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Da haben wir schon gewusst: Jetzt gibt’s Ärger!

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06.09.2026
4 Min.

Versteckte Kreide, ein vergessener Turnbeutel und eine besorgte Mutter am Küchentisch: Meine Oma Sigrid erzählt von ihrer Schulzeit in den 1970ern. Vieles war damals anders, manches erstaunlich vertraut.

Meine Oma uns ich (Foto: Franz Tripolt)

Heute sind Handys, Computer und Internet aus der Schule kaum wegzudenken. Für meine Oma Sigrid sah der Schulalltag ganz anders aus. Sie besuchte Anfang der 1970er-Jahre die Hauptschule in Preitenegg im Lavanttal. Beim Erzählen musste sie immer wieder lachen, denn auch wenn vieles damals strenger war, langweilig war ihre Schulzeit keineswegs. Drei Erlebnisse sind ihr besonders im Gedächtnis geblieben.

Ein Streich, der nicht ganz nach Plan lief

„Wir waren natürlich auch nicht immer brav“, erzählt meine Oma Sigrid und lacht. Besonders gut erinnert sie sich an einen Streich, den sie gemeinsam mit ihren Mitschülern ausgeheckt hatte.

Vor einer Unterrichtsstunde beschlossen einige aus der Klasse, sich einen kleinen Spaß zu erlauben. Sie versteckten die Kreide des Lehrers, weil sie wissen wollten, wie lange es dauern würde, bis er sie findet. Als der Lehrer hereinkam, wollte er sofort etwas an die Tafel schreiben.

„Er hat die Kreide gesucht und wir haben alle versucht, ganz unschuldig dreinzuschauen.“

Lange dauerte es allerdings nicht, bis der Lehrer merkte, dass die Kreide nicht einfach verschwunden war. Er sah durch die Klasse und fragte, wer sie genommen hatte.

„Da war es plötzlich ganz still. Keiner wollte etwas sagen.“

Schließlich musste Sigrid zusammen mit zwei Mitschülern nach vorne kommen. Der Lehrer hielt ihnen eine ordentliche Standpauke und sie mussten nach dem Unterricht noch kurz im Klassenzimmer bleiben.

„Wir haben uns schon gedacht, dass das nicht ohne Folgen bleibt“, erzählt sie heute schmunzelnd.

Ein vergessener Turnbeutel

Auch eine ganz andere Situation ist ihr bis heute im Gedächtnis geblieben. An einem Turntag hatte Sigrid ihren Turnbeutel zu Hause vergessen.

„Ich bin erst in der Schule draufgekommen. Da war natürlich nichts mehr zu machen.“

Während ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ihre Turnsachen auspackten, stand sie ohne Sportkleidung da. Sie hoffte zunächst, dass es niemand bemerken würde. Doch natürlich fiel es dem Lehrer sofort auf.

„Ich hab gesagt, dass ich meinen Turnbeutel vergessen habe. Er hat nur den Kopf geschüttelt.“

Damit sie trotzdem mitmachen konnte, durfte sie schließlich in ihrer normalen Kleidung bei einigen Übungen dabei sein. Besonders unangenehm war ihr, dass die anderen sie natürlich ein bisschen damit aufzogen.

„Das war mir damals urpeinlich. Heute muss ich selber darüber lachen.“

Am nächsten Tag nahm sie sich jedenfalls fest vor, ihre Sachen nicht noch einmal zu vergessen.

Der lange Heimweg

Eine weitere Erinnerung hat mit dem Schulweg zu tun. Damals wurden Kinder nicht einfach jeden Tag von den Eltern mit dem Auto abgeholt. Sigrid ging gemeinsam mit anderen Kindern zur Schule und wieder nach Hause.

Eines Tages blieb sie nach dem Unterricht noch länger mit einer Freundin zusammen. Sie redeten und trödelten, anstatt gleich nach Hause zu gehen.

„Wir haben überhaupt nicht auf die Uhr geschaut. Für uns war das damals ja kein Problem.“

Als sie schließlich zu Hause ankam, war ihre Mutter bereits unruhig.

„Wo bist du so lange gewesen?“, wurde sie gefragt.

Sigrid erklärte, dass sie mit ihrer Freundin unterwegs gewesen war. Eine große Strafe bekam sie zwar nicht, aber eine deutliche Ansage, beim nächsten Mal direkt nach Hause zu kommen.

„Damals war das halt anders. Die Eltern wollten schon wissen, wo man ist.“

Heute erinnert sie sich vor allem gerne an diese Zeit zurück. „Wir waren viel draußen und haben uns selber beschäftigt. Wir hatten ja kein Handy, mit dem wir die ganze Zeit herumtun konnten.“

Eine andere Zeit, aber nicht alles war anders

Wenn Sigrid von ihrer Schulzeit erzählt, wird deutlich, dass sich Schule in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert hat. Trotzdem kommen einem manche Situationen erstaunlich bekannt vor: vergessene Sachen, kleine Streiche, Ärger mit Lehrern und Freunde, mit denen man nach der Schule herumalbert.

„Die Lehrer waren schon strenger als heute“, erzählt sie. „Aber wir haben auch viel gelacht.“

Für meine Oma Sigrid war die Hauptschule in Preitenegg nicht nur ein Ort zum Lernen. Es waren vor allem die kleinen Erlebnisse mit ihren Mitschülern, die ihr bis heute im Gedächtnis geblieben sind.

Und als ich sie frage, ob sie ihre Schulzeit gerne noch einmal erleben würde, überlegt sie kurz und sagt lachend:

„Für einen Tag vielleicht. Aber danach bin ich froh, wenn ich wieder daheim bin.“

Vielleicht ist genau das der größte Unterschied zwischen damals und heute: Die Technik hat sich verändert, die Schule hat sich verändert – aber dass man mit seinen Freunden Blödsinn macht und sich Jahrzehnte später noch daran erinnert, ist wohl immer gleich geblieben.




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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Kronen Zeitung.

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