ChatGPT & Co.: Lernhilfe oder Abkürzung zum Erfolg?

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Volontärin · BRG Kufstein
01.06.2026
4 Min.

Künstliche Intelligenz ist aus dem Schulalltag kaum mehr wegzudenken. Viele Schülerinnen und Schüler nutzen Programme wie ChatGPT oder Knowunity, um sich Lernstoff erklären zu lassen, Aufgaben zu üben oder Zusammenfassungen zu erstellen. Doch während KI das Lernen erleichtern kann, stellt sich auch die Frage: Hilft sie uns wirklich beim Denken oder nimmt sie uns das Denken irgendwann ab?

Ich merke, dass ich mich bei Hausübungen dank künstlicher Intelligenz weniger anstrenge. (Foto: Shutterstock)

Schon wieder sitze ich in meinem Zimmer. Nächste Woche steht ein Test an, vor dem ich irgendwie mehr Angst habe als vor mancher Schularbeit. Ich frage mich, ob es an mir liegt oder ob die Lehrperson das Thema einfach nicht gut erklärt hat. Sofort fällt mir die naheliegendste Lösung ein: KI! Während ich ChatGPT öffne, schreibe ich parallel in die Klassengruppe, um herauszufinden, ob es nur mir so geht. Schnell wird klar: Den anderen geht es nicht besser. Genau so eine Situation kennen wir doch alle, oder?

Welche KI-Tools nutze ich und wie hilfreich sind sie?

Ich verwende hauptsächlich ChatGPT und Knowunity zum Lernen. Beide können sehr hilfreich sein, wenn ich etwas im Unterricht nicht verstanden habe oder eine Erklärung auf eine andere Art brauche. Besonders praktisch finde ich, dass man Fragen stellen kann und oft sofort eine verständliche Antwort bekommt.

Für Erklärungen, Zusammenfassungen oder zum Üben von Aufgaben finde ich KI sinnvoll. Weniger sinnvoll wird sie, wenn man sie nur benutzt, damit man selbst nichts mehr machen muss. Dann lernt man zwar vielleicht schneller, versteht den Stoff aber nicht wirklich.

Fairer Einsatz oder Betrug?

Meiner Meinung nach ist es völlig in Ordnung, KI zum Lernen und Verstehen von Themen zu verwenden. Sie kann dabei helfen, schwierige Inhalte einfacher zu erklären oder zusätzliche Beispiele zu geben.

Auch bei Hausübungen nutzen viele Schülerinnen und Schüler KI. Das halte ich zwar nicht immer für die beste Idee, weil man dabei oft weniger selbst übt, aber es ist für mich noch nicht unbedingt Betrug.

Ganz anders sehe ich es bei Tests oder Schularbeiten. Wenn jemand während einer Prüfung heimlich sein Handy verwendet und sich von einer KI die Antworten geben lässt, ist das unfair gegenüber allen anderen, die ihr Bestes geben. Besonders schlimm finde ich es, wenn viele in einer Klasse so vorgehen. Dann werden ehrliche Leistungen schlechter bewertet, während diejenigen, die schummeln, perfekte Ergebnisse bekommen. Für mich ist genau das Betrug. Vor allem, weil ich ja auch diese Option hätte, es jedoch nicht tue, da es einfach unfair und moralisch nicht korrekt ist.

Vertraue ich einer KI mehr als einem Lehrer?

Das kommt für mich auf die Person an. Manche Lehrerinnen und Lehrer erklären sehr verständlich, andere weniger. Dasselbe gilt auch für KI. Deshalb vertraue ich nicht automatisch der KI oder dem Lehrer mehr.

Entscheidend ist für mich, ob die Erklärung logisch ist und ob ich sie verstehe. Trotzdem sollte man bedenken, dass KI Fehler machen kann. Deshalb ist es wichtig, Informationen zu überprüfen und nicht alles ungefragt zu übernehmen.

Wie verändert KI mein eigenes Denken?

Wenn ich Aufgaben mit KI-Hilfe löse, merke ich manchmal, dass ich mich weniger anstrenge. Oft denkt man sich: „Die KI hilft mir sowieso, also muss ich nicht lange überlegen.“ Das kann praktisch sein, aber es hat auch Nachteile.

Wenn man sich zu sehr auf KI verlässt, trainiert man das eigene Denken weniger. Man gewöhnt sich daran, Antworten sofort zu bekommen, anstatt selbst nach Lösungen zu suchen.

Denke ich noch selbst oder denkt die KI für mich?

Ich merke, dass ich noch selbst denke, wenn ich die Lösung nachvollziehen kann und erklären könnte, wie sie zustande gekommen ist. Wenn ich dagegen einfach die Antwort kopiere, ohne sie wirklich zu verstehen, dann denkt die KI praktisch für mich.

Ein gutes Zeichen ist, wenn ich nach der Erklärung eine ähnliche Aufgabe auch alleine lösen kann. Dann hat die KI mir geholfen zu lernen, statt die Arbeit für mich zu übernehmen.

Macht KI uns zu besseren Lernenden?

Ich glaube, KI kann uns zu besseren Lernenden machen, wenn wir sie richtig einsetzen. Sie bietet schnelle Hilfe, erklärt schwierige Themen und kann beim Üben unterstützen.

Wenn wir jedoch jede Aufgabe von der KI erledigen lassen, besteht die Gefahr, dass wir wichtige Fähigkeiten verlernen. Dazu gehören selbstständiges Denken, Problemlösen und kritisches Hinterfragen. Deshalb sollte KI ein Werkzeug sein, das unser Lernen unterstützt und kein Ersatz für unser eigenes Denken.

Fazit

KI ist weder nur ein Werkzeug für Genies noch das Ende des Denkens. Sie kann eine große Hilfe beim Lernen sein, solange man sie verantwortungsvoll nutzt. Für Erklärungen, Übungen und das Verständnis von Stoff ist sie sehr nützlich. Wird sie jedoch zum Schummeln in Tests oder Schularbeiten verwendet, wird aus einem hilfreichen Werkzeug Betrug. Am Ende kommt es darauf an, dass wir die KI nutzen, um besser zu lernen, und nicht, damit sie an unserer Stelle denkt.









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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung durch die Raiffeisen Informatik.

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