Nun sitz’ ich hier, ich armer Tor,
und bin so schlau als wie zuvor;
am kalten Boden lieg’ ich hier
und glaub’, dass ich sogleich erfrier’.
Die Stäbe eng umzingeln mich,
die Furcht wächst leise, fürchterlich;
Hunger, Durst, die Kantine teuer,
die Preissenkung kommt, doch nicht mehr heuer.
Am Gang zieh’n Wächter auf und ab,
mit Blicken kühl und leicht herab;
„Dumm bist du, und dümmer noch,
deine Zeit hier endet doch.“
„Fürs Leben lernst du, nicht für mich!“
Doch frag’ ich mich: Was bringt es mich,
wenn ich hier sitz’, so klein, so stumm,
und fühl’ mich eher taub als klug und nicht mehr wirklich jung?
Der Glockenton zerreißt die Zeit,
ein kurzer Hauch von Freiheit weit;
der Wind streift durch mein müdes Haar
und flüstert leise: „Fast bist du da.“
Doch kaum gedacht, schon wieder drin,
im Kreislauf ohne echten Sinn;
wir hetzen weiter, Tag für Tag,
weil man es eben so verlangt.
Nun sitz’ ich hier, ich armer Tor,
und bin so schlau als wie zuvor;
ich frag’ mich, was ich wirklich kann –
doch Schularbeiten steh’n schon an.
Und irgendwo zwischen Pflicht und Druck
geht leise Stück für Stück zurück,
was Lernen eigentlich mal war:
Neugier, Mut – und Denken, klar.
Vielleicht ist’s nicht das Denken selbst,
das uns hier langsam dümmer hält,
sondern ein System, das uns zwingt,
zu lernen, ohne dass es klingt.
Kommentare