Die Sonne liegt warm auf der Haut, während ich direkt am Ufer sitze und die Füße durchs Gras streifen lasse. Vor mir fließt der kleine Fluss langsam in den See hinein. Keine wilden Wellen, kein lautes Rauschen, nur dieses ruhige Plätschern, wenn das Wasser gegen die Steine stößt. Die Oberfläche glitzert in der Sonne, so hell, dass ich kurz die Augen zusammenkneifen muss. Es riecht nach Sommer, nach warmem Holz, Sonnencreme und dem feuchten Ufer. Neben mir rauschen die Blätter im Wind, irgendwo lachen Leute, und über dem Wasser summen Insekten in der Hitze.
Das Wasser ist hier so klar, dass ich bis auf den Grund sehen kann. Runde Steine liegen unter der Oberfläche, kleine Fische schießen zwischen den Schatten hindurch, und zwischen den Lichtreflexen flackert manchmal mein eigenes Spiegelbild auf. Alles fühlt sich langsamer an. Ruhiger. So, als würde die Zeit genau hier kurz stehen bleiben.
Direkt daneben lehnt sich ein großer Baum über den See. Die Rinde ist rau unter meinen Händen, während ich hinaufklettere, und ein bisschen Harz bleibt an meinen Fingern kleben. Oben bleibe ich kurz stehen. Unter mir glitzert das Wasser, hinter mir höre ich meine Freunde reden und lachen, und die Sonne wärmt noch die Haut. Für einen Moment fühlt sich alles leicht an. Dann springe ich. Dieser kurze Augenblick in der Luft ist jedes Mal perfekt. Der warme Wind auf der Haut, dieses Kribbeln im Bauch und dann das kalte Wasser, das mich komplett umschließt.
Sommerabende, Freunde und Erinnerungen
Die Sonne bleibt genau dort immer am längsten. Während andere schon ihre Taschen packen und langsam nach Hause gehen, sitzen wir immer noch am Ufer, als hätten wir unendlich Zeit. Das Licht wird langsam goldener, der See ruhiger, und alles sieht plötzlich weicher aus. Oft bleiben wir bis zum Sonnenuntergang und schauen einfach zu, wie die Farben am Himmel wärmer werden. Manchmal reden wir stundenlang über alles, was gerade in unserem Leben passiert. Manchmal sagt einfach niemand etwas. Dann sitzen wir nur nebeneinander, hören das leise Wasser, das Zirpen der Grillen und schauen auf den See.
Mein Hund ist fast immer dabei und komplett voller Energie. Er rennt am Ufer entlang, springt ohne nachzudenken ins Wasser und kommt tropfend wieder zurück, nur um direkt wieder loszurennen. Einmal hat er tatsächlich einen Mangokern verschluckt. Eben saßen wir noch entspannt am Wasser, im nächsten Moment sind wir hektisch ins Auto gesprungen und zum Tierarzt gefahren. Heute lachen wir darüber, aber in diesem Moment war plötzlich alles chaotisch und stressig.
Und natürlich sind auch meine Freunde immer dabei. Einmal haben wir dort richtig coole Leute kennengelernt, sind einfach ins Gespräch gekommen und geblieben. Stundenlang. Irgendwann war es schon dunkel, aber niemand wollte wirklich gehen. Während wir noch geredet haben, sind nach und nach die Sterne am Himmel aufgetaucht, und der See war fast schwarz geworden.
Wir sitzen dort oft stundenlang zusammen, reden über alles, was gerade passiert, erzählen Geschichten oder genießen einfach nur die Zeit miteinander. Manchmal liegen wir einfach im Gras, schauen in den Himmel und sagen gar nichts. Und irgendwie ist genau das der beste Teil.
Ich glaube, ich liebe diesen Ort so sehr, weil er nichts Besonderes sein muss, um sich besonders anzufühlen, und ich habe das Gefühl, dass genau jetzt gerade alles passt.
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