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Sieht das niemand? Wie sich Judenhass wegen Israel und Epstein ausbreitet

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Volontär · BORG Egg
24.02.2026
2 Min.

Bei einer kleinen Umfrage an unserer Schule zeigte sich, dass vier von vier Schülern täglich online mit Judenhass konfrontiert sind. Eine kleine Stichprobe und doch ein deutliches Zeichen. Falsche Fakten, Verschwörungstheorien und eine Geheimsprache mit Zahlen und Symbolen machen die antisemitischen Netzwerke immer mächtiger. Wäre es nicht gerade jetzt wichtiger, Frieden statt Hass zu säen?

Der Hass auf das Judentum wächst. Viel zu wenig geschieht dagegen. (Foto: Shutterstock)

Der Untergang der Titanic, die Zerstörung der Twin Towers und praktisch alles Böse auf dieser Welt schreiben bestimmte Gruppen „den Juden“ zu. Was sich dann oft anhört wie eine Propagandazeitschrift aus dem Zweiten Weltkrieg, wird genau jetzt, in dieser Sekunde, in den sozialen Netzwerken wieder massenhaft verbreitet. Gerade durch den Israel-Palästina-Konflikt und den Fall Jeffrey Epstein, der jüdischer Herkunft war, breitet sich moderner Antisemitismus online immer weiter aus.

Antisemitismus gab es schon immer

Der Hass auf die jüdische Glaubensrichtung brennt seit Jahrhunderten in den Köpfen mancher Extremisten. Doch durch soziale Netzwerke erreicht dieser Hass eine neue Dimension: Mit nur wenigen Klicks können plötzlich unzählige Menschen erreicht werden. Antisemitische Gruppen verbreiten gezielt Videos und Inhalte, die den Hass weiter anheizen – oft millionenfach.

Sieht das wirklich niemand?

Wie sich bei einer Befragung an unserer Schule herausstellte, wurden vier von vier Personen regelmäßig, teilweise sogar täglich, mit solchen Inhalten konfrontiert. Eine kleine Stichprobe – und doch ein deutliches Zeichen. Holocaust-Leugnung, Hitlerreden, Verschwörungstheorien und angebliche „Beweise“ für eine Beteiligung des Mossad an den Anschlägen vom 11. September 2001 sind nur einige der hasserfüllten Inhalte, die unaufhörlich durch die Feeds scrollen.

Die Geheimsprache der Antisemiten

Scheinbar harmlose Zeichen und Zahlen werden in diesen Kreisen gezielt genutzt, um Hass im Verborgenen zu verbreiten. Ein Beispiel ist das Apfelsaft-Emoji, das im Englischen „apple juice“ heißt und ähnlich klingt wie „Jews“. Auch das Nasen-Emoji oder die Zahl 271.000 – basierend auf einer Verschwörungstheorie, die die Verbrechen des Zweiten Weltkriegs verharmlost – werden bewusst eingesetzt. Hinter scheinbar harmlosen Symbolen versteckt sich dabei oft eine klare Botschaft.

Was kann man dagegen tun?

Alle Befragten gaben an, die verstörenden Inhalte sofort gemeldet und blockiert zu haben – doch sie tauchten immer wieder auf. Kaum verschwunden, schon wieder da. Das wirft eine zentrale Frage auf: Müssten nicht größere Plattformen und Institutionen deutlich stärker gegen Antisemitismus und Hass im Netz vorgehen?

Mehr Aufklärung in der Gesellschaft ist entscheidend, um auch die verhärtetsten Meinungen zu hinterfragen und dem Hass langfristig etwas entgegenzusetzen.




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