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Das Terminal piepst in Barcelona: Warum eigenes Geld sich anders anfühlt

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Chefredakteur · Privates Gymnasium Sacré Coeur Wien
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26.08.2026
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Mein erstes eigenes Geld verdiente ich mit 15 in einem Sommerjob. Heute bezahle ich Reisen, Führerschein, Essen und größere Wünsche teilweise selbst. Dabei merke ich: Eigenes Geld macht mich gleichzeitig sparsamer und freier. Und plötzlich bekommt jeder Preis eine andere Bedeutung.

Eigenes Geld auszugeben fühlt sich ganz anders an. (Foto: Shutterstock)

In Barcelona liegt die Rechnung auf dem Tisch. Ich nehme meine Karte, halte sie ans Terminal und höre das kurze Piepsen. Ich weiß, wie viel Geld noch auf meinem Konto liegt. Ich weiß auch, welche Ausgaben nach dem Urlaub warten. Trotzdem fühlt sich dieser Moment entspannt an.

Dieses Gefühl war für mich einer der erwachsensten Momente des Sommers. Ich konnte bezahlen und wusste, warum das Geld da war.

Der Weg zu diesem Gefühl beginnt für mich drei Jahre früher. Mit 15 habe ich meinen ersten Sommerjob. Schon damals verändert sich etwas in meinem Kopf. Wenn ich mir etwas Teures wünsche, fühlt es sich besser an, dafür selbst zu arbeiten. Ein Kauf bekommt plötzlich eine Vorgeschichte aus Stunden, Sparen und Überlegen.

1.500 Euro können sehr viel und sehr wenig sein

Diesen Sommer kamen bei mir bis jetzt rund 1.500 Euro zusammen. Das Geld stammt aus Taschengeld, kleineren Jobs und Investments. Auf dem Konto klingt diese Summe zuerst groß.

Dann kommen Reisen, Führerschein, Essen gehen und andere Ausgaben.

Mein Führerschein gehört zu den größten Dingen, für die ich selbst Geld einplane. Auch mein Handy war eine große Ausgabe. Danach sieht eine vierstellige Summe plötzlich ganz anders aus. Geld kann innerhalb weniger Wochen zu Fahrstunden, Flugtickets, Restaurantrechnungen und Erinnerungen werden.

Ich empfinde das trotzdem als gutes Gefühl. Ich sehe, wofür ich gearbeitet und gespart habe. Gleichzeitig werde ich vorsichtiger. Eigenes Geld auszugeben fühlt sich anders an als Geld, das einfach verfügbar ist.

Die Schuhe bleiben im Geschäft

Das merke ich besonders bei Dingen, die ich gerne hätte, aber kaum brauche.

Vor einiger Zeit überlege ich, teure Schuhe zu kaufen. Ich mag sie, könnte sie mir leisten und stehe trotzdem vor einer einfachen Rechnung: Wenn ich jetzt einen großen Teil meines Geldes für ein Paar Schuhe ausgebe, fehlt dieser Betrag später bei einer Reise, beim Führerschein oder beim Sparen für mein nächstes Ziel.

Also lasse ich sie liegen.

Früher hätte ich bei einem Wunsch stärker darüber nachgedacht, ob ich ihn bekomme. Heute frage ich mich häufiger, ob ich ihn mir selbst wirklich leisten will. Diese zwei Fragen klingen ähnlich, fühlen sich aber völlig verschieden an.

Bei Freunden darf etwas zu teuer sein

Auch in meinem Freundeskreis reden wir offen über Geld. Bei uns darf jemand einfach sagen: „Das ist mir zu teuer.“ Daraus wird kein großes Thema. Wir suchen etwas anderes oder helfen einander aus.

Ich finde diese Offenheit wichtig. Geld entscheidet oft mit, ob wir bei etwas dabei sein können.

Der AK Jugendmonitor 2026 zeigt, wie verbreitet dieser Druck ist. 57 Prozent der 16 bis 29 Jährigen haben ihre Freizeitaktivitäten aus Kostengründen eingeschränkt. 58 Prozent fühlen sich durch hohe Lebensmittelpreise stark belastet. 52 Prozent haben bereits Ersparnisse aufgebraucht oder Schulden gemacht.

Ich hatte diesen Sommer das Glück, genug Geld für meine Pläne zu haben. In früheren Jahren bin ich schon auf Reisen verzichtet, weil sie mir zu teuer waren. Dadurch wirken diese Zahlen für mich sehr konkret. Hinter den Prozenten stecken abgesagte Wochenenden, ein Restaurantbesuch weniger oder ein Urlaub, der im Gruppenchat geplant wird und am Ende ohne einen selbst stattfindet.

Essen gehen fühlt sich inzwischen anders an

Ausgerechnet für zwei Dinge gebe ich besonders gerne Geld aus: Kleidung und Essen gehen.

Bei Restaurants merkt man die Preisentwicklung auch in den aktuellen Zahlen. Laut Statistik Austria lagen die Preise für Restaurants, Cafés, Bars und Fast Food im Juli 2026 um 4,4 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die allgemeine Inflation lag bei 2,8 Prozent.

Ein paar Euro Unterschied wirken bei einer einzelnen Rechnung klein. Wer regelmäßig mit Freunden essen geht, merkt sie irgendwann im eigenen Budget.

Trotzdem möchte ich mein Geld auch genießen. Sparen bedeutet für mich inzwischen, Prioritäten zu setzen. Manche Dinge sind mir ihr Geld wert. Bei anderen gehe ich weiter.

Sparen habe ich zu Hause gelernt

Meine Eltern haben mir früh gezeigt, wie Sparen funktioniert und wie man sich mit Aktien und anderen Investments beschäftigt. Ein Teil meines Geldes steckt deshalb auch dort.

Für mich hat sich das bisher ausgezahlt. Aktien können steigen und fallen, wichtiger ist für mich inzwischen aber der Gedanke dahinter: Geld muss nach einem Monat nicht komplett verschwunden sein. Ein Teil kann für ein späteres Ziel liegen bleiben.

Diese Ausgangslage ist ein Privileg. Der Jugendmonitor zeigt sehr deutlich, wie stark finanzielle Sicherheit unsere Zukunft beeinflusst. 82 Prozent der finanziell gut abgesicherten jungen Menschen blicken optimistisch nach vorne. Bei finanziell schlechter gestellten Jugendlichen sind es nur knapp vier von zehn.

Ich verstehe inzwischen besser, warum. Geld kauft viele Dinge. Vor allem gibt es Sicherheit. Die Sicherheit, eine Rechnung bezahlen zu können, bei einer unerwarteten Ausgabe ruhig zu bleiben oder einen Plan für die nächsten Monate zu haben.

Nach dem Führerschein kommt das Auto

Mein nächstes großes Ziel wartet schon.

Wenn der Führerschein fertig ist, möchte ich mir ein Auto kaufen. Damit beginnt die nächste Rechnung: Anschaffung, Versicherung, Tanken, Wartung und Reparaturen. Wahrscheinlich werde ich dafür wieder manche Wünsche nach hinten schieben.

Komischerweise schreckt mich das weniger ab als früher. Ich weiß inzwischen, wie es sich anfühlt, auf etwas hinzuarbeiten.

Mit 15 war es ein teurer Wunsch, den ich lieber selbst verdienen wollte. Heute sind es Führerschein, Reisen und irgendwann ein Auto. Die Summen werden größer. Mein Verhältnis zu ihnen wird gleichzeitig realistischer.

Das Piepsen in Barcelona

In Barcelona halte ich meine Karte an das Terminal und denke in diesem Augenblick kaum an Aktien, Sommerjobs oder Statistiken.

Ich bezahle einfach.

Erst später merke ich, warum sich dieser Moment so gut angefühlt hat. Auf meinem Konto war genug Geld, weil ich vorher gearbeitet, gespart und Entscheidungen getroffen hatte. Ich musste bei dieser Rechnung niemanden fragen und hatte trotzdem noch einen Plan für die Zeit danach.

Finanzielle Freiheit beginnt für mich deshalb viel kleiner als bei einem riesigen Konto.

Diesen Sommer war sie ein kurzes Piepsen in einem Restaurant in Barcelona und das Gefühl, auf der sicheren Seite zu sein.



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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kronen Zeitung.

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