Am gestrigen Dienstagabend spielte der LASK in Linz gegen Celtic Glasgow um den Einzug in die Champions League. Nach der 0:3-Niederlage im Hinspiel mussten die Linzer das Rückspiel mit mindestens vier Toren Unterschied gewinnen, um überhaupt eine Verlängerung zu erzwingen. Vor rund 19.000 Zuschauern in der ausverkauften Oberösterreich Arena gelang tatsächlich das Unglaubliche: Der LASK gewann das Spiel mit 5:1 nach Verlängerung und drehte damit den 0:4-Rückstand im Gesamtscore noch in einen 5:4-Sieg. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte steht der LASK damit in der Ligaphase der Champions League.
Dabei hatte in der ersten Halbzeit zunächst alles nach einem klaren Aus für die Linzer ausgesehen. Celtic war mit dem 3:0 aus dem Hinspiel nach Linz gekommen und ging auch im Rückspiel in Führung: In der 21. Minute fälschte LASK-Verteidiger Andrés Andrade einen Schuss von Celtic-Kapitän Callum McGregor unglücklich ins eigene Tor ab. 0:1 – im Gesamtscore stand es damit bereits 0:4. Der LASK brauchte nun fünf Tore, um das Duell noch zu drehen.
Vier Tore Rückstand, jetzt nur noch Vollgas
Doch dann kam die Wende. In der 32. Minute nutzte Moses Usor einen Fehler der Celtic-Abwehr und traf zum Ausgleich. Kurz nach der Pause brachte Robert Ljubičić den LASK erstmals in Führung. Zehn Minuten später folgte der nächste Treffer: Samuel Adeniran traf aus rund 25 Metern zum 3:1. Plötzlich fehlte nur noch ein Tor, um zumindest die Verlängerung zu erreichen.
Der LASK warf nun alles nach vorne. Celtic wurde immer weiter zurückgedrängt, die Zuschauer trieben ihre Mannschaft nach vorne. Dann kam die 90. Minute: Der eingewechselte Florian Flecker köpfelte den Ball zum 4:1 ins Tor. Damit war der 0:4-Rückstand aus dem Hinspiel tatsächlich aufgeholt. Das Spiel ging in die Verlängerung.
In der 109. Minute machte Samuel Adeniran das Wunder perfekt. Nach einer Balleroberung setzte er sich aus rund 25 Metern mit einem Schuss ins Eck durch und erzielte das 5:1. Damit lag der LASK erstmals im Gesamtscore vorne. Fünf Minuten später hatte Adeniran sogar die Chance auf das 6:1, scheiterte aber mit einem Elfmeter. Celtic gelang kein weiterer Treffer. Nach 120 Minuten stand fest: Der LASK hatte das „Wunder von Linz“ geschafft und war mit einem 5:4-Gesamtsieg in die Champions League eingezogen.
„Wir haben daran geglaubt“
Einen großen Anteil an diesem Comeback hatte Samuel Adeniran. Zwei Tore erzielte der LASK-Stürmer, darunter auch den entscheidenden Treffer in der Verlängerung. Seine Erklärung für dieses Comeback ist erstaunlich einfach: Der LASK habe weiter daran geglaubt.
„Viele haben nach dem 0:3 geglaubt, es ist vorbei, wir nicht“, sagte Adeniran nach dem Spiel. Genau diese Einstellung könnte der Schlüssel zu dem gewesen sein, was am Dienstag in Linz passiert ist. Denn spätestens nach dem 0:1 im Rückspiel hätte es genügend Gründe gegeben, das Spiel abzuhaken. Der LASK tat es nicht.
Acht Spiele gegen Europas Fußball-Elite
Für den LASK geht es jetzt dort weiter, wo österreichische Fußballklubs nur selten hinkommen: in der Ligaphase der Champions League. Im neuen Format tritt der Verein dort gegen acht unterschiedliche Gegner an. Gegen wen genau, wird bei der Auslosung bekannt gegeben.
Finanziell ist der Erfolg ebenfalls gewaltig. Der Einzug in die Ligaphase bringt dem LASK eine hohe Startprämie. Doch mindestens genauso viel dürfte für den Verein die internationale Aufmerksamkeit wert sein.
Österreichs Königsklasse bekommt einen neuen Klub
Red Bull Salzburg, Sturm Graz und Rapid Wien, sie alle hatten bereits Auftritte in der Königsklasse. Für den LASK ist es allerdings eine Premiere. Erstmals in der Vereinsgeschichte steht ein oberösterreichischer Klub in der Ligaphase der Champions League. Damit ist Linz plötzlich eine Adresse auf Europas Fußballkarte.
Für Jugendliche aus Oberösterreich ist das vielleicht näher, als es zunächst klingt. Champions League verbindet man normalerweise mit Städten wie Madrid, München, Paris oder Manchester. Mit riesigen Stadien, Weltstars und Vereinen, die jedes Wochenende Millionen Menschen verfolgen. Jetzt kommt ein Teil dieser Fußballwelt nach Oberösterreich. Und genau das könnte für junge Fußballfans einen Unterschied machen.
Wenn der Verein aus der eigenen Region plötzlich auf Lamine Yamal und Co. trifft
Wer selbst einen Sport betreibt, kennt wahrscheinlich das Gefühl: Man trainiert mehrmals pro Woche, spielt am Wochenende gegen andere Vereine und träumt vielleicht davon, irgendwann selbst in einem großen Stadion aufzulaufen.
Natürlich ist der Weg von einem Nachwuchsspieler bis zur Champions League weit. Aber der LASK macht diesen Traum plötzlich greifbarer. Denn wenn in einigen Wochen die Champions-League-Spiele beginnen, könnten auf der anderen Seite des Spielfelds plötzlich Spieler stehen, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Lamine Yamal, Harry Kane oder andere Weltstars könnten dann die Gegner von Samuel Adeniran, Sascha Horvath und den anderen LASK-Spielern sein.
Für die Spieler des LASK ist das die Belohnung für einen Abend, an dem sie selbst schon fast nicht mehr an ihre Chance glauben konnten. Für die Fans ist es die Aussicht auf Fußballabende, die es in Linz so noch nicht gegeben hat.
Nach Dienstagabend dürfte jedenfalls klar sein: Mit dem LASK ist in Europa zu rechnen.
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