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Wir, die faule Generation Z: Abrechnung mit einem Klischee

Oft bekommen wir, die Generation Z, zu hören, wie faul wir sind und dass wir den ganzen Tag nur am Handy hängen und nichts von der Welt wissen und mitbekommen. Doch ist es wirklich so, oder schätzen uns alle falsch ein?

Angeblich nur am Handy: In Wirklichkeit muss die Genz Z Herausforderungen bewältigen, die es für frühere Generationen noch gar nicht gab. (Foto: ccnull.de)

„Früher war alles anders." Unsere Eltern und Großeltern erzählen uns fast täglich, wie sie bei Regen und durch Wälder zur Schule gehen mussten, sogar samstags. Sie durften nie fehlen, hatten keine Zeit zum Jammern und mussten einfach funktionieren. Heute ist alles anders. Wir, die Gen Z, gelten immer gleich als faul. Angeblich suchen wir nur Ausreden, um nicht hart arbeiten zu müssen, und hängen stattdessen am Handy oder an der Playstation. „So etwas gab es früher nicht“, heißt es dann und alles wird als reine Zeitverschwendung abgestempelt.

Die Welt hat sich verändert

In einem Punkt haben sie recht: Die Zeit hat sich wirklich verändert. Unser Alltag ist viel digitaler geworden, und selbst kleine Kinder besitzen heute schon ein Handy. Das bringt neue Möglichkeiten, aber auch neue Anforderungen mit sich. In vielen Berufen geht es ohne Computerkenntnisse gar nicht mehr, oft sind zusätzliche Schulungen erforderlich, ständige Weiterbildung ist normal geworden.

Die Gen Z ist nicht faul, sie denkt einfach anders und hat andere Ziele. Durch Social Media sind viele neue Probleme entstanden: Fake News, ständige Vergleiche mit anderen und der Druck, perfekt sein zu müssen. Das macht unsicher und belastet viele mental. Manche kämpfen mit Depressionen, andere verändern sich stark. Das bedeutet aber nicht, dass wir nichts leisten wollen. Oft stehen schulische Probleme oder schwierige Beziehungen im Hintergrund, mit denen wir erst einmal klarkommen müssen.

Ruhe ist kein Versagen

All das zu bewältigen, kann viel Kraft erfordern. Trotzdem braucht jeder Mensch irgendwann eine Pause. Nicht alles im Leben muss ständig anstrengend sein. Für viele aus der Gen Z ist das Handy ein Ort, um abschalten zu können, durch lustige Videos, Musik oder einfach Ablenkung. Das ist keine Faulheit. Es ist unsere Art, zur Ruhe zu kommen und für einen Moment Abstand von der Außenwelt zu gewinnen. Wir wissen, wann wir diese Pause brauchen, und lernen, unsere Zeit auf unsere eigene Weise einzuteilen.



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