Ich bin Muslimin, weil meine Eltern Muslime sind, und ich folge ebenso den Lehren des Propheten Muhammad. Wir sind Sunniten und fasten jedes Jahr im Monat Ramadan. Fast meine ganze Familie ist Muslim, doch in meinem Umfeld gibt es auch Christen, und manche Muslime sind mit Christen verheiratet.
Ich mag meine Religion sehr, weil sie mir Werte wie Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Ehrlichkeit und Gemeinschaft vermittelt. Gleichzeitig respektiere ich andere Religionen und die Überzeugungen anderer Menschen.
Islam, eine Religion des Friedens
Der Islam ist eine der größten Weltreligionen und wird von über einer Milliarde Menschen praktiziert. Er entstand im 7. Jahrhundert auf der Arabischen Halbinsel und hat seitdem weltweit Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft beeinflusst.
Der Islam geht auf den Propheten Muhammad zurück. Laut islamischer Überlieferung erhielt er im Jahr 610 n. Chr. die erste Offenbarung von Gott (im Arabischen „Allah“). Diese Offenbarungen wurden später im Koran gesammelt, dem heiligen Buch des Islam. Der Koran besteht aus 114 Suren und behandelt Glauben, Moral, Gesetz, Ethik und das Zusammenleben von Menschen. Ergänzt wird der Koran durch die Hadithe – Überlieferungen über das Leben und die Worte des Propheten – die Muslimen helfen, ihren Alltag nach islamischen Prinzipien zu gestalten.
Die fünf Säulen des Islam bilden das Fundament des Glaubens:
- Schahada – das Glaubensbekenntnis: „Es gibt keinen Gott außer Allah, und Muhammad ist sein Gesandter.“
- Salat – das Gebet, das fünfmal täglich verrichtet wird.
- Zakat – die Pflichtabgabe für Bedürftige.
- Sawm – das Fasten, besonders im Monat Ramadan.
- Hadsch – die Pilgerfahrt nach Mekka, sofern möglich.
Es gibt zwei große Gruppen im Islam: die Sunniten, die der Tradition (Sunna) des Propheten besonders folgen, und die Schiiten, die die Rolle der Familie des Propheten, besonders Ali, betonen. Trotz dieser Unterschiede teilen beide die gleichen Grundüberzeugungen.
Der Islam betont Werte wie Gerechtigkeit, Barmherzigkeit, Hilfsbereitschaft, Respekt und Gemeinschaft. Viele muslimische Kulturen legen großen Wert auf Gastfreundschaft, Familie und gegenseitige Unterstützung. Historisch spielte der Islam eine wichtige Rolle in Medizin, Mathematik, Astronomie, Philosophie, Architektur und Literatur. In der sogenannten „Goldenen Zeit des Islam“ (8.–13. Jahrhundert) entstanden zahlreiche Entdeckungen, die die Welt bis heute beeinflussen.
Heute ist der Islam eine „glokale“ Religion mit vielfältigen Kulturen, unterschiedlichen Sprachen, modernen Auslegungen und religiösen Traditionen wie Ramadan und Eid al-Fitr. Muslime tragen weltweit in Wissenschaft, Kunst, Politik, Sport und vielen anderen Bereichen bei.
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