Um besser zu verstehen, wie Schüler*innen nicht vollständig von Tests, Projekten und Hausübungen verschlungen werden, möchte ich mich auf die Rede „Was nicht in euren Chemiebüchern steht“ des Schriftstellers Erich Kästner, und dessen Ratschläge für Erstklässler*innen zum Schulbeginn beziehen. Kästner teilt in dieser Rede unter anderem mit, wie einem das Schulleben leichter fallen könnte, aber erwähnt auch, dass Bildung allein nicht auf das Leben als Erwachsener vorbereitet.
Des Weiteren macht er klar, dass die Schule ein Hilfsmittel für die Kinder ist, ihre Entwicklung aber trotzdem in ihrer eigenen Verantwortung liegt. Weiters bittet er vor allem fleißige Schüler*innen, nicht übereifrig zu sein. „Der Kopf ist nicht der einzige Körperteil“ heißt es in seiner Rede.
Auch gegen Arroganz spricht sich Kästner aus, da laut ihm niemand so schlau oder so stark sei, dass es nicht noch Gescheitere und Stärkere als ihn gäbe. Den wichtigsten aller Ratschläge habe ich mir allerdings aufgehoben, auch wenn er sich bei Kästners Rede ziemlich am Anfang befand. Dabei bittet er die Kinder, sich ihre Kindheit nicht austreiben zu lassen, da laut ihm, nur wer erwachsen werde und Kind bliebe, ein Mensch sei.
Das Leben besteht aus mehr
Wir wissen nun Anhand dieser Aussagen und Tipps , dass Schule allein nicht die Zukunft von Jugendlichen bestimmt, da das Leben eben aus weitaus mehr besteht als aus Sachtexten und Formeln. Klar gibt Bildung einen Anstoß und informiert darüber, wie viele Dinge funktionieren. Doch sind wir mal ehrlich, ist das wirklich genug, um Schule rechtmäßig als Ort zur Vorbereitung auf die Berufswelt zu nennen?
Werden uns wirklich brauchbare Werte vermittelt, die uns zukünftig weiterhelfen? Wenn ihr mich nach meiner persönlichen Wahrnehmung fragt, muss ich euch mitteilen, dass mir die Schule rein Wissenstechnisch sehr weitergeholfen hat, allerdings sehe ich in vielen Fällen keinen mit diesem Wissen verbundenen Nutzen.
Danke für gar nichts
Ich habe weder erfahren, welches Wissen in welcher Branche besonders von Bedeutung ist oder ob gewisse Themen überhaupt noch mit zukunftsrelevanten Jobs in Verbindung stehen. Immer nur rechne dies, schreib das auf. Und sobald wir hinterfragen, wofür wir das Ganze eigentlich machen, bekommen wir meist nur eine recht oberflächliche Antwort. Das Einzige, was ich mir dabei denken kann, ist: „Danke für gar nichts.“
Auf der anderen Seite hilft uns die Schule aber auch dabei, Freunde zu finden, Bekanntschaften zu machen und Kontakte zu knüpfen. Und dies sind durchaus bedeutsame Dinge für die Zukunft.
Wissen ohne Perspektive
Wir sehen also, Schule vermittelt Wissen, bei dem teilweise die Perspektive fehlt und Schüler in die Gefahr geraten, nichts damit anfangen zu können. Allerdings lernen wir dort Menschen kennen, die einen langen Weg mit uns gehen und mit denen wir schöne Erinnerungen teilen. Ich appelliere daher an Sie, liebes Bildungs-Forschungsteam, finden Sie einen Weg, das gesammelte Wissen so zu verpacken, dass Schüler*innen wissen, was genau sie damit tun können und geben Sie ihnen dadurch einen klareren Blick in die Zukunft.
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