Die Olympiahalle bebte. Rot-blaue Schals wirbelten durch die Luft, Trommeln dröhnten, und irgendwo ganz hinten brüllten die Straubinger Fans bereits ihr erstes „Tigers! Tigers!“. Es war Derbytag – München gegen Straubing. Ein Spiel, das nie nur ein Spiel war.
Münchens Kapitän Leon Schneider kniete sich vor dem Bullypunkt hin, atmete tief ein und hörte über sich die Fanfare des Stadions aufheulen. Ihm gegenüber stand Straubings Kampfgeist in Person: Tobias „Tobi“ Huber, bekannt dafür, dass er selbst auf Glatteis noch Funken schlagen konnte.
Das erste Bully – klack! – und plötzlich ging alles schnell. Straubing spielte aggressiv, checkte hart, drängte München in die Defensive. Torhüter Stern bekam mehr Pucks zu sehen, als ihm lieb war, doch er parierte jeden mit stoischer Ruhe. Dann, in der 12. Minute, ein Münchner Fehler. Ein Pass zu weit, ein Straubinger Schläger dazwischen – und schon zappelte der Puck im Netz. 0:1. Die Gästekurve explodierte.
Doch München wäre nicht München, wenn das Team nicht zurückkämpfen würde. Im zweiten Drittel kam die Wende: ein sauberer Aufbau, ein Doppelpass, ein Schlagschuss wie aus dem Lehrbuch – und der Ausgleich durch Schneider selbst. Die Halle tobte, und plötzlich lag wieder dieser unverwechselbare Derbyfieber-Geruch in der Luft.
Das letzte Drittel war purer Nervenkitzel. Beide Teams erspielten sich Chancen, beide Torhüter mussten über sich hinauswachsen. Fünf Minuten vor Schluss dann die Szene des Spiels: Ein Straubinger Verteidiger verlor kurz die Balance, Münchens Flügelstürmer Niko Markovic spritzte dazwischen und stürmte frei aufs Tor zu. Ein kurzer Blick, ein Schlenzer – Latte! Der Puck sprang hoch, fiel auf die Linie… und rutschte gerade so ins Tor.
2:1. Die roten Lichter flackerten, und die Fans rissen jubelnd die Arme in die Höhe.
Straubing warf in den letzten Sekunden alles nach vorn, nahm den Goalie raus, belagerte das Münchner Drittel. Noch zehn Sekunden. Noch fünf. Ein letzter Schuss – gehalten!
Als die Sirene ertönte, schien die ganze Halle gleichzeitig aufzuatmen. München gewann das Derby – knapp, mit Herz, mit Kampf. Und während sich die Spieler die Hände schüttelten, wussten alle schon: Das nächste Derby würde wieder genauso wild werden.
Denn so ist Eishockey in Bayern. Schnell, laut und immer voller Geschichten.
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