Schockierende 231 Minuten verbringen Jugendliche täglich auf dem Handy. Das besagt jedenfalls die neue JIM-Studie aus dem Jahr 2025. Doch was passiert in dieser großen Zeitspanne? Ganz groß liegt Kommunikation und Ablenkung im Fokus, wobei WhatsApp und Instagram die führenden Apps sind. Doch nicht nur Jugendliche verlassen sich auf ihr Handy. Alarme, Kalender, Fotos – alles ist dort zu finden, und schon stehen Erwachsene und Jugendliche versunken in ihr Smartphone an der Bushaltestelle.
Warum ist das Handy so wichtig?
Viele Jugendliche teilen die gleiche Meinung, wenn es darum geht, was ihnen am Handy am wichtigsten ist. Florina (15), Schülerin am KLEX meint dazu, dass das Handy essenziell für Erreichbarkeit und Orientierung sei. Denn blickt man der Wahrheit ins Auge, können die meisten nicht einmal mehr eine Karte lesen oder sich gar ohne Hilfsmittel außerhalb der Innenstadt orientieren. Doch auch Ablenkung oder Langeweile spielt eine große Rolle. Maya (16), ebenfalls Schülerin am KLEX zückt ihr Handy oft aus Gewohnheit. Denn wenn sie mal wieder allein zur Schule fährt, gibt es nicht viel mehr zu tun, als sich über die lustigen Videos auf Instagram zu amüsieren und die tägliche Dosis Französisch auf Duolingo zu genießen.
Mehr Aufwand oder Alzheimer
Natürlich ist es einfacher und schneller, Google Maps zu benutzen, um zum gewünschten Ziel zu kommen. Doch manchmal sollte die altmodische Variante wohl doch vorgezogen werden, denn gesundheitliche Vorteile sind die Belohnung. Eine britische Studie vom University College London, untersuchte die Gehirne von Taxifahrern aus London und kam zu der Erkenntnis, dass diese einen vergrößerten Hippocampus besitzen. Noch spannender ist jedoch, dass eine konstante Stimulation dieses Hippocampus, welcher essenziell fürs Lernen und unser Gedächtnis ist, das Risiko für Alzheimer verringern kann.
Jugendliche sind nicht einfach nur ignorant
Ist euch nicht bewusst, dass ihr von Social Media ausgebeutet werdet und der Algorithmus euch manipuliert? Wenn du so viel auf dein Smartphone schaust, verblödest du nur. Solche Aussagen hören Jugendliche oft. Doch was den meisten Erwachsenen nicht bewusst ist, Jugendliche wissen über die Gefahren oft besser Bescheid. Das Problem ist, die meisten wissen nicht, was sie sonst tun sollen. Perfekt dafür bietet sich das legendäre Handy Experiment an. Über einen Zeitraum von drei Wochen im März verzichten Schüler:innen aus ganz Österreich komplett auf ihr Handy. Das ist die ideale Möglichkeit neue Hobbies, Ablenkungsstrategien und andere Alternativen zum Handy zu entdecken. Und wer weiß, vielleicht bleiben manche von diesen nach dem Experiment sogar bestehen.
Wo muss ich hin? Lass mich doch die nette Frau dort drüben fragen. Hier ist es zu still, wie wäre es mit Musik? Hey Greta, wie geht nochmal dieses Lied, welches uns gestern so gefallen hat? Wann muss ich zu Hause sein? Ah, heute am Frühstückstisch meinte meine Mutter spätestens um elf. Habe ich morgen einen Termin? Lass mich kurz in meinem Kalender checken. Egal wo, egal wann – auf meinen Verstand und auf meine Fähigkeiten kann ich mich immer verlassen.
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