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Warum ich beim Einkaufen plötzlich anders denke

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Volontärin · HLA Baden
28.02.2026
3 Min.

Früher bin ich einfach durch den Supermarkt gegangen und habe nicht groß darüber nachgedacht, warum Dinge teurer werden. Heute bleibe ich manchmal stehen, schaue auf das Preisschild und überlege, welche wirtschaftlichen Gründe dahinterstecken. Seit ich Volkswirtschaft in der Schule habe, sehe ich Geld, Preise und Nachrichten mit ganz anderen Augen. Wirtschaft ist für mich kein abstraktes Fach mehr, sondern Teil meines Alltags geworden.

Was kostet wie viel und warum? Darüber sollten wir mehr wissen (Foto: shutterstock)

Ich stehe im Supermarkt vor dem Regal mit meinen Lieblingssnacks. Letztes Jahr hat die Packung noch 1,49 Euro gekostet. Jetzt stehen dort plötzlich 1,99 Euro. Ich schaue noch einmal genau hin, drehe die Packung um, als hätte ich mich verlesen. Auch die Milch ist teurer geworden. Und das Brot. An der Kasse rechne ich im Kopf nach und merke: Für denselben Einkauf zahle ich heute deutlich mehr als früher. Früher hätte ich einfach gedacht: „Alles wird halt teurer.“ Heute frage ich mich: Warum eigentlich?

Viele Schülerinnen und Schüler verlassen die Schule, ohne wirklich zu verstehen, wie Geld funktioniert, warum Preise steigen oder was genau mit „Inflation“ gemeint ist. Dabei betreffen wirtschaftliche Themen unseren Alltag ständig – beim Einkaufen, beim Sparen, bei der Berufswahl oder später bei Krediten und Steuern.

Meine Erfahrung mit VWL

Ich habe das Fach Volkswirtschaft (VWL) in der Schule und finde es richtig interessant. Dort lernen wir nicht nur theoretische Begriffe, sondern Dinge, die direkt mit unserem Leben zu tun haben. Wir sprechen darüber, wie Geld entsteht, welche Rolle Banken spielen und warum Staaten überhaupt Steuern erheben.

Besonders spannend finde ich das Thema Inflation. Früher habe ich mich einfach nur gewundert, warum die Lebensmittel im Supermarkt plötzlich teurer geworden sind. Heute verstehe ich, dass Preise nicht ohne Grund steigen. Im VWL-Unterricht haben wir gelernt, dass Inflation entstehen kann, wenn die Nachfrage nach Produkten steigt oder wenn die Produktionskosten höher werden, zum Beispiel durch teurere Energie oder Rohstoffe. Seitdem achte ich viel bewusster auf Preisveränderungen und überlege, welche wirtschaftlichen Gründe dahinterstecken. Das Wissen hilft mir tatsächlich beim Einkaufen.

Auch das Thema Angebot und Nachfrage begegnet mir im Alltag. Als das neue iPhone 17 auf den Markt kam, wollten es plötzlich alle haben. Die Nachfrage war riesig, aber die Stückzahlen begrenzt. Der Preis blieb deshalb lange hoch. Durch den Unterricht habe ich verstanden, warum das logisch ist: Wenn viele Menschen etwas kaufen möchten, aber nur wenige Produkte verfügbar sind, steigt der Preis.

Im Unterricht lernen wir außerdem, wie wirtschaftliche Krisen entstehen können und warum Institutionen wie die Europäische Zentralbank eine wichtige Rolle spielen. Wenn in den Nachrichten vom Euro oder von Zinserhöhungen die Rede ist, verstehe ich inzwischen viel besser, was dahintersteckt. Das hilft mir, politische Entscheidungen einzuordnen und nicht nur Schlagzeilen zu lesen.

Die Bedeutung wirtschaftlicher Fächer

Viele Schulen haben kein eigenes Fach für Wirtschaft, und wenn doch, wird das Thema Geld oft nur am Rande behandelt. Das finde ich schade, denn wirtschaftliche Bildung ist genauso wichtig wie Mathematik oder Deutsch. Jeder Mensch geht täglich mit Geld um. Jede und jeder wird später arbeiten, Steuern zahlen, vielleicht einen Kredit aufnehmen oder investieren. Ohne Grundwissen trifft man schnell falsche Entscheidungen.

Deshalb sollten alle Schulen mehr Unterricht zu Geld und Wirtschaft anbieten. Es geht nicht nur darum, Fachbegriffe auswendig zu lernen, sondern darum, zu verstehen, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Wirtschaft betrifft uns alle und je früher wir sie verstehen, desto besser können wir verantwortungsbewusste Entscheidungen für unsere Zukunft treffen.



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