Wirtschaft Österreich Meinung

Schon mit 17 muss ich Entscheidungen über Geld treffen: Warum bereitet uns die Schule nicht vor?

Kein Profil-Bild gefunden.
Volontärin · Höhere Lehranstalt Sozialmanagement und Fachschule für Sozialberufe
26.02.2026
2 Min.

Ob ein Abo abschließen, meine erste Bankkarte nutzen oder Online-Dienste beantragen: Oft merke ich, dass mir grundlegendes Wissen fehlt. Ich frage mich, warum Schule uns auf solche alltäglichen Herausforderungen kaum vorbereitet.

Wir müssen mehr über Geld wissen, sonst können wir leicht betrogen werden. (Foto: shutterstock)

Schon vor ein paar Wochen wollte ich ein günstiges Probeabo abschließen. Der Preis klang zunächst niedrig, nur ein paar Euro im Monat. Erst als ich die Bedingungen genauer gelesen habe, habe ich gemerkt, dass sich das Abo automatisch verlängert und teurer wird. Ich habe mir alles selbst zusammengesucht, im Internet recherchiert und andere gefragt. Dabei wurde mir klar: Ich habe nie gelernt, worauf ich bei solchen Verträgen achten muss.

Ich bin 17 Jahre alt und stehe kurz davor, die Schule nach Abschluss zu verlassen. In meinen bisherigen Schuljahren habe ich viel gelernt: Gedichte zu analysieren, mathematische Formeln wie den Satz des Pythagoras oder Ableitungen zu benutzen und historische Ereignisse einzuordnen. Das alles ist wichtig, keine Frage. Trotzdem fühle ich mich auf viele Aspekte des Alltags kaum vorbereitet – besonders wenn es um Geld und Wirtschaft geht.

Finanzwissen ist keine Nebensache

In der Schule sprechen wir kaum über Schulden, Zinsen, Versicherungen, Verträge oder Steuern. Oft höre ich: „Das lernst du später schon.“ Aber wann ist später? Diese Themen betreffen uns alle früher oder später, egal ob wir studieren, eine Ausbildung machen oder direkt arbeiten. Viele meiner Freunde fühlen sich unsicher, sobald es um Geld geht.

Die Schule kann Chancengleichheit schaffen. In einigen Familien bekommen Jugendliche genau erklärt, wie man richtig spart oder Versicherungen versteht. In anderen Familien fehlt dieses Wissen. Wenn alle die gleichen Grundlagen in Wirtschaft und Geld lernen, hat jeder die gleichen Chancen, sichere Entscheidungen zu treffen. Es geht nicht darum, Expertin oder Experte zu werden, sondern ein grundlegendes Verständnis zu entwickeln: Wie lese ich einen Vertrag? Was bedeutet „brutto“ und „netto“?

Mehr Praxis, weniger Theorie würde enorm helfen. Anstatt trockene Erklärungen an der Tafel könnten wir echte Beispiele bearbeiten: Verträge vergleichen, einen Monatsplan für Einnahmen und Ausgaben erstellen oder Kostenfallen erkennen. Das macht den Unterricht nicht nur hilfreicher, sondern auch spannender.

Geld bestimmt nicht alles in unserem Leben, beeinflusst aber fast alles. Deshalb ist es wichtig, den richtigen Umgang zu lernen. Mehr Unterrichtseinheiten zu Geld und Wirtschaft würden Sicherheit geben und selbstständige Entscheidungen erleichtern. Wenn Schule auf das Leben vorbereiten soll, gehört finanzielle Bildung unbedingt dazu – für alle.

Dir gefällt der Artikel?

campus a college-Preis für Schüler*innenjournalismus Melde dich an um zu voten.

Kommentare