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Der Fernseher läuft, meine Gedanken auch: Wie Zukunftsangst im Alltag entsteht

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Volontär · HtbluVA Villach
27.04.2026
3 Min.

Manchmal sind es nicht die großen Ereignisse, die uns beschäftigen, sondern die Gedanken, die dazwischenkommen. Diese Gedanken kommen oft leise, genau dann, wenn es eigentlich ruhig ist. Wir denken über unsere Leistung nach, über Geld und über das Leben, das später einmal auf uns wartet.

Häufig sitzen wir nur still nebeneienander und lassen den Tag ausklingen. Dann kommt die Zukunftsangst (Foto: Shutterstock)

Ich sitze gerade an meinem Schreibtisch, es ist später Nachmittag, und vor mir liegt mein Matheheft aufgeschlagen bei den Funktionen. Neben mir liegt mein Handy, das alle paar Minuten aufleuchtet. Eigentlich wollte ich seit einer halben Stunde lernen, aber ich starre immer wieder einfach nur auf die gleiche Seite, ohne wirklich etwas aufzunehmen.

Vorhin habe ich noch mit einer Freundin geschrieben: „Hast du schon angefangen zu lernen?“ Sie hat geantwortet: „Ja, aber ich check gar nichts.“ Seitdem habe ich dieses unruhige Gefühl im Kopf, dass ich auch schon viel weiter sein müsste. Während ich da sitze, merke ich, wie meine Gedanken immer wieder abschweifen, nicht nur weg vom Stoff, sondern direkt in die Zukunft.

Die Gier nach dem großem Geld

Vor ein paar Tagen saßen wir beim Abendessen, und das Gespräch ist irgendwie auf Berufe gekommen. Mein Vater hat gesagt: „Mit Medizin oder Jus hast du später wenigstens keine Sorgen.“ Meine Mutter hat genickt und gemeint: „Sicherheit ist schon wichtig.“

Ich habe nichts gesagt, aber in meinem Kopf war sofort dieser Druck da. Weil ich eigentlich eher an etwas wie Psychologie gedacht habe oder vielleicht etwas Kreatives. Aber gleichzeitig kam direkt der Gedanke: „Und was, wenn das nicht reicht?“

„Einfach irgendwas, wo man viel verdient“

Ein anderes Mal, in der Schule, hat jemand in der Klasse gesagt: „Ich mach einfach irgendwas, wo man viel verdient.“ Und ein paar haben sofort zugestimmt. Keiner hat gefragt, ob es einen auch interessiert.

Solche Momente bleiben irgendwie hängen. Nicht laut, aber sie setzen sich fest. Und später, wenn ich alleine bin und über meine Zukunft nachdenke, tauchen genau diese Sätze wieder auf.

Lernstress für gutes Zeugnis

Gestern Abend saß ich genau hier und habe für den Mathetest gelernt. Ich habe Aufgaben gerechnet, Lösungen verglichen und mir Dinge markiert, die ich mir noch merken muss. Irgendwann habe ich auf die Uhr geschaut, es war schon fast 22 Uhr. Trotzdem hatte ich das Gefühl, noch nicht genug zu können.

Heute in der Schule, kurz vor dem Test, standen wir alle im Gang. Jeder hatte noch schnell seine Unterlagen draußen. Eine meinte: „Ich hoffe einfach, dass genau das kommt, was ich gelernt habe.“ Ein anderer hat gesagt: „Ich hab gestern einfach irgendwann aufgegeben.“

Als wir dann im Klassenzimmer saßen und die Blätter ausgeteilt wurden, war es plötzlich ganz still. Ich habe die erste Aufgabe gelesen und für einen kurzen Moment war mein Kopf einfach leer. Genau das ist der Moment, vor dem ich immer Angst habe.

Wunsch nach mehr Freizeit im Berufsleben bei älteren Menschen

Gestern Abend saßen wir beim Essen, und mein Vater ist später dazugekommen. Er hat sich hingesetzt und direkt gesagt: „Ich bin echt fertig heute.“ Meine Mutter erzählte, sie hätte kaum Pause gehabt. Es war so viel zu tun. Beide haben darüber gesprochen, was morgen schon wieder alles ansteht.

Danach saßen wir noch kurz im Wohnzimmer. Der Fernseher lief, aber eigentlich war niemand so richtig aufmerksam dabei. Es war eher dieses „einfach kurz abschalten“, bevor der nächste Tag wieder anfängt. Am Wochenende sagen sie dann oft Dinge wie: „Eigentlich müssten wir noch so viel erledigen.“ Und plötzlich ist der Sonntagabend da.

Wenn ich das so mitbekomme, frage ich mich manchmal ganz konkret: Wird mein Alltag später auch genau so aussehen?

Muss ich diese Fragen jetzt beantworten?

Wenn ich diese Situationen zusammennehme, fühlt sich alles realer an, als nur Gedanken. Das Gespräch beim Abendessen, die Minuten vor dem Test, die Abende nach der Arbeit. Es sind keine großen, dramatischen Momente. Eher kleine Szenen, die sich immer wiederholen.

Und genau deswegen frage ich mich: Rutsche ich irgendwann einfach in so ein Leben hinein, ohne es wirklich bewusst zu entscheiden? Oder merke ich rechtzeitig, was ich eigentlich will?

Vielleicht muss ich das gerade noch nicht beantworten. Aber ich merke, dass ich anfange, genauer hinzuschauen.

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