Früher dachte ich beim Kofferpacken hauptsächlich darüber nach, welche Kleidung ich mitnehmen möchte. Ein paar T-Shirts, Hosen, Schuhe und fertig. Bei einer Reise nach Südkorea funktioniert das irgendwie nicht mehr.
Plötzlich wird aus einem Koffer eine kleine Organisationsaufgabe. Ich muss überlegen, was ich dort wirklich brauche, was ich vor Ort kaufen kann und was ich auf keinen Fall vergessen darf. Dazu kommen Dinge, an die man im normalen Alltag überhaupt nicht denkt. Reisepass, Geld, Ladegeräte, Kopfhörer, Medikamente, Adapter, wichtige Dokumente und natürlich genau das Kabel, das man erst vermisst, wenn der Akku bei drei Prozent steht.
Das eigentliche Problem ist das Vergessen
Das Komische am Packen ist, dass man nie weiß, ob man etwas vergessen hat. Wenn ich meine Zahnbürste einpacke, weiß ich, dass sie drin ist. Aber woher soll ich wissen, dass ich gerade etwas vergessen habe, an das ich überhaupt nicht gedacht habe?
Deshalb packe ich inzwischen gedanklich mehrmals. Ich gehe durch mein Zimmer und überlege, was ich normalerweise jeden Morgen benutze. Dann stelle ich mir vor, ich wäre schon in Korea. Ich wache auf. Was brauche ich? Ich gehe aus dem Haus. Was brauche ich? Ich möchte mein Handy laden. Wo ist das Kabel? Ich komme zurück. Wo sind eigentlich meine Schlüssel?
Irgendwann merke ich, dass ich meinen ganzen Alltag einmal im Kopf durchgespielt habe.
Vielleicht ist genau das das Spannende
Eigentlich geht es beim Packen gar nicht nur darum, möglichst viel in einen Koffer zu bekommen. Man merkt plötzlich, wie viele kleine Dinge im Alltag selbstverständlich sind, über die man sonst nie nachdenkt.
In ein paar Tagen werde ich meinen Koffer schließen und wahrscheinlich trotzdem noch einmal nachsehen, ob wirklich alles da ist. Und wahrscheinlich wird mir genau dann noch etwas einfallen, das unbedingt mit muss.
Vielleicht gehört dieses kleine Chaos einfach zu einer Reise dazu. Denn wenn man schon vorher an alles denken könnte, wäre das Verreisen wahrscheinlich ein bisschen weniger aufregend.
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