Mein Onkel hat Krebs. Warum Aufgeben für mich keine Option ist

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Volontärin · Joseph Haydn-Realgymnasium
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24.02.2026
1 Min.
Hoffnung gibt Kraft und Zuversicht. (Foto: Pexels/Pixabay)

Nervös warteten wir alle darauf, dass Onkel Alija vom Arzt zurückkommt. Stunden vergingen, doch er kam nicht. Plötzlich hörten wir, wie jemand den Schlüssel ins Schloss steckte. Da stand mein Onkel, blass, verschwitzt und verheult. Unser größter Alptraum wurde wahr. Die Diagnose lautete: Prostatakrebs.

Meine Oma brach sofort in Tränen aus. Der Rest der Familie war wie eingefroren. Alle, außer ich. Ich wollte die Situation nicht schwerer machen, sondern leichter. Ich versuchte meiner Familie Hoffnung einzureden. Mein Onkel meinte, dass es keine Hoffnung mehr gäbe, dass wir sein Schicksaal akzeptieren müssten. Ich gab auf, ließ aber meinen Onkel nicht allein.

Ich ging mit ihm zum ersten Mal, nach der Diagnose, ins Krankenhaus. Dort traf ich auf ein kleines Mädchen, die Knochenmarkkrebs hatte. Sie sagte mir, dass ich wunderschöne Haare hätte und dass sie hofft, auch solche Haare zu kriegen, nach ihrer letzten Chemotherapie. Mir kamen die Tränen. So ein kleines Lebewesen gab die Hoffnung nicht auf. Sie hatte ein Ziel. Wunderschöne, lange Haare zu bekommen. Da bemerkte ich, dass ich die Hoffnung auch nicht aufgeben darf. Irgendwo da draußen gibt es Ärzte und Wissenschaftler die Tag und Nacht, für ein Heilmittel arbeiten, scheitern und von neu beginnen.

Krebs darf unsere Hoffnung nicht sterben lassen. Ohne Hoffnung wäre die Medizin nicht so weit gekommen, wie sie jetzt ist.


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