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Ob "Harry Potter" oder "der Herr der Ringe": Meistens sind die Bücher besser als die Filme, oder?

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2 Kommentare
09.12.2025
3 Min.

Jedes Jahr scheinen die meisten neuen Filme und Serien nur noch Neuverfilmungen zu sein. Ob Bücher, Comics oder Videospiele: Kaum ein bekanntes Werk bleibt verschont. Adaptionen, also Umsetzungen bereits existierender Geschichten in Film oder Serie, sind allgegenwärtig. Sie haben viele Vorteile, bringen aber auch Enttäuschungen für Fans mit sich.

Besser als das Original? (Foto: 2567670/pixabay)

Jedes Jahr wirkt es so, als sei die Hälfte der angekündigten Filme oder Serien eine neue Adaption. Eine Adaption ist eine Neuinterpretation oder Umsetzung eines bereits existierenden Werkes, zum Beispiel eines Buches, Comics oder Videospiels, in ein anderes Medium wie Film oder Serie. Dabei wird die ursprüngliche Handlung übernommen, oft aber an das neue Format angepasst. Ob es Bücher, Comics oder Videospiele sind: Nichts ist sicher, sobald eine kleine Gruppe Leute die Geschichte kennt.

Warum existieren Adaptionen?

Weniger Aufwand

Ein Projekt existiert schon, daher müssen Produzenten keine neuen Charaktere, kein neues Setting und keinen komplett neuen Plot erfinden. Sie können einfach die bestehenden Elemente übernehmen. Natürlich bringt das eigene Probleme mit sich: Das Storytelling funktioniert anders, oder Handlungen müssen gekürzt werden. Trotzdem ist es oft einfacher, als etwas völlig Neues zu erfinden.

Ein fertiges Publikum

Adaptionen haben den Vorteil, dass es bereits Fans gibt. Bei neuen Projekten müssen Produzenten viel in Marketing investieren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Bei einer Adaption ist zumindest ein Teil des Publikums garantiert. Egal wie schlecht der Trailer aussieht, viele Fans wollen sehen, was aus ihrem Lieblingsbuch geworden ist.

Serien wie Foundation wären wahrscheinlich weniger erfolgreich, wenn sie nicht auf einem der bekanntesten Science-Fiction-Romane basierten.

Einfacherer Zugang

Hollywood will Geschichten in einem Medium verfügbar machen, das leichter zugänglich ist. Viele Menschen haben keine Lust, Der Herr der Ringe, Das Silmarillion oder Foundation zu lesen, aber Filme oder Serien in Spielfilmlänge oder Episodenlänge sind einfacher zu konsumieren.

Positive Aspekte

Adaptionen machen Geschichten besonders für ein jüngeres Publikum zugänglich. Und manchmal entstehen großartige Umsetzungen. Klassische Beispiele sind Der Herr der Ringe, aber auch die erste Staffel von The Umbrella Academy oder die Serie Silo. Die Story funktioniert fast perfekt, die visuellen Effekte sind beeindruckend, und bei Herr der Ringe ist auch der Cast herausragend.

Negative Aspekte

Allerdings erscheint für jede gute Adaption oft mindestens zwei schlechte. Ein Beispiel ist das Drama um die Serie Die Ringe der Macht. Sie verändert viele Aspekte des Ausgangsmaterials, was für Aufregung sorgt. Ich persönlich finde sie nicht so katastrophal, wie viele andere, aber sie ist trotzdem sehr ungenau. Das Budget wirkt im Vergleich nicht beeindruckend, obwohl die Charaktere größtenteils korrekt bleiben und das Schauspiel der Hauptfiguren solide ist.

Andere problematische Verfilmungen sind etwa die Percy Jackson- und die Harry Potter-Filme, wobei mich insbesondere Percy Jackson sehr enttäuscht hat.

Das Negativbeispiel schlechthin: Foundation

Mein größter Kritikpunkt ist die Serie Foundation, basierend auf der gleichnamigen Sci-Fi-Buchreihe von Isaac Asimov. Diese Bücher haben meine Liebe zum Genre geweckt und sind mir sehr ans Herz gewachsen.

Die Serie sieht visuell beeindruckend aus: Set, CGI und Effekte sind großartig. Mehr ist jedoch nicht vorhanden. Das Schauspiel war in den drei Folgen, die ich gesehen habe, eher mittelmäßig, doch das war nicht der Abbruchsgrund. Der eigentliche Grund war die massive Missachtung der Buchvorlage.

Würden wir sagen, es sei ein anderes Universum, könnte ich es vielleicht mögen. Aber die Serie übernimmt nur die Namen der Figuren und das grobe Konzept der Foundation – alles andere ist völlig verändert. Die Charaktere sind kaum wiederzuerkennen, nicht nur durch geändertes Geschlecht, sondern auch durch völlig neue Handlungen. Das Universum von Asimov wird dadurch zerstört, da die Foundation-Zyklen mit anderen Werken wie den Robotergeschichten oder Der Aufbruch zu den Sternen verbunden sind, was nun keinen Sinn mehr ergibt.

Adaptionen können also wundervoll sein, vor allem, wenn sie mit Herzblut umgesetzt werden. Es muss nicht immer ein Sir Ian McKellen sein, der mit dem Buch am Set Fehler korrigiert, oder ein Viggo Mortensen, der sein Schwert überall hin mitnimmt. Auch Schauspieler wie Jennifer Lawrence oder Daniel Radcliffe zeigen, dass Engagement und Respekt gegenüber der Vorlage wichtig sind.

Adaptionen dürfen und sollen existieren, sie sollten aber entweder radikal neu interpretiert werden, wie bei Sherlock, oder möglichst originalgetreu bleiben.

Trotzdem wäre etwas Neues ab und zu schön. Die Welt ist voller Kreativität – Hollywood muss sie nur entdecken.





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Kommentare

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    am 09.12.2025 Felicia Tomitz
    Hey, ich bin da komplett deiner Meinung, ein richtig spannendes Thema! Auch der Artikel ist super geschrieben :)
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    am 09.12.2025 Mariia Balakhnicheva
    Ich glaube diesen Beitrag ist super zu dieser Thema. Ich liebe Harry Potter. Ich glaube, dass du wirst segue schreiben weiter.