Die Vorstellung, bei der täglichen Fahrt in einem Auto zu sitzen, das ganz alleine lenkt, bremst und beschleunigt, ist im ersten Moment ziemlich gewöhnungsbedürftig. Schließlich übergibt man sein Leben einer Reihe von Sensoren, Kameras und Computercodes. Trotzdem könnte ich mir absolut vorstellen, mich in so ein autonomes Fahrzeug reinzusetzen. Für mich ist diese Technik wie der perfekte Co-Pilot. Vor allem auf langen, faden Autobahnstrecken oder im täglichen Stop and go Verkehr in der Stadt ist die Technik ein Segen. Statt genervt auf die Bremslichter des Vordermanns zu starren, könnte man die Zeit sinnvoll nutzen, zum Beispiel für Musik, Serien oder einfach zum Abschalten. Das Auto wird vom reinen Fortbewegungsmittel zu einer Zone zum Runterkommen.
Mein persönlicher Check in den USA
Dass dieses Konzept keine Science Fiction mehr ist, habe ich letzten Sommer im Familienurlaub in Amerika am eigenen Leib erfahren. Wir wollten es genau wissen und haben ein selbstfahrendes Auto der Firma Waymo (siehe Thumbnail) getestet. Im Innenraum gab es ein Display auf dem man genau sehen konnte was das Auto über seine Sensoren erfasst: Fußgänger, Ampeln, sogar kleine Hindernisse am Straßenrand wurden in Echtzeit digital dargestellt. Obwohl es anfangs extrem ungewohnt war dem leeren Fahrersitz beim Lenken zuzuschauen, fühlte sich die Fahrt unglaublich sicher an. Das Auto fuhr defensiv, hielt sich penibel an alle Regeln und strahlte eine Perfektion aus, die kein menschlicher Fahrer nachmachen kann. Dieses Erlebnis hat mein Vertrauen in die Technik definitiv gestärkt.
Sicherheit versus Fahrspaß: Ein riesiger Kompromiss?
Der größte Pluspunkt dieser Technologie ist ohne Zweifel die Sicherheit. Ein Computer wird nicht müde, lässt sich nicht von einer WhatsApp Nachricht ablenken und kriegt keinen Sekundenschlaf. Statistisch gesehen würden die Unfallzahlen drastisch sinken, weil der größte Risikofaktor auf der Straße, der Mensch, durch ein eiskalt berechnendes System ersetzt wird. Auf der anderen Seite der Medaille steht aber der Fahrspaß. Wer die Kurven auf einer Bergstraße gerne selbst ansteuert oder das Gefühl liebt, die Maschine unter sich zu kontrollieren, für den wird die Zukunft ziemlich langweilig. Wenn das Auto zum reinen Linienbus ohne Busfahrer mutiert, geht die Leidenschaft fürs Autofahren komplett verloren.
Das Fazit für die Zukunft
Am Ende ist es wohl eine Frage der Situation. Für den stressigen Alltag, den Arbeitsweg oder die Urlaubsreise in den Süden ist das autonome Fahren unschlagbar, weil es uns jede Menge Energie spart. Geht es aber um die Freiheit auf vier Rädern und das echte Fahrgefühl, wird uns die Technik wohl einiges nehmen. Ich persönlich würde den Chauffeur ohne Puls im Alltag sofort buchen, solange man den Autopiloten für die Wochenendausfahrt auch mal komplett ausschalten und selbst aufs Gaspedal drücken darf.
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