Der Fall Bzetbros und was wir daraus lernen können

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TOP 10 Autorin
Volontärin · BRG Kufstein
30.08.2026
3 Min.

200.000 Euro Steuerschulden. Rückschläge, gescheiterte Pläne und jede Menge Kritik im Internet. Für viele Menschen wäre das vermutlich ein Grund, aufzugeben. Für andere wie das Influencer-Brüderpaar Bzetbros scheint das ein Grund zu sein, erst recht weiterzumachen.

Wo ein Ziel ist, gibt es keinen Platz für Aufgeben. (Foto: Rawseason.de )

Influencer gibt es mittlerweile jede Menge. Fast jede Woche tauchen neue Namen auf TikTok, Twitch oder Instagram auf und genauso regelmäßig erfahren wir, dass hinter der vermeintlich perfekten Social-Media-Welt nicht immer alles so läuft, wie es nach außen scheint.

Was allerdings ebenfalls immer größer zu werden scheint, ist der Hass. Ein Blick in die Kommentare reicht oft schon aus. „Geh doch arbeiten“, „Ihr habt es nicht verdient“ oder noch deutlich schlimmere Aussagen gehören mittlerweile fast zum Alltag vieler Personen im Internet.

Natürlich gibt es Influencer, die berechtigte Kritik bekommen. Nicht jede Kritik ist automatisch Hate und nicht jede Person mit Reichweite sollte plötzlich zu einem Vorbild erklärt werden. Aber manchmal frage ich mich trotzdem, ob wir bei Menschen im Internet noch erkennen können, wann jemand einen Fehler macht und wann jemand trotz eines Fehlers versucht, wieder aufzustehen. 

200.000 Euro und trotzdem weitermachen

Darüber musste ich bei den Bzetbros nachdenken. Die beiden Brüder sorgten durch ihre Steuerschulden für zahlreiche Diskussionen in den sozialen Medien. Und wir reden dabei nicht über ein paar tausend Euro. Rund 200.000 Euro stehen im Raum. Eine Summe, bei der viele vermutlich erst einmal nicht wissen würden, wie es weitergehen soll.

Die beiden haben allerdings öffentlich über ihre Situation gesprochen. Nicht unbedingt, um Mitleid zu bekommen, sondern auch, um anderen, besonders jüngeren Menschen, zu zeigen, wie wichtig es ist, sich rechtzeitig mit Themen wie Steuern auseinanderzusetzen. Der Umgang mit dem Problem ist für mich der interessante Teil der Geschichte. 

Aufgeben scheint keine Option zu sein

Die Steuerschulden sind schließlich nicht der erste Rückschlag, den die beiden erlebt haben. Zuvor verließen sie nach mehreren Jahren Zusammenarbeit das Rapformat ICON. Danach folgte der Versuch, auszuwandern, ein Plan, der offenbar ebenfalls nicht so funktionierte wie erhofft. Anschließend gründeten sie mit „Raw Season“ ein eigenes Format.

Und jetzt kam der nächste große Rückschlag. Trotzdem machen sie weiter. Oft sprechen die beiden darüber, dass sie so lange arbeiten möchten, bis ihre Eltern nicht mehr arbeiten müssen und ihr Vater sich nur noch um seinen Garten kümmern kann. Ob man ihre Inhalte mag oder nicht, sei dabei jedem selbst überlassen. Aber ich finde, aus ihrem Fall kann man durchaus etwas mitnehmen: Ein Rückschlag muss nicht automatisch das Ende sein.

200.000 Euro sind keine Kleinigkeit

Ich möchte damit nicht sagen, dass 200.000 Euro Steuerschulden plötzlich etwas Positives sind. Natürlich nicht. Fehler haben Konsequenzen und gerade bei einer solchen Summe kann man nicht einfach so tun, als wäre nichts passiert.

Aber vielleicht sollten wir trotzdem lernen, zwischen zwei Dingen zu unterscheiden: Einen Fehler kritisieren und einen Menschen komplett abschreiben. Denn manchmal sehen wir online nur den Moment, in dem jemand scheitert. Wir sehen die Schlagzeile, die Kommentare und die Memes. Was danach passiert, interessiert oft deutlich weniger Menschen.

 Dabei ist vielleicht gerade das Danach entscheidend. Stehst da jemand wieder auf? Versuchst jemand, aus einem Fehler zu lernen? Oder gibst jemand auf, weil ihm ohnehin schon jeder erklärt hat, dass er es nicht mehr schaffen wird?

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Nein, Influencer sollten nicht automatisch unsere Vorbilder sein. Wir sollten nicht alles kopieren, nur weil eine bekannte Person es tut. Aber wir können uns durchaus einzelne Eigenschaften abschauen. Durchhaltevermögen zum Beispiel. Oder den Gedanken, dass ein Fehler nicht automatisch bedeutet, dass alles vorbei ist. Man muss nicht perfekt sein, um weiterzumachen.



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