen und wirtschaftlichen Folgen der Sanktionen.

Noch immer kein Ende in Sicht

Mehrere Versuche, den Krieg zu beenden oder einen Waffenstillstand zu erreichen, blieben bisher ohne dauerhaften Erfolg. Lokale Feuerpausen wurden vereinbart, sind aber häufig gebrochen worden. Die Hoffnungen ruhen daher weiterhin auf diplomatischen Lösungen oder Kompromissen, doch weder Russland noch die Ukraine sind bereit, umkämpfte Gebiete einfach aufzugeben. Solange sich diese Haltung nicht ändert, wird der Krieg wahrscheinlich noch länger andauern.




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