Vor einer Wahl sind mir auf TikTok und Instagram immer mehr Videos von Politikern und Influencern aufgefallen. Zwischen lustigen Clips und Sportvideos ging es plötzlich um Wahlprogramme und politische Diskussionen. Anfangs fand ich das spannend, weil ich schnell viele Informationen bekam. Gleichzeitig wurde mir aber klar, dass viele Beiträge nicht neutral waren. Annie Waldherr sagt: „Der Feed, wie ich ihn sehe in Social Media, ist eben sehr stark algorithmengesteuert.“ Genau das habe ich in meinem Alltag selbst erlebt.
Warum mein Feed nicht die ganze Wahrheit zeigt
Einmal habe ich mir mehrere Videos zu einem politischen Thema angesehen. Schon am nächsten Tag bestand mein Feed fast nur noch aus Beiträgen mit derselben Meinung. Andere Sichtweisen wurden mir kaum noch angezeigt. Annie Waldherr erklärt dazu: „Die Algorithmen lernen auch sehr schnell von meinem Nutzerverhalten und zeigen mir dann eben eher Posts, die meiner Meinung auch schon entsprechen.“ Seitdem versuche ich bewusst, auch andere Quellen zu nutzen und Nachrichten zu vergleichen. So bekomme ich ein vollständigeres Bild und lasse mich nicht nur von meinem Feed beeinflussen.
Meine Meinung soll meine eigene bleiben
Besonders interessant fand ich auch eine weitere Aussage von Annie Waldherr: „Wut ist eine Emotion, die sehr stark befeuert wird durch die Algorithmen.“ Das erklärt für mich, warum viele politische Beiträge so emotional und zugespitzt wirken. Ich denke deshalb, dass soziale Medien meine politische Meinung beeinflussen können. Trotzdem möchte ich mir meine Meinung selbst bilden. Deshalb hinterfrage ich Inhalte, informiere mich auch über seriöse Nachrichtenquellen und höre mir verschiedene Standpunkte an. Nur so kann ich politische Themen wirklich verstehen.
Quelle: Interview mit Annie Waldherr (Universität Wien), veröffentlicht auf Campus a College.
Kommentare